11.08.2012
Spitzenkandidatur in Niedersachsen
FDP-Chef Rösler will für Bundestag kandidieren
Philipp Rösler: Der FDP-Vorsitzende will Mitglied des Parlaments werden
Berlin/Hannover - Der FDP-Vorsitzende und Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler will bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr um ein Mandat kämpfen. Er wolle sich in seinem Heimatland Niedersachsen "um die Spitzenkandidatur auf der Landesliste zur Bundestagswahl bewerben", sagte Rösler dem Magazin "Focus". Derzeit ist der Liberale nicht Abgeordneter des Bundestags. Er war vor seinem Wechsel nach Berlin Wirtschaftsminister und Vize-Ministerpräsident in Hannover.
Rösler muss seit Monaten scharfe Kritik aus seiner Partei aushalten: Zuletzt sprach Wolfgang Kubicki, Fraktionschef in Schleswig-Holstein, das aus, was viele in der FDP denken: Sollten die Liberalen bei der kommenden Landtagswahl in Niedersachsen am 20. Januar an der Fünfprozenthürde scheitern, müsse etwas passieren.
Auf die Frage, ob die Liberalen dann einen neuen Bundesvorsitzenden brauche, sagte Kubicki: "Mehr als das: Dann brauchen wir vor allem eine neue politische Ausrichtung." Sprich: Kubicki würde nach einer gescheiterten Niedersachsen-Wahl auf eine Partei ohne Rösler an der Spitze setzen.
Auch Ex-FDP-Vorsitzender Wolfgang Gerhardt stellte Rösler ein verheerendes Zeugnis aus. Er beklagte in einem Gastbeitrag für das "Handelsblatt": "Nichts läuft so richtig zusammen." Es fehle "ein überzeugender Politikentwurf".
Die FDP ist seit Monaten in einem Dauertief: In Umfragen kommen die Liberalen in den vergangenen Wochen bundesweit gerade einmal auf vier bis fünf Prozent.
heb/dapd