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15.02.2013
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Kanzler-Duell im TV

ProSiebenSat.1 schickt Raab zu Merkel und Steinbrück

dapd

Moderator Raab: "Bin der Sache intellektuell gewachsen"

Die Pläne werden immer konkreter: Stefan Raab wird wohl zu den Moderatoren des TV-Duells zwischen Kanzlerin Merkel und Herausforderer Steinbrück gehören. Die Sendergruppe ProSiebenSat.1 kündigte an, Raab sei ihr Mann für die Sendung.

Berlin - "Schlag den Raab", Eurovision Song Contest, "Wok WM" - und im Herbst das Kanzler-Duell. Stefan Raab mutiert zur Allzweckwaffe im deutschen TV. Der 46-Jährige soll das TV-Duell zwischen Kanzlerin Angela Merkel und Kandidat Peer Steinbrück für die Senderfamilie ProSiebenSat.1 moderieren. Die dpa berichtete am Freitag, ein Konzernsprecher habe das bestätigt. "Stefan Raab ist unser Mann für das Kanzlerduell. Es ist unser Anliegen, mit einer solchen Sendung mehr junge Zuschauer zu erreichen als bisher", zitiert die Nachrichtenagentur den Sprecher.

Raab selber zeigte sich gewohnt selbstbewusst. Sorgen um Seriosität müsse sich niemand machen, betonte er gegenüber dem Branchendienst dwdl.de. "Ich habe mir gestern bei YouTube nochmal Teile des letzten Kanzlerduells angeschaut. Schon in den ersten zehn Minuten gab es den Versuch eines Pointenfeuerwerks seitens der Moderatoren", sagte Raab. "Wenn, dann kehrt mit mir die Seriosität zurück!", kalauerte er.

Sowohl Merkel als auch Steinbrück wollen Raab als Moderator akzeptieren. Die Kanzlerin ließ am Freitag ausrichten, dass sie sich nicht in die Entscheidung um die Moderation der Sendung einmischen will. Sie spreche sich weder für noch gegen einen bestimmten Moderator aus, betonte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Die Journalisten, die die Fragen stellen, würden selbstverständlich von den Fernsehsendern benannt.

Für Steinbrück, der Raab ursprünglich abgelehnt hatte, gibt es damit kein Zurück mehr - er machte seine Zustimmung nämlich vom Ja der Kanzlerin abhängig. "Wenn Angela Merkel (...) auch mit Stefan Raab einverstanden ist, wird es so geschehen", sagte der SPD-Kandidat der "Bild"-Zeitung vom Freitag. Auch er verwies auf das Vorschlagsrecht der Sender.

Raab will an den Katzentisch

Wenige Tage zuvor, als der frühere CSU-Chef Edmund Stoiber den erfolgreichen Fernsehmoderator im SPIEGEL ins Gespräch gebracht hatte, klang das noch ganz anders. Da hatte sich Steinbrück nämlich strikt gegen Raab ausgesprochen. Seine Begründung lautete: "Politik ist keine Unterhaltungssendung, sondern ein ernstes Geschäft." Raab beteuert jedoch: "Ich will aus dem TV-Duell auch gar keine Unterhaltungsshow machen." Er werde am "journalistischen Katzentisch" Platz nehmen und Fragen stellen. "Ich bin mir der Verantwortung bewusst und glaube, dieser Sache intellektuell gewachsen zu sein."

Raabs Popularität gründet zwar auf Unterhaltungsshows wie "Schlag den Raab" und "TV total", aber mit seiner neuen Sendung "Absolute Mehrheit", die an diesem Sonntag zum zweiten Mal läuft, begab sich der 46-Jährige rechtzeitig zur Bundestagswahl auch auf das Gebiet der Polit-Talkshow. Er will damit vor allem sein jugendliches Publikum für politische Themen gewinnen. Zumindest das ist Raab bereits gelungen: Als seine Polit-Show im vergangenen November Premiere feierte, schaltete sich aus der Gruppe der 14- bis 29-Jährigen fast jeder Vierte zu.

Allerdings gibt es Vorbehalte gegen Raab - nicht nur in der Politik, sondern auch in der Bevölkerung. Die Kritiken der ersten Ausgabe seiner Sendung "Absolute Mehrheit" waren durchwachsen. Bei einer repräsentativen Umfrage des Online-Marktforschungsinstituts Mafo für die Online-Ausgabe des "Handelsblatts" waren 64 Prozent gegen eine Beteiligung des Entertainers am Kanzlerduell. Selbst bei den 18- bis 30-Jährigen waren 52,6 Prozent gegen Raab.

Bei der Bundestagswahl 2009 gab es ein gemeinsames TV-Duell von ARD, ZDF, RTL und Sat.1, wo jeder der vier Sender einen Journalisten benannte. Ob das in diesem Jahr genauso sein wird, ist noch nicht geklärt. Steinbrück wirbt für zwei Duelle: eines im Privatfernsehen und eines bei den Öffentlich-Rechtlichen. Merkel-Sprecher Seibert betonte hingegen wiederholt, es gebe keinen Grund, von der bewährten Tradition abzuweichen, alle großen Themen in einer einzigen Sendung zu debattieren. Auch der Termin für ein TV-Duell scheint noch nicht in trockenen Tüchern zu sein: Während die "Bild"-Zeitung berichtet, der 8. September stehe bereits fest, versicherte Seibert, der Zeitpunkt müsse noch geklärt werden.

ler/dpa/AFP

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insgesamt 171 Beiträge
1. keine gute idee
dorfeller 15.02.2013
ich finde stefan raab ist wirklich ein guter Entertainer und ich finde auch seine shows alle gut, aber seine talksendung war sowas von erbärmlich das ist doch nicht tragbar für so eine Angelegenheit. Die politikverdrossenheit [...]
ich finde stefan raab ist wirklich ein guter Entertainer und ich finde auch seine shows alle gut, aber seine talksendung war sowas von erbärmlich das ist doch nicht tragbar für so eine Angelegenheit. Die politikverdrossenheit der jugend wird sich doch nicht ändern weil Stefan raab der Moderator ist. Ich hoffe das es da ne andere Lösung für gibt oder sicher gestellt werden muss, das er sich benimmt.
2. Armes Deutschland
hugocmeier 15.02.2013
Ob Raab intellektuell geeignet ist einer Elephanenrunde beizuwohnen, möchte ich nicht beurteilen, ob er allerdings die deutsche Bevölkerung angemessen repräsentiert, bezweifle ich. Auf mich macht er in fast allen Sendungen, die [...]
Ob Raab intellektuell geeignet ist einer Elephanenrunde beizuwohnen, möchte ich nicht beurteilen, ob er allerdings die deutsche Bevölkerung angemessen repräsentiert, bezweifle ich. Auf mich macht er in fast allen Sendungen, die ich gesehen habe, einen vollkommen unreifen, unerzogenen und rücksichtslosen Eindruck, so als ließe die Kinderstube zu wünschen übrig - vollkommen ungeeignet. Deutschland, wir können besser.
3.
karlisan 15.02.2013
Na dann fehlen ja nur noch Harald Schmidt, Oliver Geissen und Jörg Pilawa. Schade das ProSiebenSat1 die eigene PR wichtiger ist als ein inhaltlich anstatt unterhaltungsshowmäßigs Fernsehduell. Man mag Herrn Raab ja so einige [...]
Na dann fehlen ja nur noch Harald Schmidt, Oliver Geissen und Jörg Pilawa. Schade das ProSiebenSat1 die eigene PR wichtiger ist als ein inhaltlich anstatt unterhaltungsshowmäßigs Fernsehduell. Man mag Herrn Raab ja so einige Talente nachsagen (können), aber Politik- bzw. Gesellschaftsjournalismus gehören für mich absolut nicht dazu. Solche Duelle sollen kein Happening sein, sondern zwei Menschen sollen Antworten geben auf die politischen und gesellschaftlichen Fragen der Zeit, damit sich die Bürger eine eigene Meinung bilden können.
4.
karlisan 15.02.2013
Na dann fehlen ja nur noch Harald Schmidt, Oliver Geissen und Jörg Pilawa. Schade das ProSiebenSat1 die eigene PR wichtiger ist als ein inhaltlich anstatt unterhaltungsshowmäßigs Fernsehduell. Man mag Herrn Raab ja so einige [...]
Na dann fehlen ja nur noch Harald Schmidt, Oliver Geissen und Jörg Pilawa. Schade das ProSiebenSat1 die eigene PR wichtiger ist als ein inhaltlich anstatt unterhaltungsshowmäßigs Fernsehduell. Man mag Herrn Raab ja so einige Talente nachsagen (können), aber Politik- bzw. Gesellschaftsjournalismus gehören für mich absolut nicht dazu. Solche Duelle sollen kein Happening sein, sondern zwei Menschen sollen Antworten geben auf die politischen und gesellschaftlichen Fragen der Zeit, damit sich die Bürger eine eigene Meinung bilden können.
5. drei lose kanonen
OTTERBIENE 15.02.2013
die sich ohne feindberührung durch die bordwand schicken wollen. was soll das?
die sich ohne feindberührung durch die bordwand schicken wollen. was soll das?

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