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11.06.2012
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Herdprämie

Bundesregierung wehrt sich gegen OECD-Kritik an Betreuungsgeld

Kinderwagen vor Café: OECD-Studie sieht negative Folgen eines Betreuungsgelds
dapd

Kinderwagen vor Café: OECD-Studie sieht negative Folgen eines Betreuungsgelds

Schwarz-Gelb zeigt sich von der Kritik der OECD am Betreuungsgeld unbeeindruckt: Eine entsprechende Studie der internationalen Organisation sei schlicht nicht relevant. Die Untersuchung hatte ergeben, dass die sogenannte Herdprämie vor allem Migrantinnen vom Arbeitsmarkt fernhält.

Berlin - Im Streit über das Betreuungsgeld zeigt sich die Bundesregierung unbeeindruckt von der Kritik der OECD. Regierungssprecher Steffen Seibert wies darauf hin, dass die Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sich mit Kindern von drei Jahren und älter befasse - die Koalition plane hingegen ein Betreuungsgeld für Ein- und Zweijährige. Dies mache einen erheblichen Unterschied.

Die OECD hatte zuvor erklärt, die Leistung schade der Integration. Eine Studie, die im Wesentlichen die Situation in Norwegen, Österreich und der Schweiz auswertete, hatte ergeben, dass besonders Frauen aus Zuwandererfamilien mit sozial schwachem Hintergrund dazu tendierten, Geld vom Staat anzunehmen und ihre Kinder zu Hause zu versorgen. So sei in Norwegen die Quote der am Arbeitsmarkt beteiligten Zuwanderinnen infolge des Betreuungsgelds um 15 Prozent gesunken.

Dobrindt bezeichnet OECD-Kritik als unqualifiziert

Auch das Familienministerium argumentierte, die Studie treffe auf Deutschland nicht zu, weil hier das Betreuungsgeld nur an Kinder unter drei Jahren ausgezahlt werden soll. Zudem müsse man vorsichtig sein, wenn man die Verhältnisse in den drei untersuchten Ländern auf Deutschland übertrage. So liege die Familienleistung in Norwegen zum Beispiel bei rund 400 Euro. In Deutschland sollen hingegen ab dem 1. Januar 2013 zunächst 100 Euro monatlich für Kinder im zweiten Lebensjahr gezahlt werden, die sich nicht in staatlicher Betreuung befinden. Ab dem 1. Januar 2014 solle der Betrag auf monatlich 150 Euro steigen, zudem würde er dann auch für Kinder im dritten Lebensjahr geleistet.

Die Integrationsbeauftragte der Regierung, Maria Böhmer, wehrte die OECD-Kritik ebenfalls ab. Der Streit über das Betreuungsgeld dürfe nicht auf dem Rücken der Migranten ausgetragen werden. Die CSU bezeichnete die Einschätzung der OECD als "unqualifiziert"; der Sachverhalt sei "nicht richtig verstanden" worden, sagte Generalsekretär Alexander Dobrindt. FDP-Generalsekretär Patrick Döring sagte, das Argument, es handele sich um eine "Fernhalteprämie" vom Arbeitsmarkt, lasse sich nicht mehr aufrechterhalten, da auch berufstätige Frauen die Leistung erhalten könnten.

Da die sogenannte Herdprämie in der Koalition dennoch weiter umstritten ist, will sich Kanzlerin Angela Merkel am Donnerstag mit der Gruppe der Frauen in der Unionsfraktion treffen. Diese lehnen unter anderem das Betreuungsgeld ab und sind unzufrieden mit dem schleppenden Ausbau der Kita-Plätze.

fdi/dapd/Reuters

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insgesamt 8 Beiträge
1. In Deutschland wird das gemacht,
wolfgangotto 11.06.2012
In Deutschland wird das gemacht, was die CSU-Troika aus Seehofer, Söder und Dobrindt wollen und sei es noch so unsinnig. Demnach bestimmt in Deutschland eine Partei, die bundesweit einen Stimmenanteil von ca. 6% repräsentiert, die [...]
In Deutschland wird das gemacht, was die CSU-Troika aus Seehofer, Söder und Dobrindt wollen und sei es noch so unsinnig. Demnach bestimmt in Deutschland eine Partei, die bundesweit einen Stimmenanteil von ca. 6% repräsentiert, die Richtlinien der Politik. Bravo!
2. Für die kinder...
lupo44 11.06.2012
eine schlechte Entscheidung. Es steht außer Frage fest,dass es für die Kinder besser ist unter ihres Gleichen in einer Krippe oder in einen Kindergarten ihre Entwicklung zu forcieren.Ihre Eltern,Omas und Opas sind mit der [...]
eine schlechte Entscheidung. Es steht außer Frage fest,dass es für die Kinder besser ist unter ihres Gleichen in einer Krippe oder in einen Kindergarten ihre Entwicklung zu forcieren.Ihre Eltern,Omas und Opas sind mit der sinnvollen Beschäftigung vielfach überfordert. Die Summen für das Betreuungsgeld sollten für die Bereitstellung dieser öffentlichen SDtellen bereit gestellt werden. Die hier versuchen Politik zu machen haben von der Kinderentwicklung keine Ahnung.
3. 400 € in Norwegen sind von 150 € in D nicht weit entfernt
Claudia 11.06.2012
... wenn man die Lebenshaltungskosten (und Wohnkosten ) mal von Oslo und Berlin vergleicht - den Städten, mit den meisten Ausländern.
... wenn man die Lebenshaltungskosten (und Wohnkosten ) mal von Oslo und Berlin vergleicht - den Städten, mit den meisten Ausländern.
4. Thema zum xten Mal ...
Katzenliebhaber 11.06.2012
...Herdprämie, leider noch immer ein diffamierender Begriff, der dem eigentlichen Thema absolut nicht gerecht wird und jedwede Diskussionen in Lager teilt. PS: Bin nach langen Überlegungen und zahlreich gelesenen Informationen [...]
...Herdprämie, leider noch immer ein diffamierender Begriff, der dem eigentlichen Thema absolut nicht gerecht wird und jedwede Diskussionen in Lager teilt. PS: Bin nach langen Überlegungen und zahlreich gelesenen Informationen zum Thema inzw. gegen das Betreuungsgeld. Vor allem der Begriff Herdprämie hat mich zu dieser Erkenntnis bewogen. Und ich bin dankbar, dass meine Kinder längst dem Kitaalter entwachsen sind. Womöglich hätte ich mich als junge Frau völlig verunsichern lassen und es gäbe statt der 5 nur 1 Kind..... Herdprämie wäre ein guter Begriff.... für Menschen, die noch selbst kochen, kann man ja auch mal diskutieren ;) Als langjährige Spiegel(print)leserin ärgere ich mich sehr über solche absichtlich, immer wieder aufgegriffenen und genauso abgedroschenen Begriffe wie eben "Herdprämie", sehr!
5. Deutsche Frauen kriegen Geld um nicht arbeiten zu gehen...
cheechago 12.06.2012
Das wundert einen schon! Deutschland fordert grosspurig die anderen EU Länder auf, MEHR zu arbeiten. Die Herdprämie sorgt bei uns genau dafür, das weniger Frauen in Jobs kommen - damit weniger Rentenansprüche erwerben etc. Das [...]
Das wundert einen schon! Deutschland fordert grosspurig die anderen EU Länder auf, MEHR zu arbeiten. Die Herdprämie sorgt bei uns genau dafür, das weniger Frauen in Jobs kommen - damit weniger Rentenansprüche erwerben etc. Das Koalitionsgeschachere (Betreuungsgld der CSU gegen den Zuschass zu Zusatzkrankenversicherungen der FDP) zeigt nur das Merkel ihre Truppe nicht im Griff hat. Der Basar ist eröffnet bzw. der Stimmenkauf für 2013.

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