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23.02.2013
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Atommüll

Neue Regierung in Niedersachsen will Asse räumen

DPA

Bergleute in der Asse (Archivbild): Landesregierung verspricht Rückholung

Alles muss raus: Der neue Ministerpräsident von Niedersachsen Stephan Weil kündigt die komplette Räumung des Atommülllagers Asse an. Das extrem aufwendige Vorhaben ist unter Experten umstritten.

Hamburg - Niedersachsens neuer Ministerpräsident Stephan Weil will das marode Atommülllager im niedersächsischen Bergwerk Asse II bei Wolfenbüttel räumen lassen. Das kündigte der SPD-Politiker in der "Welt" an.

Auf die Frage, ob man die dort lagernden Fässer mit radioaktivem Material herausholen oder sie angesichts der mit einer Räumung verbundenen Umweltgefahren lieber in dem Bergwerk lassen sollte, sagte Weil: "Mein Stand, auch nach Gesprächen mit dem zuständigen Bundesamt für den Strahlenschutz, ist: Rausholen ist allemal die sicherere Methode."

Die Fraktionen des Bundestags hatten sich bereits im Dezember für eine schnelle Rückholung des Mülls ausgesprochen. Zwischen den Jahren 1967 und 1978 waren rund 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Müll in die Asse gebracht worden, und zwar - wie sich später herausstellte - äußerst schlampig. Nun läuft das Bergwerk voller Wasser. Momentan sind Experten damit beschäftigt, sich einen Überblick über den Müll zu verschaffen, zum Teil haben sich die Kammern in dem Salzstock verschoben.

Weil äußerte sich auch zum Thema Gorleben. In der Debatte um ein neues Gesetz zur Suche eines Endlagers zeigte er sich offen für vorbehaltlose Verhandlungen mit dem Bund und den anderen Ländern: "Wir werden über jeden Vorschlag reden, der uns auf den Tisch gelegt wird", sagte der SPD-Politiker. Das gelte auch für den Fall, dass der Standort Gorleben nicht von vornherein ausgeschlossen werde. Allerdings werde man "keinem Vorschlag zustimmen, der Gorleben beinhaltet".

Klar sei aber auch, dass für den Fall, dass bei einer neuen ergebnisoffenen Suche wieder ein Standort in Niedersachsen ausgewählt werde, das Land diesem Ergebnis zustimmen würde. "Niedersachsen hat kein Recht, sich aus dem Prozess einer ergebnisoffenen Suche auszuklinken."

ore/dpa

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insgesamt 192 Beiträge
1. Vernünftig
haarer.15 23.02.2013
Asse II muss zwingend geräumt werden. Der marode Salzstock läuft mit den schlampig eingelagerten radioaktiven Fässern ist nicht dicht. Alles andere wäre ja wohl unverantwortlich. Gut, dass die neue Regierung jetzt auch bei [...]
Asse II muss zwingend geräumt werden. Der marode Salzstock läuft mit den schlampig eingelagerten radioaktiven Fässern ist nicht dicht. Alles andere wäre ja wohl unverantwortlich. Gut, dass die neue Regierung jetzt auch bei Gorleben Druck macht. Bis jetzt trat man doch immer auf der Stelle.
2.
no-panic 23.02.2013
Zwei Sätze, die das wirkliche Grauen belegen: Wir sind einfach nicht fähig, Verantwortung zu übernehmen für unser Handeln und für unsere Nachkommen. Ich wünsche Herrn Weil, daß er die Kraft hat, gegen [...]
Zitat von sysopDPAAlles muss raus: Der neue Ministerpräsident von Niedersachsen Stephan Weil kündigt die komplette Räumung des Atommülllagers Asse an. Das extrem aufwendige Vorhaben ist unter Experten umstritten. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/atommuell-niedersachsen-will-asse-raeumen-a-885119.html
Zwei Sätze, die das wirkliche Grauen belegen: Wir sind einfach nicht fähig, Verantwortung zu übernehmen für unser Handeln und für unsere Nachkommen. Ich wünsche Herrn Weil, daß er die Kraft hat, gegen die mächtigen Interessen derer, die den Müll zu verantworten haben, anzukämpfen. Es wird sicher nicht leicht werden.
3. Ist da nicht im Altmeier Ministerium der Abteilungsleiter das Problem?
wolfi55 23.02.2013
Mir ist so, als ob das aus dem Altmeier Ministerium torpediert wird und zwar von einem Abteilungsleiter, der auch schon als Atomlobbyist arbeitete, als er von rot/grün in den Ruhestand.versetzt war.
Mir ist so, als ob das aus dem Altmeier Ministerium torpediert wird und zwar von einem Abteilungsleiter, der auch schon als Atomlobbyist arbeitete, als er von rot/grün in den Ruhestand.versetzt war.
4.
deeco85 23.02.2013
Zwischen den Jahren 1967 und 1978 waren rund 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Müll in die Asse gebracht worden Warum nicht die räumen lassen, die es zu verantworten haben? wenn sie denn noch leben... [...]
Zwischen den Jahren 1967 und 1978 waren rund 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Müll in die Asse gebracht worden Warum nicht die räumen lassen, die es zu verantworten haben? wenn sie denn noch leben... Ansonsten geb ich Weil recht, raus mit dem Müll,irgendwie, bevor sich in 100jahren unsere Kinder mit dem Problem befassen dürfen, so wie wir jetzt!
5. SPON Journalismus...
ir² 23.02.2013
Titel: Atommüll: Neue Regierung in Niedersachsen *will Asse räumen* Text: "Mein Stand, auch nach Gesprächen mit dem zuständigen Bundesamt für den Strahlenschutz, ist: *Rausholen ist allemal die sicherere [...]
Zitat von sysopDPAAlles muss raus: Der neue Ministerpräsident von Niedersachsen Stephan Weil kündigt die komplette Räumung des Atommülllagers Asse an. Das extrem aufwendige Vorhaben ist unter Experten umstritten. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/atommuell-niedersachsen-will-asse-raeumen-a-885119.html
Titel: Atommüll: Neue Regierung in Niedersachsen *will Asse räumen* Text: "Mein Stand, auch nach Gesprächen mit dem zuständigen Bundesamt für den Strahlenschutz, ist: *Rausholen ist allemal die sicherere Methode."* Die Fraktionen des Bundestags hatten sich bereits im Dezember für eine schnelle Rückholung des Mülls* ausgesprochen*. Der Mann erneuert nur eine alte politische Forderung. Raus holt die Regierung faktisch kein einziges Faß....

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