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28.01.2013
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Microsoft-Gründer bei der SPD

Genosse Gates

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DPA

Ein Hauch von Welt weht durch Potsdam: Zum Abschluss ihrer Klausur hatten die Sozialdemokraten Microsoft-Gründer Bill Gates zu Gast. Dabei überraschte der US-Amerikaner mit ein paar linken Bekenntnissen.

Potsdam/Berlin - Es soll wieder gerechter zugehen in Deutschland. Das hat sich die SPD fest vorgenommen für den Fall, dass sie in ein paar Monaten doch die Bundestagswahl gewinnen sollte. Ob Stadtentwicklung, Renten oder Bildung - für die neue soziale Balance wollen die Sozialdemokraten ordentlich Geld in die Hand nehmen.

Da passt es gut, dass bei der SPD-Jahresauftaktklausur in Potsdam an diesem Morgen ein Mann zu Gast war, der sich nicht nur mit Geld ziemlich gut auskennt, sondern auch im Ruf steht, ein Gespür für Gerechtigkeit zu haben. Die Rede ist von Bill Gates. Microsoft-Gründer, Milliardär, Philanthrop.

Dass der Stargast aus Übersee den Genossen die Ehre erwies, erfüllt die Partei mit einem gewissen Stolz, was verständlich ist, kann die SPD in diesen Tagen ein bisschen Glanz doch durchaus gebrauchen. Und damit der Augenblick etwas länger anhält, holte manches Vorstandsmitglied, kaum dass Gates im hoch abgesicherten Inselhotel angekommen war, sein Mobiltelefon heraus, um sich ein Andenken zu knipsen. Manch anderer geriet mit Blick auf Gates' Firmenhintergrund ins Grübeln. "Darf man Bill Gates mit einem iPhone fotografieren?", twitterte Hessens Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel.

Gates gegen Schuldenbremse

Ein Stündchen nahm sich der Software-Guru für den nicht-öffentlichen Plausch mit den Sozialdemokraten Zeit, ein Vorgespräch mit SPD-Chef Sigmar Gabriel und Kanzlerkandidat Peer Steinbrück inklusive.

Darin, so verriet Gabriel später in der größeren Vorstandsrunde, habe Gates vor den Risiken der von Steinbrück so geschätzten Schuldenbremse gewarnt. Kurzer Applaus von all jenen Sozialdemokraten, die mit der Schuldenbremse auch nichts anfangen können. "Aber der Parlamentarischen Linken der SPD wollte er trotzdem nicht beitreten", schob Gabriel Teilnehmern zufolge hinterher. Lacher.

Nur Gates schaute dem Vernehmen nach etwas verwirrt. Parlamentarische Linke?

Locker sei es gewesen, war hinterher zu hören, aber durchaus auch konzentriert. Gates, der keinen übersteigerten Wert auf sein Äußeres legt und sich damit neben dem einen oder anderen Spitzengenossen ganz gut einreihte, sprach über sein Lieblingsthema: die Entwicklungspolitik.

"Von Milliardären wie ihm wollen wir ein bisschen Geld holen"

Über seine Stiftung, mit der er Gesundheitsprojekte in Afrika und Asien fördert, verlor er kein Wort. Stattdessen warnte er davor, Gelder für die globale Entwicklungszusammenarbeit zu kürzen. Auch die Finanztransaktionssteuer befürwortete er, was den Sozialdemokraten besonders gut gefiel. Genosse Gates.

Die Stimmung war offenbar so harmonisch, dass Gabriel am Ende ein wenig Wasser in den Wein träufeln musste. "Nur damit kein Missverständnis entsteht", sagte er dem Vernehmen nach. "Von Milliardären wie ihm wollen wir natürlich ein bisschen Geld holen." Da war Gates aber schon wieder verschwunden.

Nicht nur Gabriel wird sich gefreut haben über den Besuch des Amerikaners. Auch für Steinbrück war es ein angenehmer Termin. Denn Gates hatte - das ist ungewöhnlich dieser Tage - auch ein paar wohlwollende Worte über den Kanzlerkandidaten zu sagen. "Ich kenne Peer aus der Zeit, als er Finanzminister war, das war eine enorm produktive Zeit in der internationalen Entwicklung, als es neue Finanzierungsstrategien, neues globales Engagement und Kooperation gab", sagte er in einem Interview mit dem Online-Portal der SPD. "Dabei möchte ich Peer für seine führende Rolle danken."

Das kam bei Steinbrücks Leuten gut an. "Bill kann durchaus öfter kommen", sagt einer aus seinem Umfeld.

vme

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insgesamt 53 Beiträge
1. Damit es auch der Letzte merkt
det5904 28.01.2013
Schön, daß es endlich einmal augenfällig wird, wer dieses Land regiert. Ist schon klar, daß SPON mit keiner Silbe darauf eingeht.
Zitat von sysopEin Hauch von Weltbühne weht durch Potsdam: Zum Abschluss ihrer Klausur hatten die Sozialdemokraten Microsoft-Gründer Bill Gates zu Gast. Dabei überraschte der US-Amerikaner mit ein paar linken Bekenntnissen. Microsoft-Gründer Bill Gates zu Besuch bei der SPD - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/microsoft-gruender-bill-gates-zu-besuch-bei-der-spd-a-880060.html)
Schön, daß es endlich einmal augenfällig wird, wer dieses Land regiert. Ist schon klar, daß SPON mit keiner Silbe darauf eingeht.
2. Genau, richtig,
eisbaerchen 28.01.2013
die Genossen wollen, dass es in Deutschland wieder ein bisschen gerechter zugeht...deshalb wird Agenda 2010 nicht gekippt, deshalb gibts auch keine wirklich sinnvollen Rentenpläne um Altersarmut quer durch die Bevölkerung [...]
Zitat von sysopEin Hauch von Weltbühne weht durch Potsdam: Zum Abschluss ihrer Klausur hatten die Sozialdemokraten Microsoft-Gründer Bill Gates zu Gast. Dabei überraschte der US-Amerikaner mit ein paar linken Bekenntnissen. Microsoft-Gründer Bill Gates zu Besuch bei der SPD - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/microsoft-gruender-bill-gates-zu-besuch-bei-der-spd-a-880060.html)
die Genossen wollen, dass es in Deutschland wieder ein bisschen gerechter zugeht...deshalb wird Agenda 2010 nicht gekippt, deshalb gibts auch keine wirklich sinnvollen Rentenpläne um Altersarmut quer durch die Bevölkerung (ja, die gibts auch bei Akademikern...ob man es glaubt oder nicht). Deshalb auch kein Abbau der kalten Progression usw.usw....kann mir jemand sagen, warum man die wählen soll? Die erste Tat wäre wahrscheinlich von Steinbrück, dafür zu sorgen, dass das Kanzlergehalt um 50% steigt...
3. Multi-Milliardäre - bitte melden!
JBond 28.01.2013
"Von Milliardären wie ihm wollen wir ein bisschen Geld holen" Hm - stimmt...in Deutschland gibt es bekanntermaßen auch so viele Multi-Milliardäre wie Bill Gates. Selbst wenn man Menschen sucht, die "nur" 10% [...]
"Von Milliardären wie ihm wollen wir ein bisschen Geld holen" Hm - stimmt...in Deutschland gibt es bekanntermaßen auch so viele Multi-Milliardäre wie Bill Gates. Selbst wenn man Menschen sucht, die "nur" 10% seines Vermögens haben, findet man vielleicht gerade ein Dutzend in Deutschland...und von denen will die SPD ein bisschen Geld? Am besten mit einem höheren Spitzensteuersatz - da die ja auch alle noch so viel arbeiten...
4. Leistungsgerechtigkeit,
fiete_1848 28.01.2013
Assimilation, Nein zur Euro-Schulden-Union und ein transparentes (Einkommens-)Steuerrecht à la Kichhof: Dann würde die SPD die Bundestagswahl 2013 gewinnen.
Assimilation, Nein zur Euro-Schulden-Union und ein transparentes (Einkommens-)Steuerrecht à la Kichhof: Dann würde die SPD die Bundestagswahl 2013 gewinnen.
5. -
Noctim 28.01.2013
Eine Hand wäscht die andere? Für Billy war's doch eher ne Marketing Tour und die SPD suhlt sich im Glanz der Weltenverbesserer. Auf dass es möglichst abfärbe!
Eine Hand wäscht die andere? Für Billy war's doch eher ne Marketing Tour und die SPD suhlt sich im Glanz der Weltenverbesserer. Auf dass es möglichst abfärbe!

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