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14.12.2012
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Jahrelanger Betrug

Postbeamter des Bundestags zweigte 778.000 Euro ab

dapd

Angeklagter im Gerichtssaal: Hohe Summen im Bundestag veruntreut

Erst schickte er Pakete an sich selbst, später fingierte er Nachnahme-Formulare - das Geld ging direkt auf sein Konto. Ein Mitarbeiter der Poststelle des Bundestags hat fast 800.000 Euro veruntreut. Der Mann gab den Betrug vor Gericht zu, darf seinen Job bisher aber behalten.

Berlin - Es geht um Betrug im großen Stil - und um erhebliche Summen. Ein Mitarbeiter der Postfiliale des Bundestags hat vor Gericht die Veruntreuung von knapp 780.000 Euro gestanden. Im Prozess vor dem Berliner Landgericht gab der Beamte am Freitag zu, von März 2007 bis Januar 2012 regelmäßig Tausende Euro in seine Tasche gewirtschaftet zu haben.

Der Mann erschlich das Geld über Tricksereien bei der Bezahlung erfundener Nachnahmesendungen. Er autorisierte nach Angaben der Staatsanwaltschaft zwischen März 2007 und Januar dieses Jahres in rund 250 Fällen Nachnahmebeträge für Sendungen, die es nicht gab. Die Zahlung erfolgte mit der sogenannten PostCard, einer Zahlkarte für Geschäftskunden der Post, die mit einem Konto des Bundestags verknüpft war.

Ein Postbote, der den 43 Jahre alten Beamten mit Blankobelegen für die Nachnahmesendungen versorgt haben soll, ist wegen Beihilfe angeklagt.

Anfangs habe er sich Pakete geschickt, gefüllt zum Beispiel mit leeren Flaschen oder Papier, sagte der angeklagte Beamte. Dann sei ihm ein Postbote auf die Schliche gekommen. "Das können wir besser machen", habe dieser gesagt - und die Methode mit den erfundenen Nachnahmesendungen vorgeschlagen.

Die Belege für die vermeintlichen Pakete hatte der Oberamtsmeister ausgefüllt. Der Chef habe unterschrieben, erklärte der 43-Jährige zum Prozessauftakt. Er meinte: "Es war so einfach, die wollten es offenbar nicht merken." Selbst als der Bundesrechnungshof die Belege überprüft habe, habe es keine Beanstandungen gegeben.

Knapp 6900 Euro habe sich der Beamte monatlich zugeschustert - das Geld sei jedoch verbraucht. Er hat den Angaben zufolge seinen Job bisher nicht verloren, erhält aber um die Hälfte gekürzte Bezüge. Der Postbote hingegen war sparsam. 298.000 von seinem Anteil von rund 371.000 Euro seien zurückgeflossen. "Ich hatte ein schlechtes Gewissen, das Geld auf den Kopf zu hauen", sagte er im Prozess.

jok/dpa/AFP

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insgesamt 153 Beiträge
1. Häääää?
tobiash 14.12.2012
Um die Hälfte gekürzte Beträge? Was um Gottes Willen muss man den da machen, um fristlos entlassen zuwerden? Oder gilt hier trotz des dringenden tatverdachtes die Unschuldsvermutung? Der 1. April war doch schon (oder kommt er erst [...]
Um die Hälfte gekürzte Beträge? Was um Gottes Willen muss man den da machen, um fristlos entlassen zuwerden? Oder gilt hier trotz des dringenden tatverdachtes die Unschuldsvermutung? Der 1. April war doch schon (oder kommt er erst noch)?
2.
elrubio 14.12.2012
und was macht er jetzt ? auszahlungen am postbankschalter ?
Zitat von sysopErst schickte er Pakete an sich selbst, später fingierte er Nachnahme-Formulare - das Geld ging direkt auf sein Konto. Ein Mitarbeiter der Poststelle des Bundestages hat fast 800.000 Euro veruntreut. Der Mann gab den Betrug vor Gericht zu, darf seinen Job bisher aber behalten. Bundestag: Poststelle soll 778.000 Euro veruntreut haben - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundestag-poststelle-soll-778-000-euro-veruntreut-haben-a-873016.html)
und was macht er jetzt ? auszahlungen am postbankschalter ?
3. "Es geht um Betrug im großen Stil - und um erhebliche Summen" Zitat
biwak 14.12.2012
Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen .......
Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen .......
4. das fachwissen muss genutzt werden
micromiller 14.12.2012
vom deutschen nachrichtendienst z. b. und was sind schon 778.000 euro fuer den bundestag .. die verknallen ganz ander summen ohne konsequenz. oder der irrsinn ist in deutschland ein teil des systems und ernaehrt seine juristen.
Zitat von sysopErst schickte er Pakete an sich selbst, später fingierte er Nachnahme-Formulare - das Geld ging direkt auf sein Konto. Ein Mitarbeiter der Poststelle des Bundestages hat fast 800.000 Euro veruntreut. Der Mann gab den Betrug vor Gericht zu, darf seinen Job bisher aber behalten. Bundestag: Poststelle soll 778.000 Euro veruntreut haben - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundestag-poststelle-soll-778-000-euro-veruntreut-haben-a-873016.html)
vom deutschen nachrichtendienst z. b. und was sind schon 778.000 euro fuer den bundestag .. die verknallen ganz ander summen ohne konsequenz. oder der irrsinn ist in deutschland ein teil des systems und ernaehrt seine juristen.
5. ... nimmt man zur Kenntniss ...
ERstaunt 14.12.2012
... daß so jemand in der freien Wirtschaft schon wegen Cent-Beträgen gefeuert würde, sich aber als Beamte mit unseren Steuergeldern offenichtlich alles erlauben darf!
... daß so jemand in der freien Wirtschaft schon wegen Cent-Beträgen gefeuert würde, sich aber als Beamte mit unseren Steuergeldern offenichtlich alles erlauben darf!

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