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09.08.2012
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Aleppo

Berlin weist Vorwürfe von deutschem Syrien-Häftling zurück

Häftlinge würden erschossen und gefoltert, er fürchte um sein Leben - diesen Hilferuf setzte ein in Aleppo inhaftierter Deutsch-Syrer ab und warf dem Auswärtigen Amt totales Versagen und Untätigkeit vor. Jetzt wehrt sich Berlin: Der 51-Jährige würde bereits seit Jahren von Diplomaten betreut.

Damaskus/Berlin - In der umkämpften syrischen Stadt Aleppo sitzt seit Jahren ein Deutsch-Syrer in Haft. Jetzt erhebt Mohamed Fawzi Yosef schwere Vorwürfe gegen die Bundesregierung. In einer Mitteilung an die "Süddeutsche Zeitung" ("SZ") beschwert sich der 51-Jährige über mangelhafte Unterstützung. Dem Auswärtigen Amt warf er sogar vor, "total versagt" zu haben.

Andere Häftlinge im Zentralgefängnis von Aleppo seien gefoltert und erschossen worden, nun fürchte er um sein Leben, teilte der Mann mit. Angeblich sitzt er in einer Zelle mit mehreren Dutzend anderen Häftlingen. Die Schilderungen lassen sich nicht von unabhängiger Seite überprüfen.

Nach Informationen der "SZ" soll er wegen Kontakten zu der in Syrien verbotenen Muslimbruderschaft verurteilt worden sein. Der Mann sei eigentlich irakischer Kurde, aber mit einem gefälschten syrischen Pass bereits in den achtziger Jahren nach Deutschland gekommen. Gemeinsam mit seiner Frau und seinen drei Kindern habe er dann fast 20 Jahre lang in Bayern gelebt. Er habe in Deutschland studiert und 1993 einen deutschen Pass bekommen. Bei einer Reise nach Syrien 2006 sei Yosef sein Pass abgenommen worden, woraufhin er in den Libanon geflohen, von dort aber entführt und wieder nach Syrien gebracht worden sei, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Angaben des Häftlings.

Das Auswärtige Amt wies am Donnerstag Kritik zurück, sich nicht ausreichend um den Häftling zu kümmern. Der Mann werde bereits seit seiner Inhaftierung 2006 betreut, sagte eine Ministeriumssprecherin. Die deutsche Botschaft in Damaskus habe den Fall eng begleitet. Bis 2011 hätten "gegen syrisches Hinhalten mehrere Haftbesuche durchgesetzt werden" können. Dabei sei immer wieder die Einhaltung von Uno-Standards bei der Gefangenenbetreuung und eine angemessene gesundheitliche Betreuung eingefordert worden.

"Gefoltert wird immer noch, Tag und Nacht"

Nach der Schließung der deutschen Botschaft in Damaskus sei die Botschaft in Libanons Hauptstadt Beirut eingeschaltet worden, "um den Haftfall soweit möglich vor Ort weiter zu betreuen". Dem Auswärtigen Amt zufolge bemühte sich die Bundesregierung erst im Juni wieder um bessere Haftbedingungen.

Yosef, der im Gefängnis offenbar Zugang zum Internet hat, berichtete der "SZ" über den Internetdienst Skype von der Situation in Aleppo. "Draußen wird heftig gekämpft. Am vorvergangenen Montag hat die Polizei 15 Häftlinge erschossen. An den beiden darauffolgenden Tagen haben sie neun weitere zu Tode gefoltert. Gefoltert wird immer noch, Tag und Nacht", schrieb der 51-Jährige. In seinen Nachrichten bat er um Hilfe für seine Freilassung.

In der syrischen Millionenstadt Aleppo liefern sich Regierungstruppen und Aufständische seit Tagen schwere Gefechte. Am Donnerstag vermeldeten die Rebellen zunächst leichte Bodengewinne im südwestlichen Stadtteil Salaheddine. Doch wenig später räumten die Aufständischen nach heftigen Bombardements ein, zwei Straßenzüge aufgegeben zu haben, die sich als eine Front in dem weitgehend in Schutt und Asche liegenden Stadtteil herausgebildet hatten. Sie wollten sich neu formieren und dann zum Gegenangriff ansetzen.

Seit Beginn des Aufstands gegen Präsident Baschar al-Assad vor 17 Monaten sind nach Angaben der Opposition mindestens 18.000 Menschen getötet worden. Wie viele in Aleppo ums Leben kamen ist ungewiss. Das Vorgehen der Armee belegt jedoch, dass Assad die Machtprobe in dem Wirtschaftszentrum unbedingt gewinnen will. Nur so kann er seine Autorität landesweit wieder herstellen.

Syrien-Konferenz bleibt ohne Ergebnis

Eine spontan einberufene eintägige Konferenz in Iran zum Syrienkonflikt blieb ohne Ergebnis. Der iranische Außenminister Ali-Akbar Salehi konnte am Ende der Tagung in Teheran nur bekanntgeben, dass sich alle 30 Teilnehmer gegen Gewalt in Syrien und für eine nationale Lösung ohne ausländische Einmischung ausgesprochen hätten. Nach Angaben Salehis kamen Vertreter aus 30 Ländern zu der Konferenz, darunter auch Abgesandte aus Russland und China. Saudi-Arabien und die Türkei, die - anders als Iran - die syrischen Rebellen unterstützen, blieben dem Treffen fern.

lgr/dpa/AFP/Reuters

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insgesamt 9 Beiträge
1. Die harte Tour
robert.haube 09.08.2012
Interessant, dass ein Häftling angeblich via skype aus einem gefägnis in Aleppo über angebliche Gräueltaten des Gefägnispersonals berichten können soll. An der Syrien-Konferenz in Teheran nahmen nicht nur Rußland und China, [...]
Interessant, dass ein Häftling angeblich via skype aus einem gefägnis in Aleppo über angebliche Gräueltaten des Gefägnispersonals berichten können soll. An der Syrien-Konferenz in Teheran nahmen nicht nur Rußland und China, sondern auch die bevölkerungsreichen Länder wie Indien, Pakistan oder Indonesien teil. Auch Irak, Afghanistan, Algerien, Tunesien, ,,, und und und waren anwesend. Zählt man alle zusammen, waren Regierungen der Mehrheit der Weltbevölkerung vertreten. Die Abschlußerklärung (auf sana.sy) ist ein enormer diplomatischer Schlag gegen die selbsternannte sogenannte "Internationale Gemeinschaft". Aleppo ist großteils FSA-frei. Glücklicherweise hat es die Reporterin von aljazeera, Jenan Moussa, auf abenteuerliche Weise heute geschafft, dem Inferno in Aleppo zu entkommen und sich zur türkischen Grenze durchzuschlagen. Die junge Frau hatte sich wohl auf einen militärischen "Spaziergang" à la Libyen eingestellt und musste auf die harte Tour dazulernen.
2.
siddhartha68 09.08.2012
Soso, das Auswärtige Amt hat seiner Meinung nach versagt. Die einzige deutsche Behörde, die hier versagt hat, war, als man ihm einen deutschen Pass zusprach und er unbehelligt hier leben durfte. Der deutsche Pass sollte ihm wieder [...]
Soso, das Auswärtige Amt hat seiner Meinung nach versagt. Die einzige deutsche Behörde, die hier versagt hat, war, als man ihm einen deutschen Pass zusprach und er unbehelligt hier leben durfte. Der deutsche Pass sollte ihm wieder aberkannt werden, da er sich diesen erschwindelte. Er ist ja letztenendes nicht staatenlos, da er ja noch den syrischen Pass besitzt. Was interessiert uns eigentlich die Meinung dieses Lügners und Betrügers ?
3. Unglaubwürdig
fuchs008 09.08.2012
Entweder der Mann ist ein irakischer Kurde und hat sich mit einem gefälschten syrischen Pass das Asyl in Deutschland erschwindelt. Oder er ist ein Syrer, der jetzt gern kein syrischer Staatsbürger mehr wäre, um einfacher aus dem [...]
Entweder der Mann ist ein irakischer Kurde und hat sich mit einem gefälschten syrischen Pass das Asyl in Deutschland erschwindelt. Oder er ist ein Syrer, der jetzt gern kein syrischer Staatsbürger mehr wäre, um einfacher aus dem Knast zu kommen. Auf mich wirkt der Mann unglaubwürdig.
4. Hilfe für Yosef
meikldagles 09.08.2012
Da sich die Bundesregierung um bessere Haftbedingungen für Yosef bemüht, sollte man vielleicht für ihn einen schnelleren Internetzugang fordern
Da sich die Bundesregierung um bessere Haftbedingungen für Yosef bemüht, sollte man vielleicht für ihn einen schnelleren Internetzugang fordern
5. Betrüger!
proanima 09.08.2012
Dem kann man nur zustimmen, hat sich wie die die Griechen mit Betrug zu uns nach Europa (Deutschland) eingeschlichen - und er ist ganz sicher nicht der einzige von den Bartträgern! Von was er wohl bei uns gelebt hat? Na Na [...]
Zitat von siddhartha68Soso, das Auswärtige Amt hat seiner Meinung nach versagt. Die einzige deutsche Behörde, die hier versagt hat, war, als man ihm einen deutschen Pass zusprach und er unbehelligt hier leben durfte. Der deutsche Pass sollte ihm wieder aberkannt werden, da er sich diesen erschwindelte. Er ist ja letztenendes nicht staatenlos, da er ja noch den syrischen Pass besitzt. Was interessiert uns eigentlich die Meinung dieses Lügners und Betrügers ?
Dem kann man nur zustimmen, hat sich wie die die Griechen mit Betrug zu uns nach Europa (Deutschland) eingeschlichen - und er ist ganz sicher nicht der einzige von den Bartträgern! Von was er wohl bei uns gelebt hat? Na Na Na...

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