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22.01.2013
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Niedersachsen

2000 Leihstimmen mehr hätten Schwarz-Gelb gerettet

DPA

CDU-Wahlposter in Hannover: Ärger nach der knappen Niederlage

Ab sofort jeder für sich alleine - diese Parole gibt die CDU nach der Pleite in Niedersachsen an den Juniorpartner FDP aus. Es soll zukünftig keine Leihstimmen mehr geben. Doch eine Analyse zeigt: Mehr Leihstimmen für die Liberalen hätten Schwarz-Gelb wohl gerettet.

Hannover - In der CDU herrscht nach der hauchdünnen Niederlage Frust - und Ärger über die vermeintlich "verschenkten" Wähler, die ihr Kreuzchen für die Zweitstimme bei der FDP gemacht haben. Denn durch diese Leihwähler holten die Liberalen mit 9,9 Prozent zwar ein starkes Ergebnis. Für die Regierungsbildung reichte es trotzdem nicht.

Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt nach der Niederlage ein ähnliches Vorgehen zugunsten des Koalitionspartners FDP für die Zukunft ab. Merkel sagte am Montag nach Beratungen der CDU-Führungsgremien in Berlin, bei der Bundestagswahl werde "jeder für sich" und für seine Stimmen kämpfen.

Es sei vielleicht eine der Lehren aus Niedersachsen, dass "nicht so eine große Angst herrschen" müsse, dass die FDP von der Bildfläche verschwinde. Merkel betonte, sie habe immer wieder gesagt, dass die FDP "ihren Weg finden wird". Dies gelte für den Bund mindestens ebenso wie für Niedersachsen.

Doch eine Analyse zeigt nun: Nicht weniger, sondern mehr strategische Zweitstimmen hätten Schwarz-Gelb womöglich den Erfolg in Hannover gebracht. Die Beobachter von wahlrecht.de haben errechnet, dass nur 2000 mehr Zweitstimmen-Kreuzchen bei der FDP statt der CDU gereicht hätten. Dann wäre ein Sitz von der SPD zur FDP gewandert - und die alte Koalition wäre auch die neue gewesen.

Trotz der deutlichen Töne aus der Union fürchtet die FDP offenbar keine Revanche bei der Bundestagswahl. Parteivize Sabine Leutheusser-Schnarrenberger glaubt sogar an einen "besonders fairen" Umgang zwischen Union und FDP zur Wahl im September. "Rache ist doch nichts, was in die Politik gehört", sagte die Justizministerin der "Leipziger Volkszeitung".

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Quelle: ARD - Infratest Dimap
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jok/dpa

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insgesamt 321 Beiträge
1. Würde
crocodil 22.01.2013
das Wort "Leihwähler" zum Unwort des Jahres wählen.
das Wort "Leihwähler" zum Unwort des Jahres wählen.
2. Dieses Gerede über
michibln 22.01.2013
...ist doch Unsinn. 80% der FDP-Wähler haben ihre Erststimme der CDU gegeben. Man könnte also genauso sagen, dass die FDP Stimmen an die CDU geliehen hat und nicht umgekehrt.
...ist doch Unsinn. 80% der FDP-Wähler haben ihre Erststimme der CDU gegeben. Man könnte also genauso sagen, dass die FDP Stimmen an die CDU geliehen hat und nicht umgekehrt.
3. Gratulation
ChrisQa 22.01.2013
Da hat Niedersachsen und Deutschland ja nochmal Glück gehabt. :-)
Da hat Niedersachsen und Deutschland ja nochmal Glück gehabt. :-)
4.
Hofa05 22.01.2013
lol dann hätten vielleicht auch erstmal 2000 Leute mehr wählen gehen müssen. Alle die nicht an der Wahl teilgenommen haben sind total bescheuert und sind dann diejenigen, die am lautesten maulen, wenns regierungstechnisch [...]
Zitat von sysopDPAAb sofort jeder für sich alleine - diese Parole gibt die CDU nach der Pleite in Niedersachsen an den Juniorpartner FDP aus. Es soll zukünftig keine Leihstimmen mehr geben. Doch eine Analyse zeigt: Nur 2000 Zweitstimmen mehr für die Liberalen hätten Schwarz-Gelb wohl gerettet. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/niedersachsen-schwarz-gelb-haette-mit-mehr-leihstimmen-gesiegt-a-879072.html
lol dann hätten vielleicht auch erstmal 2000 Leute mehr wählen gehen müssen. Alle die nicht an der Wahl teilgenommen haben sind total bescheuert und sind dann diejenigen, die am lautesten maulen, wenns regierungstechnisch mal nicht so läuft wie sie es gerne hätten. Also nochmal: Nicht wählen = saudumm sein!!
5. Bundestagswahl
referee84 22.01.2013
Egal wer nach der Wahl die Regierung bilden sollte. Meine große Bitte besteht nur darin, endlich wieder Experten auf die jeweiligen Ministerposten zu setzen und mit einer Stimme zu sprechen.
Egal wer nach der Wahl die Regierung bilden sollte. Meine große Bitte besteht nur darin, endlich wieder Experten auf die jeweiligen Ministerposten zu setzen und mit einer Stimme zu sprechen.

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