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18.11.2012
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Verbraucherschutz

"Entscheidend sind niedrige Dispo-Zinsen"

Von
dapd

Thomas Heilmann: Der Berliner Verbraucherschutzsenator verlangt mehr Transparenz

Thomas Heilmann, CDU-Verbraucherschutzsenator des Landes Berlin, will die deutschen Banken zu mehr Transparenz zwingen. Im Interview fordert der 48-Jährige mehr Wettbewerb - und prophezeit eine europäische Lösung.

SPIEGEL: Obwohl Banken in Deutschland günstig an Geld kommen, verlangen sie von ihren Kunden hohe Dispo-Zinsen. Was wollen Sie dagegen tun?

Heilmann: Wir brauchen viel mehr Wettbewerb und dafür mehr Transparenz. Denn die Zinsen unterscheiden sich stark. Verbraucher dürfen nicht in eine Verschuldungsspirale rutschen, weil die Banken sie nicht rechtzeitig über die Kosten eines überzogenen Kontos aufklären. Deswegen möchte das Land Berlin jetzt auf EU-Ebene vorankommen.

SPIEGEL: Wie soll das gehen?

Heilmann: Wir wollen eine Richtlinie in Europa erreichen, die den Banken klare Transparenzregeln vorgibt. Alle Gebühren müssen jederzeit abrufbar im Internet stehen. Den Kunden dürfen nur Zinsen berechnet werden, wenn sie auch einen Dispokredit wollten. Wir wollen die Banken verpflichten, regelmäßig über entstehende Zinskosten zu informieren und mögliche Umschuldungen anzubieten. Außerdem müssen die Kontodaten digital übertragbar sein, damit man eine Bank ohne bürokratischen Aufwand wechseln kann.

SPIEGEL: Warum ist keine nationale Lösung möglich?

Heilmann: Wir würden uns freuen, wenn es eine Bankenvereinbarung in Deutschland geben würde. Meine Kollegin im Bund, Ilse Aigner, ist da in konstruktiven Gesprächen. Aber es gibt einzelne Banken, die sich bisher nicht bewegen. Wir sind zuversichtlich, Verbündete in Europa zu finden. Die Verhandlungen mit den Banken in Deutschland laufen weiter. Wenn es keine nationale Lösung gibt, kommt eine europäische. Entscheidend ist, dass die Kunden niedrigere Dispo-Zinsen haben können.

Forum

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insgesamt 44 Beiträge
1. Bankenlobby zerschlagen
mischamai 18.11.2012
So lange die Bankenlobby nicht zerschlagen wird und unfassbare Selbstbedienungen wie im alltäglichen Bankengeschäft zu sehen sind wird sich nichts ändern.0.8 % für Sparzinsen und 13 % für Dispo,so kriminell ist das Geschäft [...]
So lange die Bankenlobby nicht zerschlagen wird und unfassbare Selbstbedienungen wie im alltäglichen Bankengeschäft zu sehen sind wird sich nichts ändern.0.8 % für Sparzinsen und 13 % für Dispo,so kriminell ist das Geschäft und unsere Gesetzeshüter schauen blind zu.
2. optional
mützelpütz 18.11.2012
Ich habe noch nie einen Dispokredit benötigt, ich kaufe erst dann, wenn ich genügend auf dem Konto habe. Es ist eine Unsitte, übersall mit Kreditkarte zu bezahlen, und sei es beim Discounter über € 7.98. Kein Wunder,daß die [...]
Ich habe noch nie einen Dispokredit benötigt, ich kaufe erst dann, wenn ich genügend auf dem Konto habe. Es ist eine Unsitte, übersall mit Kreditkarte zu bezahlen, und sei es beim Discounter über € 7.98. Kein Wunder,daß die dann den Überblick verlieren.
3. optional
berlinjens 18.11.2012
"Verbraucher dürfen nicht in eine Verschuldungsspirale rutschen, weil die Banken sie nicht rechtzeitig über die Kosten eines überzogenen Kontos aufklären" Verbraucher müssen auf jeden Fall weiter verdummt werden. [...]
"Verbraucher dürfen nicht in eine Verschuldungsspirale rutschen, weil die Banken sie nicht rechtzeitig über die Kosten eines überzogenen Kontos aufklären" Verbraucher müssen auf jeden Fall weiter verdummt werden. Mittlerweile scheint es Usus, den Verbraucher als dümmsten, anzunehmenden User ohne eigenen Willen, ohne Möglichkeiten, sich freiwillig und selbsttätig zu informieren, hinzustellen und zu bevormunden. Natürlich ist es eine Frechheit der Banken, die Dispozinsen derart hoch zu lassen, aber jeder, der einen Dispo braucht, kann sich informieren. Die Preisinformationen gibt in jeder Bank und natürlich auch im Internet.
4. Alibi-Meinung f.Traumtänzer
trevi 18.11.2012
Wo lebt Herr Hellmann, hat er keine Freunde mit Dispo-Konto. Er kennt als Parlamentarier ja keine Geldnot ! Dieser Zins-Mißstand wird nun schon seit Jahrzehnten von den Banken angewendet - jeweils mit politischer Duldung - Die [...]
Wo lebt Herr Hellmann, hat er keine Freunde mit Dispo-Konto. Er kennt als Parlamentarier ja keine Geldnot ! Dieser Zins-Mißstand wird nun schon seit Jahrzehnten von den Banken angewendet - jeweils mit politischer Duldung - Die Begründung für AR-Sitze von Politikern in lokalen Banken war: '"Zur Vertretretung der Bürgerinteressen dort" Das Gegenteil ist der Fall. Sie machen sich schöne Sitzungs-Tage und -Spesen- ,haben meistens von Bankgeschäften keine Ahnung und nicken alles ab. Nur so konnten Millarden im Bankensystem versenkt werden und die werden von kl.Mann per Dispozinsen wieder 'reingeholt -
5. faule Ausrede
trevi 18.11.2012
Zur Änderung der D -Zinsgestaltung -vor allem für Dispo-Z.- bedarf es keiner Europa-Lösung. Dies kann schon per Gesetz in wenigen Tagen in D geschehen- Weshalb klappt das nur bei Diäten-Erhöhung immer so schnell, ja [...]
Zur Änderung der D -Zinsgestaltung -vor allem für Dispo-Z.- bedarf es keiner Europa-Lösung. Dies kann schon per Gesetz in wenigen Tagen in D geschehen- Weshalb klappt das nur bei Diäten-Erhöhung immer so schnell, ja teilweise sogar rückwirkend !

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