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18.02.2013
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Mission in Westafrika

Bundesregierung will bis zu 330 Soldaten für Mali-Einsatz

Von
DPA/Bundeswehr

Bundeswehr-Soldaten in Bamako: Rahmen für Mali-Einsatz steht

Die Bundesregierung strebt zwei getrennte Bundestagsmandate für den geplanten Einsatz in Mali an. Für die Ausbildungsmission der EU will Berlin bis zu 180 Soldaten bereitstellen, weitere 150 Mann sollen die Logistik unterstützen.

Berlin - Mit zwei getrennten Bundestagsmandaten will die Bundesregierung die Teilnahme der Bundeswehr an der multinationalen Mission im westafrikanischen Krisenland Mali ermöglichen. Nach Informationen aus Regierungskreisen soll ein Mandat die Unterstützung der EU-Ausbildungsmission für die malische Armee durch bis zu 180 deutsche Soldaten erlauben. Ein zusätzliches Mandat sieht die Hilfe von bis zu 150 Soldaten bei der Logistik für die internationale Militärmission und die Betankung französischer Kampfjets durch die Bundeswehr vor.

Bereits am Dienstagmorgen soll das Kabinett der schwarz-gelben Regierung über die beiden Mandate entscheiden, bis Ende Februar soll dann der Bundestag über die Mission beraten. Am Montag hatte die EU offiziell den Start der europäischen Trainingsmission beschlossen. Bis zu 480 Trainer sollen die desolaten Sicherheitskräfte in den kommenden Monaten ausbilden und bei der Führung von eigenständigen Operationen unterstützen. Ausdrücklich ausgeschlossen ist die Teilnahme der Trainer an Kampfmission in Mali selber.

Die überraschend hohe Zahl von 180 Soldaten für die Trainingsmission wurde in Regierungskreisen damit begründet, dass man einen größeren Puffer beim Personal in das Mandat eingebaut habe. Am Boden werden demnach nur rund 40 Militärausbilder an der Mission teilnehmen, weitere 40 Sanitätssoldaten sollen in Mali ein Feldlazarett aufbauen. Da die Lage in Mali von der Versorgung der Soldaten bis hin zu deren Transport aber sehr fragil sei, habe man eine Reserve von weiteren 100 Soldaten eingebaut. Damit will man flexibler reagieren können.

Neben den Ausbildern will Deutschland auch logistisch sowohl bei der französischen Militärmission als auch beim Aufstocken der afrikanischen Kräfte vor Ort helfen. Für den Transport afrikanischer Truppen aus der Region und innerhalb Malis stellt die Bundeswehr deswegen wie bisher drei Transall-Flugzeuge bereit. Zudem soll ein Airbus vorgehalten werden, um französische Flugzeuge in der Luft zu betanken. Die Obergrenze für diesen Einsatz liegt laut dem Mandat einschließlich eines Puffers bei 150 Soldaten.

In der Regierung wird mit einer breiten Zustimmung für die beiden Mandate im Bundestag gerechnet. Für den Mandatszeitraum von einem Jahr rechnet die Regierung mit Kosten von rund 13 Millionen Euro für die Hilfe beim Lufttransport und der Betankung, das Budget für die deutsche Teilnahme an der Ausbildungsmission beziffert sich laut Mandatspapier auf rund 42 Millionen Euro.

Forum

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insgesamt 39 Beiträge
1. ich glaub es hackt ..
b20a9 18.02.2013
Erstmal eine Sache zuende bringen bitte und endlich aus Afghanistan rauss!
Erstmal eine Sache zuende bringen bitte und endlich aus Afghanistan rauss!
2. Titel
wahrheitsuchender 18.02.2013
Nun also doch... wer hätte das gedacht!!!!! Das hat Deutschland auch nicht selber entschieden.
Nun also doch... wer hätte das gedacht!!!!! Das hat Deutschland auch nicht selber entschieden.
3. Die Mali-Armee ist eine Söldner- und Berufsarmee
seneca55 18.02.2013
und zuerst eine Palastwache von 4. - 7.000 Mann max! des Putschistenregimes in Bamako am Niger-Strom. Was will man die sich meistens selbst in Bamako beschießenden Einheiten noch lehren? Deutschland soll denen ihren Sold zahlen, [...]
und zuerst eine Palastwache von 4. - 7.000 Mann max! des Putschistenregimes in Bamako am Niger-Strom. Was will man die sich meistens selbst in Bamako beschießenden Einheiten noch lehren? Deutschland soll denen ihren Sold zahlen, dann werden sie schon auf die Pirsch im Norden gehen.
4. Immer schön der Reihe nach(?)
weltoffener_realist 18.02.2013
Gut gut. Das sagen wir der Freiwilligen Feuerwehr dann auch, wenn die gerade irgendwo beim Löscheinsatz festhängt und Ihr Haus ebenfalls zu brennen beginnt: "Jungs, immer schön der Reihe nach".
Zitat von b20a9[b]ich glaub es hackt ..[b] Erstmal eine Sache zuende bringen bitte und endlich aus Afghanistan rauss!
Gut gut. Das sagen wir der Freiwilligen Feuerwehr dann auch, wenn die gerade irgendwo beim Löscheinsatz festhängt und Ihr Haus ebenfalls zu brennen beginnt: "Jungs, immer schön der Reihe nach".
5. Mali soll's wenden?
ditta 18.02.2013
Der erschreckend unqualifizierte, unüberlegte und strategisch kontraproduktive militärische Einsatz gegen die „Islamisten“ in Mali durch unsere Politik, die uns weismachen will, die Sicherheit unserer Bunten Republik Deutschland [...]
Der erschreckend unqualifizierte, unüberlegte und strategisch kontraproduktive militärische Einsatz gegen die „Islamisten“ in Mali durch unsere Politik, die uns weismachen will, die Sicherheit unserer Bunten Republik Deutschland hinge einzig daran, kann nur durch die fatale Wahrnehmung des noch fataleren Scheiterns bisheriger kostspieliger Auslandsmissionen gespeist sein, deren Zahl erhöht statt reduziert wird. Vielleicht klappt es doch endlich im maroden Mali mal? Typische Spieler- und Looser-Mentalität! Militärische „Beratung“ in Mali ist doch nur wieder eine Fortsetzung der Rüstungslobby direkt vor Ort. Könnten sich unsere oberen Polit-Akteure vielleicht doch einmal bequemen, fachlichen Rat wirklicher Experten einzuholen? Wozu sitzen diese in Gremien, Stiftungen, akademischen Einrichtungen, durchaus nicht prekär ausgerüstet, und weitgehend öffentlichkeitsfern? Sollten diese nicht einmal eine Stellungnahme im Bundestag abgeben dürfen? Oder trauen sie sich nicht, dort Klartext zu reden?

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