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29.01.2013
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Folgen der Truppen-Reform

Wehrbeauftragter beklagt Überlastung der Bundeswehr

Von und
dapd

Die Soldaten sind tief verunsichert, oft an der Grenze der Belastbarkeit: Der Wehrbeauftragte Königshaus zeichnet in seinem Jahresbericht ein düsteres Bild vom Zustand der Truppe. Bei der Abschaffung der Wehrpflicht, Kasernenschließungen und Umstrukturierungen seien erhebliche Fehler gemacht worden.

Berlin/Hamburg - Der Mann reist zwar in Zivil, doch sein Gepäck weist ihn eindeutig als Bundeswehrsoldaten aus. Aus den Lautsprechern seines Laptops dröhnt rechtsradikale Musik. Die Mitreisenden im ICE sind erst genervt, dann schockiert - und beschweren sich schließlich beim Zugpersonal. Eine Alkoholkontrolle ergibt 2,15 Promille. Ein Fall aus den Streitkräften aus dem Jahr 2012.

Anderswo in Deutschland: Eine Gruppe Soldaten quält sich durch eine sogenannte "Military Fitness"-Ausbildung. Sie bekommen den Befehl, sich in einer Reihe nebeneinander auf den Rücken zu legen. Danach läuft jeder Teilnehmer einmal über die angespannten Bauchmuskeln der Kameraden. Die "Übung" birgt ein erhebliches Verletzungsrisiko und ist deshalb verboten. Widersprochen hat keiner der Teilnehmer.

Ein weiterer Fall: Die Frau eines Unteroffiziers erwartet das erste gemeinsame Kind. Doch der Mann weilt auf Fortbildung. Er fragt seinen Vorgesetzten, ob er mit dem Auto zur Abschlussprüfung fahren dürfe - und danach direkt ins Krankenhaus. Die barsche Antwort: Er könne froh sein, "wenn das Kind von ihm sei". Der Soldat muss mit dem Bus reisen.

Drei höchst unterschiedliche Beispiele, alle stammen aus dem Jahresbericht des Wehrbeauftragten Hellmut Königshaus. Darin zeichnet der oberste Wächter für die Rechte der Soldaten ein düsteres Bild vom Zustand der deutschen Streitkräfte im Jahr 2012. Die Blitzreform der Truppe - mit der Abschaffung der Wehrpflicht, Kasernenschließungen und massiven Umstrukturierungen - lasse viele Soldaten verunsichert zurück. Dies sei bei fast allen Dienstgraden zu spüren, so Königshaus. Das Gefühl, "nicht mitgenommen" zu werden, sei weitverbreitet, so der FDP-Politiker. Immer wieder träten Mitglieder der Truppe mit solchen Sorgen an ihn heran. Zwar seien die Reformen nötig, bei der Planung seien aber auch erhebliche Fehleinschätzungen unterlaufen.

Konkret schildert Königshaus' Bericht auf 96 Seiten die Sorgen und Nöte der Soldaten:

Forum

Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 116 Beiträge
1. Der Zustand der Truppe
neo91 29.01.2013
wird scheinbar immer schlimmer statt besser.
wird scheinbar immer schlimmer statt besser.
2. das
matz-bam 29.01.2013
Wundert mich nicht, ist ja auch von einem UnionsHoffnungsträger organisiert worden.
Zitat von sysopdapdDie Soldaten sind tief verunsichert, oft an der Grenze der Belastbarkeit: Der Wehrbeauftragte Königshaus zeichnet in seinem Jahresbericht ein düsteres Bild vom Zustand der Truppe. Bei der Abschaffung der Wehrpflicht, Kasernenschließungen und Umstrukturierungen seien erhebliche Fehler gemacht worden. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundeswehr-wehrbeauftragter-koenigshaus-ruegt-ueberbelastung-der-truppe-a-880199.html
Wundert mich nicht, ist ja auch von einem UnionsHoffnungsträger organisiert worden.
3. es geht um Freiwillige
Hilfskraft 29.01.2013
wenn denen das zuviel würde, könnten sie ja gehen. Eine BW ohne Soldaten wäre auch mal interessant.
wenn denen das zuviel würde, könnten sie ja gehen. Eine BW ohne Soldaten wäre auch mal interessant.
4. Überbelastung
Layer_8 29.01.2013
Stimmt! Ich war auch mal überbelastet. 1983/84. 15 Monate lang. Ständig das Seil zum Abseilen gesucht. Zwangsweise, per Gesetz. Die abendlichen Überbelastungen im Mannschaftsheim sind dabei hier noch nicht erwähnt. Nur [...]
Zitat von sysopdapdDie Soldaten sind tief verunsichert, oft an der Grenze der Belastbarkeit: Der Wehrbeauftragte Königshaus zeichnet in seinem Jahresbericht ein düsteres Bild vom Zustand der Truppe. Bei der Abschaffung der Wehrpflicht, Kasernenschließungen und Umstrukturierungen seien erhebliche Fehler gemacht worden. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundeswehr-wehrbeauftragter-koenigshaus-ruegt-ueberbelastung-der-truppe-a-880199.html
Stimmt! Ich war auch mal überbelastet. 1983/84. 15 Monate lang. Ständig das Seil zum Abseilen gesucht. Zwangsweise, per Gesetz. Die abendlichen Überbelastungen im Mannschaftsheim sind dabei hier noch nicht erwähnt. Nur noch die Vorgesetzten waren überbelasteter, bei ihrer vermutlichen Suche nach Intellekt. Die taten das aber freiwillig.
5. Soldaten
Koana 29.01.2013
die sich freiwillig rekrutieren lassen, kann es gar nicht mies genug gehen! Bevor man zum Bund geht, sollte man wirklich alles andere was irgend möglich und vertretbar erscheint versuchen! Droht dann tatsächlich Hartz IV, dann [...]
die sich freiwillig rekrutieren lassen, kann es gar nicht mies genug gehen! Bevor man zum Bund geht, sollte man wirklich alles andere was irgend möglich und vertretbar erscheint versuchen! Droht dann tatsächlich Hartz IV, dann muss man sich entscheiden, sich dem Fallmanger ausliefern (vielleicht hat man Glück und erwischt einen Menschen und keinen groben Untertan) oder eben ein Leben als ausgegliederter und Nichtkonsument fristen. Wer zum Bund geht um der Armut zu entgehen, der tut mir einfach leid, dass er die Armut so schrecklich empfindet, lieber u.U. als Mörder agieren zu müssen. Wer zum Bund aus Überzeugung geht, der versteht mich nicht und ich verstehe ihn nicht. Diesen Überzeugungstätern wünsche ich die denkbar dümmsten Vorgesetzen, so bleiben die ganzen Irren unter sich! Möge uns das Schicksal ersparen, dass sie bald auf uns losgelassen werden - leider sind andere Menschen inzwischen schon umittelbar mit diesen konditionierten Uniformträgern konfrontiert. Jedem Soldaten kann ich nur raten - quittier den Dienst und lebe als Mensch ein würdiges Leben - als Soldat wird das niemals möglich sein!

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