04.02.2013
Schwarz-Gelb
Streit über Studiengebühren belastet Koalition in Bayern
CSU-Chef Seehofer (am Montag in München): Druck auf die FDP bei Studiengebühren
München - Im festgefahrenen Koalitionsstreit über die Abschaffung der Studiengebühren in Bayern erhöht die CSU mit einem neuen Vorstoß den Druck auf die FDP: Sie will das Aus für die Gebühren im Landtag besiegeln, den Hochschulen die wegfallenden Einnahmen aber voll erstatten. Mit diesem Vorschlag gehe man nun in die Verhandlungen mit der FDP, kündigte Ministerpräsident Horst Seehofer nach einer CSU-Vorstandssitzung an.
Bayern ist neben Niedersachsen - wo Rot-Grün die Beiträge abschaffen will - das letzte Bundesland, das noch Studiengebühren erhebt. Nach dem erfolgreichen Volksbegehren gegen die Gebühren will die CSU aber alles tun, um zu vermeiden, dass es darüber zum Volksentscheid kommt. Dazu müsste der Landtag die Gebühren schon vorher abschaffen. Der Koalitionspartner FDP lehnt dies jedoch strikt ab. Wie der Disput gelöst werden kann, war am Montag unklar.
Seehofer hatte bereits am Wochenende die FDP unter Zeitdruck gesetzt. "Ende nächster Woche wird Klarheit herrschen, auf welchem Weg wir die Studiengebühren abschaffen - im Landtag oder durch Volksentscheid", hatte er SPIEGEL ONLINE gesagt. Ihm sei es am liebsten, "wenn wir mit der FDP zu einer Lösung kommen". Doch wenn dies nicht möglich sei, "werden wir einen anderen Weg finden".
Auch nach der Präsidiumssitzung am Montag sagte der CSU-Chef, er setze weiter auf eine Einigung mit der FDP. "Ich werde alles dafür tun, dass es auch zu einer einvernehmlichen Lösung kommt." Die CSU sei an einer weiteren, guten Zusammenarbeit mit den Liberalen interessiert. FDP-Landtagsfraktionschef Thomas Hacker betonte dagegen, die Liberalen wollten dem Volk die Chance geben, bei einem Volksentscheid seine Meinung zu äußern. Die FDP spielt mit dem Gedanken, als einzige Partei, die für Studiengebühren trommelt, in den Landtagswahlkampf zu ziehen.
Die CSU fürchtet die Kampagne vor einem Volksentscheid, der dann im Umfeld der Landtagswahl Mitte September stattfinden könnte. An dem Volksbegehren gegen die Studiengebühren hatten sich 14,4 Prozent der Wahlberechtigten beteiligt. Umfragen zufolge wollen aber sogar bis zu drei Viertel der Bürger eine Abschaffung der Gebühren.
fab/dpa