15.06.2012
Geplatzte Sitzungen im Bundestag
Wenn der Hammelsprung missglückt
27. April 2007: Die Debatte des Bundestages zur Kinderbetreuung wird vorzeitig unterbrochen. Während des Hammelsprungs, mit dem die damalige Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) herbeigerufen werden soll, springen Demonstranten von der Zuschauertribüne ins Plenum. Der amtierende Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) schließt anschließend wegen fehlender Beschlussfähigkeit die Sitzung.
19. Mai 2006: Thema im Bundestag sind die Steueränderungsgesetze. Der Grünen-Politiker Volker Beck ärgert sich über die spärliche Anwesenheit der Koalitionsabgeordneten und beantragt das persönliche Erscheinen des damaligen Bundesfinanzministers Peer Steinbrück (SPD). Da zum Hammelsprung weniger als die Hälfte der 614 Abgeordneten erscheinen, erklärt Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Grüne) den Bundestag für nicht beschlussfähig.
10. März 2004: Der Bundestag berät über das Gesetz zum Emissionshandel. Koalition und Opposition können sich nicht darauf verständigen, welcher Ausschuss für den geplanten Handel mit Emissionsrechten für klimaschädliches Kohlendioxid zuständig ist. Rot-Grün fordert daraufhin die Feststellung der Beschlussfähigkeit. Nur 212 von 603 Parlamentariern nehmen am Hammelsprung teil, die Sitzung wird aufgehoben.
jok/dpa