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30.12.2012
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Steinbrücks neue Ausrutscher

Der Wiederholungstäter

Von
dapd

SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück: Er will weiterhin sagen können, was er denkt

Er kann es nicht lassen. Peer Steinbrück irritiert erneut mit ungeschickten Äußerungen, diesmal zum Kanzlergehalt und Merkels angeblichem "Frauenbonus". So stolpert der SPD-Kanzlerkandidat ins neue Jahr - doch ändern will er sich nicht.

Berlin - Man hat ihn ordentlich in die Mangel genommen, seit er als Herausforderer von Angela Merkel feststeht, findet Peer Steinbrück. Aber so ist das eben als Kanzlerkandidat. "Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden", sagte der Sozialdemokrat in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Steinbrück ist nicht mehr der einfache Bundestagsabgeordnete, der Ex-Minister, der Teilzeit-Politiker. Jede Äußerung von ihm wird jetzt beachtet.

Welche Konsequenz hat diese Erkenntnis für ihn? Wer das Interview weiterliest, erfährt es: keine.

Hatte Steinbrück nicht über Wochen versucht, den Raffke-Vorwurf loszuwerden, den man ihm wegen seiner gutbezahlten Vorträge angeklebt hatte? Und jetzt fällt ihm in der nachrichtenärmsten Zeit des Jahres ein, über das zu geringe Regierungschef-Gehalt zu klagen. Auf die Frage, ob die Kanzlerin zu wenig verdient, antwortet der SPD-Politiker mit einem klaren Ja - "gemessen an der Leistung, die sie oder er erbringen muss und im Verhältnis zu anderen Tätigkeiten mit weit weniger Verantwortung und viel größerem Gewinn".

Peng. "Steinbrück: Kanzler kriegt zu wenig" titelt die "FAS". Die Zeitung hat gleich eine Handvoll Genossen parat, die ihrem Kanzlerkandidaten widersprechen.

Ex-Regierungschef Schröder verteidigt Kanzlergehalt

Eine kommunikative Katastrophe für die SPD. Das Entsetzen ist groß. Zumal Ex-Kanzler Gerhard Schröder am gleichen Tag in der "Bild am Sonntag" die Höhe des Regierungschef-Gehalts verteidigt. "Ich habe jedenfalls davon immer leben können", sagt der SPD-Politiker. "Und wem die Bezahlung als Politiker zu gering ist, der kann sich ja um einen anderen Beruf bemühen."

Ein Grund mehr, dass man Steinbrücks Interview in der CDU-Zentrale als eine Art verspätetes Weihnachtsgeschenk verstehen dürfte. "Beschwerden (über Merkels Gehalt - d. Red.) hat man von der Bundeskanzlerin selbst bisher jedenfalls nicht gehört", sagt Michael Grosse-Brömer, Parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsbundestagsfraktion. Es hätte nur noch gefehlt, dass er auf den alten Golf verweist, den die Kanzlerin privat fährt.

Was ist nur los mit Steinbrück, fragen sich manche in der SPD. Dabei ist die Antwort ganz einfach: Wie der Hinterbänkler zuvor will auch der Kanzlerkandidat Steinbrück sagen, was er denkt. Dazu gehört dann in der "FAS" auch noch, dass Merkel als erfolgreiche Frau aus Sicht des Sozialdemokraten einen Bonus in der weiblichen Bevölkerung hat. Klingt machomäßig? Ihm doch egal.

Und so sind der Gehaltsvorstoß und die Merkel-Frauen-Psychologisierung in die Reihe von Patzern einzuordnen, die aus Sicht des Kanzlerkandidaten ein Zeichen für Steinbrück pur sind: Als es um die Zahl seiner Vorträge und deren Dotierung ging, war Steinbrück zunächst der Meinung, das gehe niemanden etwas an. Nur nach massiver Kritik auch aus der eigenen Partei änderte er seine Position und gelobte Transparenz. Oder die Berufung eines Bekannten als Internet-Berater, der auch für sogenannte Heuschrecken-Unternehmen gearbeitet hat: Ein No-Go in der SPD - aber Steinbrück fand den Mann eben toll.

Der SPD-Kanzlerkandidat ist ein Wiederholungstäter - aber einer, der dazu steht.

Helmut Schmidt kann nicht das Vorbild sein

Steinbrück orientiert sich ja gerne an Helmut Schmidt. Dabei blendet er völlig aus, dass die Popularität des SPD-Altkanzlers auch damit zusammenhängt, dass er ein alter Mann ist, der nichts mehr werden will und niemandem mehr gefährlich sein kann. Schmidt darf beinahe machen und sagen was er will - die Deutschen lieben ihn dafür. Das ist wie mit dem Großvater in der eigenen Familie, dem man auch vieles nachsieht. Steinbrück dagegen will erst Kanzler werden. Und dafür müssen ihm die Menschen zunächst vertrauen lernen.

"Ich werde aber nicht versuchen, mich grundsätzlich zu ändern oder an einem Coaching teilzunehmen, in dem man lernt, Beliebtheitspunkte zu sammeln", sagt der SPD-Kanzlerkandidat in der "FAS". Man kann das bewundernswert geradlinig oder kolossal dickköpfig nennen.

Der Grat zwischen klarer Kante und Instinktlosigkeit ist schmal. Dazu kommt, dass bei den Sozialdemokraten die Toleranz gegenüber dem Führungspersonal traditionell gering ist. Das dürfte sich noch verschärfen, wenn die Umfragewerte der SPD weiter deutlich unter der 30-Prozent-Marke verharren und Steinbrück der Kanzlerin im persönlichen Vergleich nicht näherkommt. Einen weiteren aussichtslosen Wahlkampf, wie man ihn mit Frank-Walter Steinmeier 2009 führte - damit werden die Genossen nicht zu mobilisieren sein.

Peer Steinbrück, der ehrliche Makler vs. Angela Merkel, die abgeschliffene Hinterzimmer-Kanzlerin - so ungefähr stellen sich die Berater des SPD-Kandidaten die Gegenüberstellung in der heißen Wahlkampfphase vor. Aber vielleicht sollten sie sich auch mal Gedanken darüber machen, wie man überhaupt so weit kommt.

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insgesamt 491 Beiträge
1. Klar hat Murksel
Baikal 30.12.2012
einen Frauenbonus: absolut mittelmäßig in jeder Beziehung und dennoch nach oben gekommen. Genau das versüßt allen unten stecken Gebliebenen doch die eigene Lage: ich könnte ja auch aber ich ja gar nicht.
einen Frauenbonus: absolut mittelmäßig in jeder Beziehung und dennoch nach oben gekommen. Genau das versüßt allen unten stecken Gebliebenen doch die eigene Lage: ich könnte ja auch aber ich ja gar nicht.
2. Der Mann...
adam68161 30.12.2012
Der Mann redet sich selber noch um Kopf und Kragen. Mit geschliffenen Formulierungen. Mit hohem Intellekt. Mit entwaffnender (?wen?) Ehrlichkeit- Und mit völlig fehlendem Instinkt für die Situation. Als Kanzler absolut [...]
Der Mann redet sich selber noch um Kopf und Kragen. Mit geschliffenen Formulierungen. Mit hohem Intellekt. Mit entwaffnender (?wen?) Ehrlichkeit- Und mit völlig fehlendem Instinkt für die Situation. Als Kanzler absolut ungeeignet.
3. „raffinierte“ Strategie...
polintec 30.12.2012
Soll es eine besonders „raffinierte“ Strategie und Taktik der SPD-Hirnzentrale sein – alles, was nur möglich falsch zu machen? Nein, Herr Steinbrück macht alles, um von der Partei noch vor den Wahlen abberufen zu werden! Man [...]
Soll es eine besonders „raffinierte“ Strategie und Taktik der SPD-Hirnzentrale sein – alles, was nur möglich falsch zu machen? Nein, Herr Steinbrück macht alles, um von der Partei noch vor den Wahlen abberufen zu werden! Man kann sich nicht zwingen sozial wenigsten zu scheinen und diese Sozialität zu täuschen, wenn eingeborenen Prioritäten anders sind. Ich habe Eindruck, dass auch obere und s.g. Sozial-Demokraten keine Ahnung und Gefühl mehr haben, wie und womit Ihr „Proleten-Fußvolk“ lebt. Kein Wunder, dass dieses Fußvolk die Wahlen einfach ignoriert und die nicht virtuelle Nichtwählerpartei nur wächst.
4. Der Mann kann es nicht und er ist lernunfaehig
geronimo49 30.12.2012
und damit wohl noch nach Scharping der schlechteste SPD Kanzlerkandidat der letzten 40 Jahre. Der Mann hoert sich gerne reden, seine Taten koennen nun wirklich nicht sonderlich ueberzeugen. Mit solchen Kandidaten hat selbst eine [...]
und damit wohl noch nach Scharping der schlechteste SPD Kanzlerkandidat der letzten 40 Jahre. Der Mann hoert sich gerne reden, seine Taten koennen nun wirklich nicht sonderlich ueberzeugen. Mit solchen Kandidaten hat selbst eine Merkel leichtes Spiel. Merkel wird das Land weiter konsequent demontieren, Gerechtigkeit abbauen und langfristig, da D nun mal austerben wird, der erste Nagel im Sarg sein. Die Oeffentlichkeit wird besoffen durch die Bejubelungsberichtserstattung weiter benebelt einpennen. Irgendwie ist die Parteiendemokratie damit endgueltig abgesoffen.
5. optional
daswortamsamstag 30.12.2012
Entschuldigt, aber ihr seid Wiederholungstäter par excellence! Das gleiche Palaber gabs heute morgen zum Frühstück im ähnlichen Gewand aber inhaltlich abgekupfert! Das langweiligt!
Entschuldigt, aber ihr seid Wiederholungstäter par excellence! Das gleiche Palaber gabs heute morgen zum Frühstück im ähnlichen Gewand aber inhaltlich abgekupfert! Das langweiligt!

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