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29.03.2013
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Fraktionsübergreifende Gespräche

Unionspolitikerinnen kämpfen für Gesetz zur Frauenquote

Frank Baquet

CDU-Parlamentarierin Winkelmeier-Becker: Kampf für die Frauenquote

Nach SPIEGEL-Informationen laufen derzeit vertrauliche Gespräche: Eine Gruppe von Unionspolitikerinnen setzt im Bundestag auf eine fraktionsübergreifende Mehrheit für eine Frauenquote. Ein Erfolg würde zur Belastung für die schwarz-gelbe Koalition - die FDP ist strikt gegen eine Quote.

Hamburg - Der Streit um die Frauenquote kann im Wahljahr zu einer Gefahr für den Bestand der schwarz-gelben Koalition werden. Eine Gruppe um die CDU-Bundestagsabgeordnete Elisabeth Winkelmeier-Becker versucht nach SPIEGEL-Informationen derzeit in vertraulichen Gesprächen, eine parlamentsübergreifende Mehrheit für ein Gesetz zu organisieren. In Kreisen der Fraktion heißt es, Winkelmeier-Becker habe bereits mehr als zehn Verbündete auf ihrer Liste, die bereit seien, zusammen mit SPD, Linkspartei und Grünen für eine Quote zu votieren - unter anderem auch Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU).

Um eine Mehrheit für die Quote zu erreichen, müssten bei der geplanten Abstimmung am 18. April insgesamt 21 Abgeordnete der Koalition mit der Opposition stimmen. Sollte eine gesetzliche Quote im Bundestag tatsächlich eine Mehrheit finden, wäre dies eine Brüskierung der Liberalen, die sich mehrmals klipp und klar dagegen ausgesprochen haben. Außerdem wäre Frauenministerin Kristina Schröder (CDU) kaum noch im Amt zu halten, weil auch sie gegen eine starre Quote ist.

Im Kanzleramt heißt es, man könne die CDU-Frauen nur dazu aufrufen, zur Vernunft zu kommen. Die Anhängerinnen der Quote wollen sich nicht unter Druck setzen lassen: "Es kann nicht sein, dass die einzige frauenpolitische Leistung dieser Legislatur das Betreuungsgeld ist", sagt eine von ihnen. Unterstützung kommt von Sachsen-Anhalts Ministerpräsidenten Reiner Haseloff (CDU): "Mit dem Weg der Selbstverpflichtung der Wirtschaft sind wir bislang nicht viel weiter gekommen."

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insgesamt 152 Beiträge
1.
hellknight 29.03.2013
Natürlich habe ich absolut nichts gegen Frauen in solche Positionen. Aber die Frauenquote, wo ein bestimmter Zahlenverhältnis aufgezwungen wird, halte ich für unnötig und hohl. Man braucht einfach nur Männer vs. Frauen [...]
Zitat von sysopFrank BaquetNach SPIEGEL-Informationen laufen derzeit vertrauliche Gespräche: Eine Gruppe von Unionspolitikerinnen setzt im Bundestag auf eine fraktionsübergreifende Mehrheit für eine Frauenquote. Ein Erfolg würde zur Belastung für die schwarz-gelbe Koalition - die FDP ist strikt gegen eine Quote. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/unionspolitikerinnen-kaempfen-fuer-gesetz-zur-frauenquote-a-891590.html
Natürlich habe ich absolut nichts gegen Frauen in solche Positionen. Aber die Frauenquote, wo ein bestimmter Zahlenverhältnis aufgezwungen wird, halte ich für unnötig und hohl. Man braucht einfach nur Männer vs. Frauen abzuschaffen, die Positionen geschlechtsneutral auszustatten und der Rest erledigt sich von alleine. Wie Männer haben Frauen eben auch andere Vorstellungen. Diese Frauenquoten verschlimmbessern nur noch. Ich glaube sogar, das diskriminiert eher die Frauen. Normal stehende Frauen werden dann bevorurteilt und in derselbe Ecke gestelt, wo dort Frauen nach mehr Rechte, aber weniger Pflichte schreien. Und das ist ganz gewiss nicht die Mehrheit...laut meine Erfahrungen nach Gespräche mit einige Frauen wollen die meisten einfach nur gleichgestellt gegenüber und gleiche Möglichkeiten wie Männer haben, nicht mehr.
2. Die "Quotentussi" ist ...
Worldwatch 29.03.2013
... einen Beleidigung fuer all die Frauen in Fuehrungspostitionen, die sich diese Posten erarbeitet haben. So unsinnig, wie jede andere Subventions-Quote auch.
... einen Beleidigung fuer all die Frauen in Fuehrungspostitionen, die sich diese Posten erarbeitet haben. So unsinnig, wie jede andere Subventions-Quote auch.
3. Auf dem Weg
eurorentner 29.03.2013
zu einer DDR2.0 ist es dringend notwendig, ständig neue Zwangsmaßnahmen ein zu führen. Wie schön, dass sich fast alle Parteien einig sind.
zu einer DDR2.0 ist es dringend notwendig, ständig neue Zwangsmaßnahmen ein zu führen. Wie schön, dass sich fast alle Parteien einig sind.
4. Undemokratisch und nicht rechtstaatlich
schinkenpizza 29.03.2013
Aha, jetzt darf es also mal wieder die Frauenquote sein. Ins Deutsche übersetzt man will Ungleichheit und Ungerechtigkeit abschaffen indem man Ungleichheit und Ungerechtigkeit gesetzlich verankert. Unsere Gesellschaft ist einfach [...]
Aha, jetzt darf es also mal wieder die Frauenquote sein. Ins Deutsche übersetzt man will Ungleichheit und Ungerechtigkeit abschaffen indem man Ungleichheit und Ungerechtigkeit gesetzlich verankert. Unsere Gesellschaft ist einfach nur grotesk.
5. Epic Fail
ilmephax 29.03.2013
Ich bin für ein Limit für Frauen in BWL und Medien Studiengängen und eine Pflichtquote in technischen Studiengängen:) Natürlich auch eine Frauenquote bei der Müllabfuhr!
Zitat von sysopFrank BaquetNach SPIEGEL-Informationen laufen derzeit vertrauliche Gespräche: Eine Gruppe von Unionspolitikerinnen setzt im Bundestag auf eine fraktionsübergreifende Mehrheit für eine Frauenquote. Ein Erfolg würde zur Belastung für die schwarz-gelbe Koalition - die FDP ist strikt gegen eine Quote. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/unionspolitikerinnen-kaempfen-fuer-gesetz-zur-frauenquote-a-891590.html
Ich bin für ein Limit für Frauen in BWL und Medien Studiengängen und eine Pflichtquote in technischen Studiengängen:) Natürlich auch eine Frauenquote bei der Müllabfuhr!

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