04.07.2012
Schloss Bellevue
Gauck verzichtet auf Bürgerfest-Sponsoren
Bundespräsident Gauck (im März 2012): Sommerfest mit Bürgern
Berlin - Bundespräsident Joachim Gauck will für sein Bürgerfest im September kein Geld von Sponsoren annehmen. Bei den Feierlichkeiten in Schloss Bellevue werde es keine Finanzsponsoren geben, sagte ein Sprecher des Präsidialamts der "Financial Times Deutschland". Zugelassen seien nur ausgewählte Sachsponsoren, die zum Beispiel ihren eigenen Kaffee ausschenkten.
Finanziert werden soll das Fest aus dem Etat des Präsidialamts, das dafür einen neuen Haushaltsposten über 500.000 Euro schaffen muss. In den Jahren 2009 und 2010 hatte das Präsidialamt für das Sommerfest noch mehr als drei Millionen Euro von Sponsoren eingeworben.
Nach der Affäre um Gaucks Vorgänger Christian Wulff sollen aber wichtige Sponsoren zurückhaltend geworden sein.
Gauck will nicht nur mit dem alten Finanzierungsmodell, sondern auch mit dem herkömmlichen Stil der Berliner Feierkultur brechen, die vor allem Politprominenz, Wirtschaftsvertreter und Journalisten zusammenbringt. Er hatte bereits im April bekanntgegeben, das traditionelle Sommerfest im Park seines Berliner Amtssitzes mit mehr als 5000 geladenen Gästen ausfallen zu lassen. Gauck gehe es stattdessen um eine Veranstaltung mit dem eindeutigen Charakter eines Bürgerfestes, hieß es damals.
Verdiente Bürger statt Prominenz
Das neue Bürgerfest solle einen ganz anderen Charakter bekommen, sagte nun Gaucks Sprecher: Für den Abend des 8. Septembers werden verdiente Menschen aus allen Bundesländern namentlich eingeladen. Am nächsten Tag steht das Schloss Bellevue dann allen interessierten Bürgern offen.
Vorgänger Wulff war wegen unklarer Verhältnisse zu befreundeten Unternehmern und Sponsoren während seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident in die Kritik geraten und letztlich als Bundespräsident im Februar zurückgetreten.
Zuletzt war bekannt geworden, dass Wulff seinem befreundeten Unternehmer Manfred Schmidt hohe Gewinne beim umstrittenen Lobby-Treff Nord-Süd-Dialog bescherte. Ein Bericht des niedersächsischen Landesrechnungshofes kam zu dem Schluss, dass das "hohe Engagement" von Wulff und dessen Sprecher Olaf Glaeseker Party-Veranstalter Schmidt 2009 einen "nicht unbeträchtlichen Überschuss" ermöglichte.
fab/dpa/dapd