25.05.2012
Führungskrise
Dora Heyenn kandidiert für Linken-Spitze
Dora Heyenn am Hamburger Hafen: Eine Kandidatin mehr
Hamburg - "Ich möchte dazu beitragen, die Kräfte unserer Partei wieder zusammenzuführen für eine erfolgreiche Politik in Bund und Ländern", sagte Dora Heyenn am Freitag - und gab ihre Kandidatur für den Parteivorsitz der Linken bekannt. Die 63-Jährige wolle ausdrücklich als Einzelbewerberin und ohne Bedingungen antreten. "Ich kann und will mit jeder und jedem arbeiten. Es reicht nicht, in der Linken von Pluralität nur zu reden - wir müssen sie auch leben", sagte Heyenn.
Die Aufbruchstimmung bei den Linken sei derzeit leider verflogen, sagte die Hamburger Linke-Fraktionsvorsitzende, "und nach sehr erfolgreichen Jahren stehen wir jetzt vor schwierigen Herausforderungen."
Erst am Mittwoch hatten Bundesvize Katja Kipping und NRW-Chefin Katharina Schwabedissen verkündet, gemeinsam für den Parteivorsitz anzutreten. Auch die sächsische Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann hat ihre Kandidatur erklärt. Zudem hält Fraktionsvize Dietmar Bartsch seine Bewerbung bislang aufrecht, Vizepartei- und Fraktionschefin Sahra Wagenknecht ist ebenfalls als Vorsitzende im Gespräch. Die Wahl findet auf dem Parteitag Anfang Juni statt.
Lafontaine hingegen hatte am Dienstag überraschend seinen Verzicht auf eine erneute Bewerbung bekanntgegeben. Damit dürfte auch eine Spitzenkandidatur Lafontaines bei der Bundestagswahl 2013 nicht mehr in Frage kommen. Daraufhin ist auch der innerparteiliche Druck auf Bartsch gestiegen, auf dem Parteitag in Göttingen nicht zu kandidieren.
aar/dpa/dapd