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19.01.2013
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Niedersachsen-Wahl

Steinbrück und Gabriel berieten über SPD-Krise

dapd

Kanzlerkandidat und SPD-Chef: Vier-Augen-Gespräch über die Partei

SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück hat sich mit Parteichef Gabriel zu einem Vier-Augen-Gespräch über die schlechte Lage der SPD getroffen. Das Treffen bietet Anlass zu allerlei Spekulationen: In der SPD wächst unmittelbar vor der wichtigen Niedersachsenwahl die Nervosität.

Berlin - Am Freitagabend trafen sich die beiden mächtigsten Männer der SPD zu einem vertraulichen Gespräch: Nach einer gemeinsamen Wahlkampfveranstaltung in Braunschweig sprachen Parteichef Sigmar Gabriel und der Kanzlerkandidat Peer Steinbrück nach Informationen von SPIEGEL ONLINE und "Welt am Sonntag" unter vier Augen über die schlechte Lage der SPD.

Wie die "Welt am Sonntag" berichtet, sei das Treffen am Donnerstagabend verabredet worden, weil in der Partei die Zweifel an einem rot-grünen Wahlsieg bei der Landtagswahl in Niedersachsen am Sonntag wachsen. In der SPD wurde allerdings der Deutung widersprochen, es habe sich um ein Krisengespräch gehandelt. Es sei lediglich darum gegangen, mögliche Sprachregelungen für Sonntagabend abzustimmen.

Klar ist aber, dass in der SPD große Nervosität vor dem Urnengang in Niedersachen herrscht. Noch hoffen die Genossen, dass die Steinbrück-Debatte der vergangenen Wochen sich nicht allzu negativ auf das Wahlverhalten der Niedersachsen auswirkt. Und doch ist die Zuversicht zuletzt geschwunden.

Sollte die Wahl schiefgehen, sei nichts ausgeschlossen, hieß es aus SPD-Kreisen gegenüber SPIEGEL ONLINE. Die Deutung, dass allein Steinbrück die Niederlage zu verantworten habe, sei absehbar und könne in der Partei und in der Öffentlichkeit eine entsprechende Dynamik in Gang setzen. Zwar wird nicht damit gerechnet, dass prominente Stimmen aus der SPD im Falle einer Schlappe Steinbrück offen zum Rücktritt auffordern. Möglicherweise biete dieser aber von selbst seinen Rückzug an, hieß es.

Keine Alternative zu Steinbrück

Ob Steinbrück sich im Falle einer Niederlage tatsächlich dazu entschließen würde, ist allerdings höchst fraglich. So umstritten Steinbrücks Verhalten bisher war, so wenig wünschen sich die Genossen seinen Rückzug. Selbst der linke Parteiflügel hat Steinbrück intern seine Solidarität ausgesprochen. Ausgerechnet sein langjähriger Widersacher Ralf Stegner, SPD-Chef in Schleswig-Holstein, verteidigte den Kanzlerkandidaten am vergangenen Donnerstag in der Sendung "Anne Will".

Die Loyalität zu Steinbrück erklärt sich auch dadurch, dass vielen in der Partei klar ist, dass es kaum Alternativen gibt. Hannelore Kraft hatte sich im Sommer vehement gegen eine Spitzenkandidatur gewehrt, SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier hat auch aus persönlichen Gründen abgesagt. Bei beiden gilt es, auch aufgrund der miserablen Lage, in der sich die SPD derzeit befindet, als äußerst unwahrscheinlich, dass sie ihre Entscheidungen revidieren.

Bliebe Parteichef Sigmar Gabriel. Auch ihm wird nicht nachgesagt, derzeit große Lust auf die Kandidatur zu verspüren. Und dass er wirklich der bessere Kandidat wäre - davon sind nicht einmal seine politischen Freunde überzeugt.

vme/nck

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insgesamt 155 Beiträge
1. SPD-Selbstbedienungspartei!
nikta 19.01.2013
Nun wenn Peer-20% SPD-Zugpferd ist, dann weiß ich, wer in diesem Zug ist und wer nicht! In diesem SPD-Zug sind keine Hartz IV-Empfänger, keine Billigjobber, Geringverdiener und keine Zeitarbeiter! Gemessen am beruflichen [...]
Nun wenn Peer-20% SPD-Zugpferd ist, dann weiß ich, wer in diesem Zug ist und wer nicht! In diesem SPD-Zug sind keine Hartz IV-Empfänger, keine Billigjobber, Geringverdiener und keine Zeitarbeiter! Gemessen am beruflichen Hintergrund ihrer Bundestagsabgeordneten kann die SPD kaum noch den Titel Arbeiterpartei für sich beanspruchen. Unter den SPD-Abgeordneten des Bundestages finden sich nur noch drei klassische Arbeiter. (In der CDU-Fraktion sitzen sieben!). Stark vertreten sind bei den SPD- Parlamentariern Lehrer, Parteimitarbeiter und Gewerkschaftsfunktionäre. Nun wie die FDP verwandelte sich die SPD in Selbstbedienungspartei, wo nur solche Peers, pardon, Zugpferde weiter gezüchtet und erzogen werden…
2. Aus der dänischen Märchenwelt
grahamm 19.01.2013
Die Hauptfigur ist der junge Peer, der mit Lügengeschichten versucht, der Realität zu entfliehen… Nun die Realität war gnadenlos… Es war einmal eine Partei, die ein Sozialstaat ruinierte und träumte nachdem trotzdem Volkspartei zu [...]
Die Hauptfigur ist der junge Peer, der mit Lügengeschichten versucht, der Realität zu entfliehen… Nun die Realität war gnadenlos… Es war einmal eine Partei, die ein Sozialstaat ruinierte und träumte nachdem trotzdem Volkspartei zu bleiben…Es war einmal ein Ministerialbürokrat, der in der Tat ein Lobbyist war und träumte mal sogar Kanzler zu werden… Aus Träumen der beiden ist nichts geworden! Nun die Partei hat noch die Möglichkeit sich zu reformieren und sozial zu gestalten… Für die fragwürdigen Referenzen einer SPD-Schnauze und ultrakonservativen Seeheimer Kreises wird aber SPD zu teuer zahlen müssen… Eigentlich alle früher oder später fallen zum Opfer der Altersdemenz und wenn wir daran erinnern, dass „Parteistratege“ Schmidt vom CDU-Irrtum Kohl mal umgetrickst worden war, der sogar innerhalb seiner CDU nie als ein Intellektuelle gegolten hatte, dann können wir Wert diesen Referenzen nennen…Nun ist es zum Glück vorbei: mit dem Traum Kanzler zu werden sowie mit dem eigenen „Marktwert“!
3. Arbeiter und Angestellte verraten ...
naklar? 19.01.2013
Das ist das große Werk von SPD in den letzten Regierungen (im Bund) gewesen. Nur weil ständig, die Arbeitslosenstatisken frisiert werden, scheint es so als wenn sich plötzlich ein Riesenerfolg am Arbeitsmarkt eingestellt hat. [...]
Das ist das große Werk von SPD in den letzten Regierungen (im Bund) gewesen. Nur weil ständig, die Arbeitslosenstatisken frisiert werden, scheint es so als wenn sich plötzlich ein Riesenerfolg am Arbeitsmarkt eingestellt hat. Wer sich wirklich die Zahlen genauer anschaut kann nur verzweifeln darüber, warum sich die Masse der Bürger so verar... läßt.
4. Stellt Euch mal vor.....
Der Terrier 19.01.2013
Diese Bundesregierung hat keine Erfolge vorzuweisen. Lese ich jedenfalls immer. Trotzdem liegt die Koalition bei den Meinungsforschern etwa gleichauf. Wie würden die Umfragen wohl aussehen, wenn die schwarzgelbe Regierung ein [...]
Diese Bundesregierung hat keine Erfolge vorzuweisen. Lese ich jedenfalls immer. Trotzdem liegt die Koalition bei den Meinungsforschern etwa gleichauf. Wie würden die Umfragen wohl aussehen, wenn die schwarzgelbe Regierung ein paar Erfolge mehr vorzuweisen hätte?
5. Gabriel hast du alle Sinnen beieinander?
Kernseife 19.01.2013
Am Tag der Entscheidung hast du genau so fertig wie Brüderle, Steinbrück bleibt und die Wahl kann uns egal sein. Wer gierig ist dem bestraft der Wähler, sollte die CDU besser sein als die SPD, dann ist es so. Dann weiß man [...]
Am Tag der Entscheidung hast du genau so fertig wie Brüderle, Steinbrück bleibt und die Wahl kann uns egal sein. Wer gierig ist dem bestraft der Wähler, sollte die CDU besser sein als die SPD, dann ist es so. Dann weiß man wenigstens was genau bis September 2013 zu tun ist! Hoffentlich liest du meinen Beitrag und denkst mal darüber nach! Und vor allem sollte sich die SPD mal hinterfragen wer hinter Steinbrück Kampagne steckt. Wacht auf und bewegt euch mal, es geht jetzt nur noch darum die SPD- Wähler nicht zu ärgern! Viel Glück von dieser Stelle aus an Herrn Weil und seiner Mannschaft !

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