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04.02.2013
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Drittletzter Platz in Berlin

Wowereit stürzt in Umfrage dramatisch ab

DPA

Wowereit: Nur noch 32 Prozent der Berliner halten ihn für glaubwürdig

Das Debakel um den Berliner Großflughafen schadet dem Ansehen von Klaus Wowereit immer mehr. In einer Umfrage sackte der Regierende Bürgermeister auf den drittletzten Platz in der Hauptstadt ab. Nur zwei Piraten-Politiker sind noch unbeliebter als der SPD-Mann.

Berlin - Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) stürzt wegen des Flughafen-Debakels in der Wählergunst immer weiter ab. Bei einer Forsa-Umfrage für die "Berliner Zeitung" rutschte er in der Beliebtheit noch einmal um 0,3 Punkte auf einen Wert von minus 0,4 ab. Damit liegt Wowereit in dem Ranking auf dem drittletzten Platz. Mit Christopher Lauer und Andreas Baum sind lediglich zwei Politiker der Piratenpartei in der Hauptstadt noch unbeliebter.

Vor allem bei der Glaubwürdigkeit büßte der SPD-Regierungschef dramatisch 27 Punkte im Vergleich zum April 2011 ein. Nur noch 32 Prozent der 1007 befragten Berliner halten Wowereit für glaubwürdig.

Lediglich 60 Prozent halten den Bürgermeister für sympathisch (statt vorher 73 Prozent), nur noch 47 Prozent finden ihn kompetent (statt 64), nur noch 29 Prozent würden von dem Sozialdemokraten sagen, er stehe auf der Seite der "kleinen Leute" (statt 44). Zugelegt hat Wowereit dagegen bei negativen Zuschreibungen wie "launisch" und "sprunghaft".

Die Sozialdemokraten stehen allerdings zu ihrem Regierungschef: Unter SPD-Anhängern ist die Beurteilung Wowereits fast durchweg positiv - im Gegensatz zu den Christdemokraten, der Partei des Koalitionspartners.

Als Nachfolger Wowereits als Regierender Bürgermeister wünscht sich fast die Hälfte der Befragten (46 Prozent) Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos), der mit plus 1,0 die Beliebtheitsskala anführt.

als/dpa

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insgesamt 69 Beiträge
1. Wurde auch Zeit.
auweia 04.02.2013
Dummerweise sind die möglichen Ersatzleute (Hr. Saleh oder Hr. Stöß) fast noch schlimmer. Hr. Müller, Fr. Kolat oder Hr. Nußbaum hätten gegenwärtig keine Mehrheit. Die CDU mit Hr. Henkel dümpelt bei 24 %, auch von da gibt's [...]
Zitat von sysopDas Debakel um den Berliner Großflughafen schadet dem Ansehen von Klaus Wowereit immer mehr. In einer Umfrage sackte der Regierende Bürgermeister auf den drittletzten Platz in der Hauptstadt ab. Nur zwei Piraten-Politiker sind noch unbeliebter als der SPD-Mann. Umfrage: Wowereit stürzt in Berlin auf drittletzten Platz ab - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/umfrage-wowereit-stuerzt-in-berlin-auf-drittletzten-platz-ab-a-881321.html)
Dummerweise sind die möglichen Ersatzleute (Hr. Saleh oder Hr. Stöß) fast noch schlimmer. Hr. Müller, Fr. Kolat oder Hr. Nußbaum hätten gegenwärtig keine Mehrheit. Die CDU mit Hr. Henkel dümpelt bei 24 %, auch von da gibt's keine Rettung. Grüne, Linke und Piraten werden den Bürgermeister nicht stellen und die FDP ist noch nicht mal mehr im Abgeordnetenhaus. Daher: Berlin unter Bundeskuratel stellen und einen Konkursverwalter einsetzen.
2. Wenn juckt das?
joergb. 04.02.2013
Da haben wir sie wieder, die tägliche Wasserstandsmelung. Da kann der Soverän jede Woche seine Stimmung wiedergeben, aber seine Stimme hat er bereits vor einem Jahr vereilt. Die Frage ist doch wohl, was bringen uns diese [...]
Da haben wir sie wieder, die tägliche Wasserstandsmelung. Da kann der Soverän jede Woche seine Stimmung wiedergeben, aber seine Stimme hat er bereits vor einem Jahr vereilt. Die Frage ist doch wohl, was bringen uns diese Meinungsumfrage und welchen wirklichen Nutzen haben diese für das Volk? Antwort: Keinen wirklichen Nutzen für das Gemeinwohl, ausser das hier volkswirtschaftliche Resurcen unnötig verbrannt werden!
3. Ein Desaster - In Berlin hilft nur Privatisieren!
FreeEurope 04.02.2013
Was sind die Alternativen in Berlin? Wahrscheinlich sind es nicht nur die Köpfe - auch im Mittelbau scheint sich der Schlendrian breit gemacht zu haben. Am Besten man privatisiert den Flughafen und viele andere Dinge. Einfach [...]
Was sind die Alternativen in Berlin? Wahrscheinlich sind es nicht nur die Köpfe - auch im Mittelbau scheint sich der Schlendrian breit gemacht zu haben. Am Besten man privatisiert den Flughafen und viele andere Dinge. Einfach alles an einen Großkonzern vergeben - der für das Gesamtpaket incl Betrieb verantwortlich ist. Dann zahlt der Konzern wenn es schief läuft. Die Stadt Berlin kann ja ruhig an den Gewinnen beteiligt sein - sollte jedoch keine Mehrheit haben - und Arbeitsbedingungen überwachen (Mindestlohn etc) http://www.welt.de/politik/ausland/article113222189/Die-Deutschen-sind-faul-geworden-die-Inder-fleissig.html
4.
husker 04.02.2013
Wowis Beliebtheit habe ich ja noch nie verstanden. Muss wohl eine Berliner Eigenart sein, sowas gut zu finden. Und das sage ich als Sozialer.
Wowis Beliebtheit habe ich ja noch nie verstanden. Muss wohl eine Berliner Eigenart sein, sowas gut zu finden. Und das sage ich als Sozialer.
5. Noch nicht alle verstanden?
enivid 04.02.2013
Erschreckend finde ich nach einer so langen desolaten Regierungszeit von Herrn Wowereit, dass so viele Berliner es immer noch nicht verstanden haben was dieser Mann alles falsch macht.
Erschreckend finde ich nach einer so langen desolaten Regierungszeit von Herrn Wowereit, dass so viele Berliner es immer noch nicht verstanden haben was dieser Mann alles falsch macht.

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Berliner Flughafen - eine Chronologie

Die Idee für einen einzigen Berliner Großflughafen, der die Airports in Tegel, Tempelhof und Schönefeld ersetzen soll, entstand bereits kurz nach dem Mauerfall. Doch mehr als 23 Jahre nach der Wende ist der Flughafen noch immer nicht in Betrieb - die Eröffnung muss immer wieder verschoben werden.
Dezember 1991
Die Berlin Brandenburg Flughafen Holding (BBF) wird gegründet. Gesellschafter sind die Länder Berlin und Brandenburg.
Januar 1992
Die Planungen für den Airport starten unter dem Projektnamen Berlin Brandenburg International, BBI.
Juni 1996
Die Gesellschafter entscheiden sich für den Ausbau des Flughafens Schönefeld und die Schließung der Flughäfen Tegel und Tempelhof.
August 2004
Das Genehmigungsverfahren geht zu Ende, im Planfeststellungsbeschluss gibt es grünes Licht für BBI - es kann unter Auflagen gebaut werden. Im Oktober reichen Tausende Gegner beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig Klagen ein.
April 2005
Das Bundesverwaltungsgericht gibt Eilanträgen mehrerer Anwohner statt - und verhängt einen weitgehenden Baustopp bis zu seiner endgültigen Entscheidung. Zulässig sind nur Bauvorbereitungen.
März 2006
Das Gericht genehmigt in letzter Instanz den Bau des BBI unter verschärften Lärmschutzauflagen.
Juli 2008
Der erste Spatenstich für den Flughafen-Terminal wird gesetzt.
Oktober 2008
Nach 85 Jahren Betriebszeit macht der Flughafen Tempelhof dicht.
Juni 2010
Wegen der Pleite einer Planungsfirma und verschärften Sicherheitsbestimmungen wird die für November 2011 geplante Eröffnung des Flughafens auf den 3. Juni 2012 verschoben. Doch auch dieser Termin wird sich nicht halten lassen.
September 2010
Die Deutsche Flugsicherung legt einen ersten Flugrouten-Vorschlag vor. Tausende Betroffene gehen dagegen auf die Straße. Es gibt neue Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss.
Oktober 2011
Das Bundesverwaltungsgericht gibt grünes Licht für nächtliche Flüge in den Randzeiten. Der Airport kann ohne weitere Einschränkungen an den Start gehen.
Januar 2012
Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung legt die Flugrouten fest und folgt im Wesentlichen einem Vorschlag der Fluglärmkommission aus Gemeinde- und Airline-Vertretern. Am Müggelsee geht der Protest weiter. Initiativen kündigen weitere Klagen an.
Mai 2012
Vier Wochen vor dem Termin wird wegen Problemen die Eröffnung des Flughafens wieder abgesagt. In der darauffolgenden Woche verschiebt der Aufsichtsrat die Eröffnung auf den 17. März 2013. Chef-Planer Manfred Körtgen wird entlassen.
Juni 2012
Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg entscheidet, dass die Anwohner des Flughafens ein Recht auf besseren Schallschutz haben. Für die Betreiber bedeutet das weitere Kosten. Am 22. Juni entscheidet der Aufsichtsrat, den Starttermin 17. März erneut zu prüfen und im August darüber zu entscheiden. Der Flughafen soll gut eine Milliarde Euro teurer werden als geplant und insgesamt mehr als vier Milliarden Euro kosten.
September 2012
Der Termin im Frühjahr 2013 wird ebenfalls gestrichen, weil die Arbeiten mehr Zeit brauchen. Der neue Technikchef Horst Amann hält eine Eröffnung des Flughafens Ende Oktober 2013 für machbar. Außerdem fallen mehr Kosten an: Es gibt eine Finanzlücke von rund 1,2 Milliarden Euro, die Berlin, Brandenburg und der Bund gemeinsam füllen müssen. Das Geld soll für Baumaßnahmen, den Lärmschutz und Mehrkosten durch die Verschiebung ausgegeben werden. Damit sind die Gesamtkosten auf rund 4,3 Milliarden Euro gestiegen.
Dezember 2012
Mehrere Gutachten werden bekannt, laut denen der Flughafen für die Zahl der erwarteten Passagiere zu klein geplant ist. Sowohl die Check-in-Schalter als auch die Gepäckbänder sollen schon bei der Inbetriebnahme des Flughafens voll ausgelastet sein.
Januar 2013
Wowereit kündigt an, das Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden der Flughafengesellschaft an Platzeck abzugeben, nachdem der neue Technikchef Horst Amann den Eröffnungstermin im Oktober 2013 als nicht mehr haltbar bezeichnet hat. Auf einer vorgezogenen Aufsichtsratssitzung am 16. Januar soll auch über eine mögliche Ablösung von Flughafen-Chef Rainer Schwarz beraten werden. Grund für die neuen Verzögerungen sollen Medienberichten zufolge Baufehler insbesondere beim Brandschutz sein.

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