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28.11.2012
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Regierungspläne

Verbraucher sollen mit Milliarden für Offshore-Windparks haften

Von Jörg Schindler
DPA

Windpark vor Borkum: Höhere Kosten für Bürger durch Umlage der Haftung

Mehrere Windparks stehen bereits vor deutschen Küsten, viele sollen folgen - doch am Stromnetz hängen die Offshore-Giganten immer noch nicht. Deshalb werden nach Informationen von SPIEGEL ONLINE Milliardenentschädigungen fällig. Zahlen müssen laut Regierungsplänen die privaten Stromkunden.

Berlin - Für die Erzeugung von Windenergie auf hoher See werden die deutschen Verbraucher deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen als bislang geplant. Nach wochenlangem Geschacher haben sich Union und FDP auf ein Gesetz geeinigt, mit dem der stockende Ausbau von Offshore-Projekten wieder angekurbelt werden soll.

Der Gesetzentwurf, der SPIEGEL ONLINE vorliegt, entlastet die Industrie und belastet stattdessen die privaten Stromkunden mit weit über zwei Milliarden Euro in den kommenden drei Jahren. Der Bundestag soll am kommenden Freitag über das Gesetz abstimmen.

Nach Plänen der Bundesregierung sollen Windparks in Nord- und Ostsee perspektivisch so viel Strom erzeugen wie etwa sechs Atomkraftwerke. In den vergangenen Monaten ist der Ausbau der Offshore-Projekte jedoch beinahe zum Erliegen gekommen. Der Netzbetreiber Tennet hat für inzwischen sieben Nordsee-Windparks eine um bis zu zwei Jahre verzögerte Netzanbindung einräumen müssen.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) einigten sich deshalb im Sommer auf eine gesetzliche Entschädigungsregel. Windparkbetreiber sollen demnach Schadensersatz erhalten, sobald ihre Anlage betriebsbereit, aber nicht ans Netz angeschlossen ist. Zahlen soll bis zu einer bestimmten Summe der Netzbetreiber Tennet. Alle darüber hinausgehenden Kosten werden über eine Umlage auf die privaten Stromkunden abgewälzt.

Über die Höhe des Selbstbehalts von Tennet hatte es massiven Streit in der Bundesregierung gegeben. Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) setzte zunächst durch, das Tennet für jedem Schadensfall mit 100 Millionen Euro geradezustehen habe. Der Netzbetreiber kritisierte daraufhin, unter diesen Umständen sei ein vernünftiger Ausbau nicht zu stemmen. Tennet-Chef Lex Hartman prophezeite gar den "Tod" der Offshore-Windenergie.

Regierung reduziert Haftung für Industrie drastisch

Die Drohungen haben ihre Wirkung offenbar nicht verfehlt. Im mehrmals veränderten Gesetzentwurf von Union und FDP, der am Mittwoch in den Bundestagsausschüssen behandelt wird, heißt es nun, Tennet habe in Fällen einfacher Fahrlässigkeit nur noch mit maximal 17,5 Millionen Euro zu haften. Bei grober Fahrlässigkeit sollen es bis zu 100 Millionen Euro sein. Insgesamt wird die jährliche Haftungssumme für Tennet jedoch nie höher als 110 Millionen Euro sein.

Den großen Rest werden die Verbraucher stemmen müssen. Nach internen Berechnungen sind das zum jetzigen Zeitpunkt für die kommenden zwei Jahre deutlich mehr als eineinhalb Milliarden Euro. Schon jetzt allerdings zeichnen sich für weitere der bislang 25 genehmigten Offshore-Windparks in der Nordsee Verzögerungen des Netzanschlusses ab. Im Wirtschaftsministerium kalkuliert man daher bereits, dass die Verbraucher bis 2015 weit mehr als zwei Milliarden Euro zahlen könnten.

"Alle Industriebetriebe sind wieder einmal fast vollständig befreit", sagte der energiepolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Oliver Krischer. "Stattdessen müsste der Bund hier finanzielle Verantwortung übernehmen, denn er verantwortet auch das Desaster."

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insgesamt 490 Beiträge
1.
günter1934 28.11.2012
Zitat aus dem Artikel: Nach Plänen der Bundesregierung sollen Windparks in Nord- und Ostsee perspektivisch so viel Strom erzeugen wie etwa sechs Atomkraftwerke. Das ist natürlich, wie immer, falsch. Richtig heisst der [...]
Zitat von sysopDPAMehrere Windparks stehen bereits vor deutschen Küsten, viele sollen folgen - doch am Stromnetz hängen die Offshore-Giganten immer noch nicht. Deshalb werden nach Informationen von SPIEGEL ONLINE Milliarden-Entschädigungen fällig. Haften müssen laut Regierungsplänen die Steuerzahler. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/offshore-windenergie-regierung-plant-milliarden-belastung-fuer-buerger-a-869669.html
Zitat aus dem Artikel: Nach Plänen der Bundesregierung sollen Windparks in Nord- und Ostsee perspektivisch so viel Strom erzeugen wie etwa sechs Atomkraftwerke. Das ist natürlich, wie immer, falsch. Richtig heisst der Satz: Nach Plänen der Bundesregierung sollen Windparks in Nord- und Ostsee *ab und zu* so viel Strom erzeugen wie etwa sechs Atomkraftwerke. Und für so einen Unsinn soll der Verbraucher bluten.
2. Freitag ist ein guter Tag :-)
mdietric 28.11.2012
Lieber Bundestag, bitte einfach durchwinken. Gleich im Paket mit den Abermillarden fuer sie siechen Griechen. Und am besten den absurden EU Haushalt auch noch. Dazu noch 17 Millarden fuer die russischen Oligarchen, die ihr Geld [...]
Lieber Bundestag, bitte einfach durchwinken. Gleich im Paket mit den Abermillarden fuer sie siechen Griechen. Und am besten den absurden EU Haushalt auch noch. Dazu noch 17 Millarden fuer die russischen Oligarchen, die ihr Geld bei den griechischen Zyprioten versenkt haben. Halleluja, Freitag wird ein guter Tag!
3. Typisch schwarzgelb
thiede11 28.11.2012
PV, selbst kleinste Anlagen, erzeugen schon heute günstiger Strom als die Offshore-Windkraft! Dieses Projekt der schwarzgelben Regierung dient alleine dazu den Atomausstieg für die Atomkonzerne zu kompensieren. Deshalb sorgt [...]
PV, selbst kleinste Anlagen, erzeugen schon heute günstiger Strom als die Offshore-Windkraft! Dieses Projekt der schwarzgelben Regierung dient alleine dazu den Atomausstieg für die Atomkonzerne zu kompensieren. Deshalb sorgt man für künftige Gewinne für die Atomkonzerne. Windkraft an Land ist deutlich günstiger, an der Küste kann für ein Drittel der Kosten, in Süddtl für die Hälfte der Kosten Windstrom erzeugt werden. Auch aktuelle WKA im Binnenland können ohne Höhenbeschränkung auf 4000 Volllaststunden im Jahr kommen u. unterscheiden sich da nicht mehr viel von WKA im Meer. PVA direkt beim Verbraucher ersparen zudem einen teuren Stromnetzausbau.
4.
peter_der_meter 28.11.2012
Ein weiterer Schachzug der Energiegiganten der gegen die Energiewende und das Allgemeinwohl gerichtet ist. Wenn man bedenkt dass sich der Strompreis den der Kunde zahlt zu einem drittel aus den Ereugungskosten, und zu einem [...]
Ein weiterer Schachzug der Energiegiganten der gegen die Energiewende und das Allgemeinwohl gerichtet ist. Wenn man bedenkt dass sich der Strompreis den der Kunde zahlt zu einem drittel aus den Ereugungskosten, und zu einem drittel aus den angeblich anfallenden Kosten fürs Stromnetz zusammensetzen, dann nenne ich das Wucher. Der Betrieb aller Kraftwerke, Windparks und Whatever soll genausoviel Kosten wie die Netze? Die Netze gehören verstaatlicht, alles andere ist Wahnsinn!
5. Quatsch
peter_der_meter 28.11.2012
Ein weiterer Schachzug der Energiegiganten der gegen die Energiewende und das Allgemeinwohl gerichtet ist. Wenn man bedenkt dass sich der Strompreis den der Kunde zahlt zu einem drittel aus den Ereugungskosten, und zu einem [...]
Ein weiterer Schachzug der Energiegiganten der gegen die Energiewende und das Allgemeinwohl gerichtet ist. Wenn man bedenkt dass sich der Strompreis den der Kunde zahlt zu einem drittel aus den Ereugungskosten, und zu einem drittel aus den angeblich anfallenden Kosten fürs Stromnetz zusammensetzen, dann nenne ich das Wucher. Der Betrieb aller Kraftwerke, Windparks und Whatever soll genausoviel Kosten wie die Netze? Die Netze gehören verstaatlicht, alles andere ist Wahnsinn!

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Was ist die EEG-Umlage?
Die EEG-Umlage ist das zentrale Förderinstrument für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Wind-, Solar- und Biogasanlagen können am Markt noch nicht mit Kohle- und Atomkraftwerken konkurrieren. Damit sie trotzdem rentabel sind, wird solchen Kraftwerken der Strom zu einem fixen Preis abgenommen. Dieser liegt deutlich über dem Preis an der Strombörse EEX. Die Differenz von Börsenpreis und fixem Abnahmepreis zahlen die Verbraucher über ihre Stromrechnung.
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Vor-/Nachteile der Energieträger

Die Energiewirtschaft befindet sich im Umbruch - SPIEGEL ONLINE zeigt die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Energieträger.
Erdöl
Plus: Erdöl ist der Schmierstoff industrieller Volkswirtschaften. In Deutschland deckt Öl rund 35 Prozent des Energiebedarfs - so viel wie kein anderer Rohstoff. Im Verkehrssektor gibt es momentan kaum Alternativen zu Öl: Das bestehende Tankstellennetz ist auf Benzin und Diesel ausgerichtet, die heute gängigen Motoren fahren fast nur mit diesen beiden Treibstoffen.

Minus: Der Ölpreis ist in den vergangenen Jahren rasant gestiegen - und mit ihm der Spritpreis. Autofahrer mussten zeitweise mehr als 1,50 Euro für Benzin zahlen. Die deutsche Volkswirtschaft verliert dadurch Milliardenbeträge, denn das Land ist fast völlig von Importen abhängig. Weltweit liegen die meisten Ölvorkommen in politisch heiklen Regionen wie dem Nahen Osten, Russland, Venezuela oder Nigeria. Versorgungskrisen kann man daher nicht ausschließen. Darüber hinaus ist Erdöl ein endlicher Rohstoff: Die bekannten Vorkommen gehen langsam zur Neige. Große neue Felder wurden in den vergangenen Jahren kaum entdeckt - und wenn, dann nur in schwierig zu erschließenden Gebieten wie der Arktis. Hinzu kommt die CO2-Problematik: Wenn Öl verbrannt wird, entsteht das Klimagas Kohlendioxid .
Erdgas
Plus: Erdgas ist der klimafreundlichste fossile Energieträger - bei der Verbrennung entsteht weniger CO2 als bei Kohle oder Öl. Außerdem halten die Vorräte noch eine Weile: Die Reichweite der Gasvorkommen wird auf rund 60 Jahre geschätzt, bei Öl sind es nur 40 Jahre. machen zudem den Zugriff auf große neue Gas-Reservoirs möglich. Ein weiterer Vorteil: Gas kann einen wichtigen Beitrag zur Stromerzeugung leisten. Denn Gaskraftwerke lassen sich schnell hoch- und runterfahren - diese Flexibilität hilft, die Schwankungen beim Windstrom auszugleichen.

Minus: Weltweit verfügen nur wenige Länder über Gasvorkommen. Entsprechend groß sind die Abhängigkeiten - Deutschland bezieht rund 40 Prozent seines Erdgases aus Russland. Problematisch ist außerdem die noch immer weit verbreitete Bindung an den Ölpreis: Je teurer Erdöl wird, desto teurer wird auch Gas. Stromkonzerne klagen bereits, dass sich Gaskraftwerke kaum mehr rentieren. Private Haushalte kennen dasselbe Problem beim Heizen - Gas ist kaum günstiger als Öl. Auch beim Autofahren stellt Erdgas keine Alternative dar: Der aktuelle Preisvorteil gegenüber Benzin und Diesel liegt nur an der steuerlichen Begünstigung.
Kohle
Plus: Kohle gibt es fast überall auf der Welt - einseitige Importabhängigkeiten wie beim Gas sind deshalb nicht zu befürchten. Auch Deutschland verfügt über nennenswerte Ressourcen: Braunkohle lässt sich ohne Subventionen fördern, für Steinkohle ist dies bei weiter steigenden Preisen zumindest denkbar. Außerdem reichen die Vorräte so lange wie bei keinem anderen fossilen Energieträger: Schätzungen gehen von rund 200 Jahren aus. Kohle eignet sich vor allem zur Stromerzeugung in der Grundlast - rund 50 Prozent des deutschen Stroms stammen aus Kohlekraftwerken .

Minus: Kein Energieträger ist so klimaschädlich wie Kohle. Bei der Verbrennung entsteht rund doppelt so viel CO2 wie bei Gas. Problematisch könnte dies vor allem dann werden, wenn man bestehende Atomkraftwerke durch neue Kohlekraftwerke ersetzt - oder wenn Elektroautos künftig in großem Stil Kohlestrom tanken. Bedenklich sind außerdem die Arbeitsbedingungen, unter denen Kohle gefördert wird : Zu den größten Produzenten zählen China, Russland und Südafrika - Länder, in denen immer wieder Bergleute ums Leben kommen.
Atomenergie
Plus: Kernkraftwerke produzieren - wenn sie einmal gebaut sind - günstigen Strom. Der Rohstoff Uran wird nur in geringen Mengen verbraucht, so dass die laufenden Betriebskosten gering sind. Atomstrom kann in der Grundlast eingesetzt werden, also unabhängig von kurzfristigen Wetterschwankungen. In Frankreich wird Atomstrom auch zum Heizen verwendet, langfristig könnten so auch Elektroautos betrieben werden. Bei der Kernenergie wird kaum CO2 freigesetzt. Sie ist damit klimafreundlicher als Kohle oder Gas.

Minus: Der größte Nachteil der Atomenergie ist das Risiko eines GAUs. Selbst wenn man dafür eine geringe Wahrscheinlichkeit unterstellt - der Schaden wäre enorm. Die Katastrophe in Tschernobyl war nur ein Vorgeschmack dessen, was im dicht besiedelten Mitteleuropa passieren würde: Tausende Opfer, auf ewig verseuchte Landstriche, Vermögensverluste in zigfacher Milliardenhöhe. Hinzu kommt die ungelöste Frage der Endlagerung : Obwohl die Kernenergie seit rund 50 Jahren genutzt wird, gibt es bis heute keine dauerhafte Deponie für die verstrahlten Abfälle. Ob es überhaupt ein sicheres Endlager geben kann, ist umstritten: Der Atommüll strahlt zum Teil mehr als 100.000 Jahre lang - was in dieser Zeit alles passiert, kann niemand vorhersagen. In jüngster Zeit wird ein weiteres Problem immer häufiger diskutiert: Was geschieht, wenn Terroristen einen Anschlag auf ein Kernkraftwerk verüben? Oder wenn sie in den Besitz von spaltbarem Material gelangen? Sicherheitsexperten haben auf diese Fragen keine abschließende Antwort.
Wasser
Plus: Die Wasserkraft ist sehr umweltfreundlich - mit geringem Eingriff in die Natur lässt sich günstig Energie gewinnen. Rund fünf Prozent des deutschen Stroms stammen aus Wasserkraftwerken. Außerdem lässt sich in Stauseen sehr gut Energie speichern: Bei einem Überangebot an Strom wird Wasser nach oben gepumpt. Bei Bedarf wird es dann abgelassen, um die Turbinen anzutreiben.

Minus: In Deutschland ist das Potential der Wasserkraft so gut wie ausgeschöpft. Fast jeder Fluss hat ein Kraftwerk, ebenso fast jeder See. Im Ausland wiederum ist die Wasserkraft zum Teil in Verruf geraten: Riesenprojekte wie der Jangtse-Staudamm in China zerstören die Natur in großem Stil.
Wind
Plus: Von allen erneuerbaren Energien ist die Windkraft in den vergangenen Jahren am stärksten gewachsen. Mittlerweile beziehen die Deutschen deutlich mehr Strom aus Windrädern als aus Wasserkraftwerken. Auch in Zukunft hat die Branche großes Wachstumspotential - vor allem offshore, also in Windparks auf dem Meer . Ein weiterer Vorteil: Die Windkraft ist verhältnismäßig günstig. Die Betreiber der Anlagen bekommen über das Erneuerbare-Energien-Gesetz nur wenig mehr Förderung als der Preis für konventionellen Strom an der Energiebörse hoch ist. Zum Vergleich: Solarstrom wird weit höher vergütet.

Minus: Kritiker halten Windräder für eine Verschandelung der Landschaft. Außerdem weht der Wind sehr unzuverlässig: Bei einer starken Brise wird das deutsche Stromnetz überlastet, bei Flaute muss Strom aus dem Ausland hinzugekauft werden. Praktikable Speicher für Windenergie gibt es bisher nicht. Ein weiterer Nachteil: Starker Wind bläst vor allem in Norddeutschland, die großen Verbrauchszentren liegen aber im Süden und Westen. Um den Strom abzutransportieren, sind zahlreiche neue Leitungen nötig .
Sonne
Plus: Die Sonne ist nach menschlichen Maßstäben eine ewige Energiequelle , und sie scheint für jeden umsonst. Hätten alle Dächer Deutschlands eine Solaranlage, könnte so ein großer Teil des hiesigen Strombedarfs gedeckt werden - klimaschonend und unabhängig von Importen. Darüber hinaus lässt sich das Sonnenlicht auch zur Warmwasserbereitung nutzen: Mit Solarkollektoren kann man herkömmliche Heizungen ergänzen und so die Energiekosten drücken.

Minus: Die Sonne hat den gleichen Nachteil wie der Wind - ihre Energie lässt sich nicht zu jeder Uhrzeit nutzen. Das größte Problem ist jedoch der Preis: Solarstrom kostet viel mehr als konventioneller Strom. Und trotz milliardenschwerer Subventionen leistet Sonnenenergie bislang nur einen geringen Beitrag zur deutschen Stromversorgung: Schätzungen schwanken zwischen einem um zwei Prozent. Damit die Photovoltaik in Mitteleuropa wettbewerbsfähig wird, müsste es eine technische Revolution geben - oder die Preise für konventionelle Energie müssten dramatisch steigen.
Biomasse
Plus: Holz, Stroh, Mais - beim Verbrennen dieser Stoffe wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie die Pflanzen vorher der Atmosphäre entzogen haben. Biomasse lässt sich in vielen Bereichen einsetzen: zum Heizen (beispielsweise mit Holzpellets), zum Autofahren (mit Biodiesel oder Bioethanol ) oder zur Stromerzeugung (mit Biogas). Der große Vorteil: Biomasse ist gespeicherte Energie. Man kann also frei entscheiden, wann man sie nutzen möchte - anders als bei Wind- oder Solarkraft. Ein weiterer Pluspunkt: Energiepflanzen, die in Deutschland wachsen, reduzieren die Abhängigkeit von Importen.

Minus: In jüngster Zeit gerät die Bioenergie massiv in die Kritik. Denn die Pflanzen benötigen enorme Anbauflächen - und treten damit in direkte Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. Gerade bei Biotreibstoffen wird das zum Problem: Lässt es sich moralisch rechtfertigen, dass die Reichen Mais tanken - während die Armen hungern? Hinzu kommt ein gigantisches Mengenproblem: Wollte Deutschland seinen gesamten Benzin- und Dieselbedarf mit Biokraftstoffen decken, wäre dafür eine Fläche nötig, die größer ist als die gesamte Bundesrepublik. Das Gleiche gilt fürs Heizen: Sollten alle Bundesbürger auf Holzpellets umsteigen, würde der deutsche Wald dafür nicht reichen - erneut wären Energie-Importe nötig.
Erdwärme
Plus: Die Wärme im Erdinneren steht rund um die Uhr zur Verfügung. Sie lässt sich sowohl zum Heizen als auch zur Stromerzeugung nutzen. Gäbe es keine Probleme mit der Bohrtechnik, könnte die Geothermie den gesamten deutschen Energiebedarf decken.

Minus: In Deutschland muss man Hunderte oder gar Tausende Meter tief bohren, um ein ausreichendes Temperaturniveau zu erreichen. Die Kosten der Geothermie sind deshalb sehr hoch. Mancherorts gibt es außerdem Probleme mit dem Grundwasser. Andere Länder sind hier aus geologischen Gründen in einer besseren Position: Island zum Beispiel deckt seinen Energiebedarf zum Großteil mit der Wärme aus dem Erdinneren.

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