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15.12.2013
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Große Koalition

Das ist Merkels neue Regierung

Von (Texte) und Frank Kalinowski (Grafik)

Das neue Kabinett von Angela Merkel ist vereidigt: Wer welches Ressort führen wird und wie die Zuschnitte der Ministerien aussehen - die Regierung in Bildern.

Berlin - Angela Merkel ist zum dritten Mal zur Kanzlerin gewählt worden. Die Minister ihrer Großen Koalition haben von Bundespräsident Joachim Gauck im Schloss Bellevue die Ernennungsurkunde erhalten.

Wer welches Ressort führt und wie die Ressorts in der neuen Regierung von Merkel zugeschnitten sind, erfahren Sie in der Übersicht.

Klicken Sie auf die Bilder, um das Kabinett kennenzulernen:

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)

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Angela Merkel ist seit neun Jahren Kanzlerin. Schon bald ist sie länger im Amt sein als fünf ihrer Amtsvorgänger. Dann haben nur noch Helmut Kohl und Konrad Adenauer insgesamt mehr Amtsjahre.

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Geboren wird sie am 17. Juli 1954 in Hamburg als Angela Dorothea Kasner. Ihr Vater Horst Kasner ist evangelischer Theologe, ihre Mutter Herlind Kasner Latein- und Englischlehrerin. Kurz nach der Geburt seiner Tochter Angela siedelt das Paar in die DDR über, wo Horst Kasner eine Pfarrstelle antritt. Zunächst in Quitzow bei Perleberg, ab 1957 im brandenburgischen Templin. Dort wächst sie mit ihren beiden jüngeren Geschwistern auf. Hier ist sie 1973 beim Zelten im brandenburgischen Himmelpfort zu sehen.

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Angela Merkel beim Volleyballspielen 1973 in Himmelpfort - es ist das Jahr, in dem sie ihr Abitur an der Polytechnischen Oberschule im brandenburgischen Templin macht. In den siebziger Jahren studiert sie Physik in Leipzig, geht dann als wissenschaftliche Mitarbeiterin an das Berliner Zentralinstitut für Physikalische Chemie, wo sie promoviert. Ihr Thema: die Berechnung von Geschwindigkeitskonstanten von Reaktionen einfacher Kohlenwasserstoffe. Die Ehe mit dem Physikstudenten Ulrich Merkel wird 1982 nach fünf Jahren geschieden. Merkel war Mitglied der SED-Jugendorganisation FDJ, der Einheitspartei trat sie jedoch nicht bei.

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In der Wendezeit engagiert sich Merkel beim Demokratischen Aufbruch, ab Februar 1990 übernimmt sie die Pressearbeit. Nach der ersten und einzigen freien Volkskammerwahl am 18. März 1990 wird Merkel stellvertretende Regierungssprecherin.

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Bald darauf tritt sie der DDR-CDU bei, die sich mit der West-CDU zusammenschließt. Nach der Wiedervereinigung zieht Merkel bei der ersten gesamtdeutschen Wahl im Dezember 1990 als Direktkandidatin für den Wahlkreis Stralsund-Nordvorpommern-Rügen in den Bundestag ein. Bundeskanzler Helmut Kohl macht sie zur Ministerin für Frauen und Jugend.

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"Kohls Mädchen" ist als Ministerin zunächst unauffällig - aber nicht ohne Machtinstinkt. Merkel weiß: Ohne Hausmacht ist sie auf ihren Förderer angewiesen, und Kohl enttäuscht sie nicht. Im November 1991 wird sie stellvertretende CDU-Chefin, im Juni 1993 übernimmt sie auch den Landesvorsitz in Mecklenburg-Vorpommern.

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Nach der Bundestagswahl 1994 wechselt Merkel an die Spitze des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.

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Wahlschock 1998: Nach 16 Jahren im Amt wird Helmut Kohl abgewählt. Die CDU stürzt in eine Krise. Merkel gilt als Zukunftshoffnung, sie wird Generalsekretärin ihrer Partei und löst sich von ihrem Ziehvater Kohl.

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Im Jahr 2000 tritt CDU-Chef Wolfgang Schäuble wegen der Parteispendenaffäre zurück. Merkel wird seine Nachfolgerin und erste Frau an der Spitze der Christdemokraten.

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Merkel überlässt CSU-Chef Edmund Stoiber die Kanzlerkandidatur bei der Bundestagswahl im September 2002. Schwarz-Gelb verpasst die Mehrheit, Merkel übernimmt nach der Wahl den Fraktionsvorsitz.

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Bei der vorgezogenen Bundestagswahl im September 2005 wird die Union knapp stärkste Kraft. Merkel wird Kanzlerin einer Großen Koalition und erste Frau an der Spitze der Bundesregierung. Mit 51 Jahren ist sie auch die bisher jüngste Amtsinhaberin.

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Der britische "Economist" nennt Merkel einen "World Star", das US-Magazin "Forbes" kürt sie zur mächtigsten Frau der Welt. Die Regierungschefin wird zunächst als Außenkanzlerin wahrgenommen - sie vermittelt auf EU-Gipfeln, belebt die deutsch-amerikanische Freundschaft neu, spricht in Russland und China auch heikle Fragen an. Als Gastgeberin des G-8-Gipfels in Heiligendamm im Juni 2007 drängt sie US-Präsident George W. Bush zu mehr Engagement in der Klimapolitik.

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Klimakanzlerin Merkel mit ihrem Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) bei einem Besuch in Grönland 2007, sie wollen sich ein Bild über die Auswirkungen des Klimawandels machen. Schon damals scheinen sich die beiden gut zu verstehen.

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Bei der Bundestagswahl im September 2009 reicht es für Merkels Wunschkoalition: Schwarz-Gelb übernimmt die Regierung. Merkel schafft es damit, sich weitere vier Jahre an der Spitze der Regierung zu sichern. FDP-Chef Guido Westerwelle wird ihr Stellvertreter und Außenminister.

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Merkel mit ihrem Mann, dem Chemieprofessor Joachim Sauer, mit ihm ist sie seit 1998 verheiratet. Er tritt nur selten mit seiner Frau bei offiziellen Terminen auf, hier besuchen die beiden die Bayreuther Festspiele.

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Die Regierungschefin 2012 zu Besuch in Athen mit Premier Antonis Samaras: In der Euro-Krise drängt Merkel auf einen harten Sparkurs - das kommt in den hochverschuldeten Euro-Staaten wie Griechenland nicht gut an, die auf Milliardenhilfen der anderen Mitgliedstaaten angewiesen sind.

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Merkel wollte ihn eigentlich nicht als Bundespräsidenten: Um einen Koalitionsbruch mit der FDP abzuwenden, stimmt die Union dann doch im Februar 2012 für den ostdeutschen Theologen und Ex-Bürgerrechtler Joachim Gauck.

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Hoher Besuch in Berlin: US-Präsident Barack Obama tritt im Juni 2013 mit Merkel vor dem Brandenburger Tor auf. Kurz zuvor sind erste Berichte über Spähprogramme der US-Geheimdienste bekannt geworden. Wenige Wochen nach dem Besuch berichtet der SPIEGEL, dass auch das Handy der Kanzlerin überwacht wurde.

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Merkel beim TV-Duell gegen ihren Herausforderer Peer Steinbrück von der SPD: Sie trägt eine Halskette in den Deutschlandfarben. Bis heute genießt die CDU-Parteichefin hohe Sympathiewerte.

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Partystimmung im Konrad-Adenauer-Haus: Bei der Bundestagswahl im September 2013 holt Merkel den Wahlsieg. Sie kann damit erneut Kanzlerin werden. Nachdem die FDP den Einzug in den Bundestag verpasst hat, koaliert sie nun wieder mit der SPD.

Sigmar Gabriel (SPD)

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Sigmar Gabriel hat politisch Höhen und Tiefen erlebt, zurzeit läuft es für ihn rund. Nie zuvor in seiner Amtszeit war der SPD-Chef so unumstritten wie heute. Er hat seine Partei in eine neue Große Koalition geführt, leitet das Super-Ressort Wirtschaft und Energie, er ist zudem Vizekanzler.

Sigmar Gabriel

Gabriel wird am 12. September 1959 in Goslar geboren. Er wächst bis zum zehnten Lebensjahr beim Vater auf, einem Vertriebenen aus Schlesien und zeitlebens überzeugten Nationalsozialisten. Das Verhältnis beschreibt Gabriel nach dem Tod des Vaters als sehr schwierig. Ab seinem zehnten Lebensjahr lebt Gabriel bei seiner Mutter, von der er, wie er sagt, das "Gerechtigkeitsgefühl geerbt" habe.

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Gabriel studiert an der Universität Göttingen von 1982 bis 1988 Deutsch, Politik und Soziologie auf Lehramt und arbeitet nach seiner Referendarzeit beim Bildungswerk der Niedersächsischen Volkshochschule in Goslar. Schon früh hat er sich für die SPD interessiert, tritt als 18-Jähriger in die Partei ein und engagiert sich später im Kreistag. 1990 gewinnt er bei der niedersächsischen Landtagswahl das Direktmandat in Goslar, er wird von Gerhard Schröder gefördert. 1998 übernimmt Gabriel den Vorsitz der SPD-Fraktion im Landtag.

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1999 steigt Gabriel an die Spitze der niedersächsischen Landesregierung auf: Am 15. Dezember wählt ihn der Landtag zum neuen Ministerpräsidenten. Gabriel will sich als zupackender, ideenreicher Modernisierer profilieren, fordert eine sozial ausgewogene Reformpolitik – doch immer wieder gerät er damit auch in Konflikt mit Bundeskanzler Schröder.

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Die Landtagswahl 2003 wird zum Desaster für Gabriel. Die SPD stürzt um 14,5 Prozentpunkte ab und erreicht nur noch 33,4 Prozent der Stimmen. Gabriel zieht sich zurück, Machtverlust und Karriereknick führen zu einer persönlichen Krise. Seine Ernennung zum sogenannten Pop-Beauftragten der SPD im Juni 2003 wird in den Medien verspottet.

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2005 feiert Gabriel ein Comeback. In der Großen Koalition übernimmt er den Posten des Umweltministers. Er tritt für einen sozial-ökologischen "New Deal", einen Gesellschaftsvertrag zwischen Wirtschaft, Umwelt und Beschäftigung, ein. Schwerpunkte setzt er auch beim Ausbau erneuerbarer Energien und Steigerung der Energieeffizienz.

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In den Wahlkampf 2009 führt Frank-Walter Steinmeier die SPD, Gabriel gehört seinem Schattenkabinett an. Er führt einen leidenschaftlichen Wahlkampf, vor allem gegen die Atompolitik der Kanzlerin. Doch die SPD stürzt auf das schlechteste Ergebnis seit 1949 – die Partei zieht Konsequenzen und bildet die Führungsspitze um.

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Instinktpolitiker Gabriel soll den Parteivorsitz übernehmen. In einem Brief an die Basis rechnet er mit Fehlern seiner Vorgänger ab, bezeichnet den Zustand der Partei als "katastrophal" und fordert "eine richtige Strukturreform". Bei den Mitgliedern kommt das offenbar gut an, ebenso wie die Antrittsrede, in der er verspricht, die Partei zu alter Stärke zurückzuführen. Gabriel wird am 13. November 2009 mit 94,2 Prozent der Stimmen zum neuen SPD-Chef gewählt.

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Dass der frühere DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck im März 2012 Bundespräsident wird, ist auch ein kleiner Triumph für Gabriel. Er hat ihn bereits bei der vorhergehenden Wahl im Juni 2010 als Kandidaten von SPD und Grünen präsentiert. Gauck unterliegt jedoch damals dem unionsgestützten Bewerber Christian Wulff. Nach dessen Rücktritt zieht Gauck ins Schloss Bellevue ein.

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Der Wahlkampf für die Bundestagswahl 2013 beginnt mit mehreren Pannen. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück eckt mit seinem Motto: "Ich sage, was ich denke und ich tue, was ich sage" an, das Verhältnis zwischen Steinbrück und Gabriel kühlt sich merklich ab. Immer wieder stichelt der Parteichef hinter Steinbrücks Rücken. Vor dem Parteikonvent im Juni platzt dem Kanzlerkandidaten der Kragen. Im SPIEGEL fordert er, die Partei solle loyal sein, "auch der Parteivorsitzende". Die Stimmung in der Parteispitze ist dermaßen aufgeheizt,¿dass auch ein Führungswechsel im Raum steht.

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Doch Gabriel rappelt sich wieder auf. Geschickt steuert er seine Partei in die Große Koalition, die sie eigentlich gar nicht will. Selbst Gabriels innerparteiliche Widersacher sind verstummt. Die "Zeit" beschreibt ihn einmal so: "Hochintelligent, eselsstur, schlagfertig, verschlagen, rhetorisch brillant, politisch beliebig, sprunghaft, kreativ, launig, unberechenbar, ein Naturtalent, ein Populist, ein Hallodri."

Frank-Walter Steinmeier (SPD)

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Seit fast 15 Jahren bekleidet Frank-Walter Steinmeier hohe Ämter im politischen Berlin. Auch im Auswärtigen Amt hat er bereits Erfahrung: Von 2005 bis 2009 war er Außenminister, seine Amtszeit ist dort in überwiegend guter Erinnerung geblieben. Nun führt er das Haus erneut.

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Steinmeier wurde am 5. Januar 1956 in Detmold-Brakelsiek geboren; sein Vater war Tischler, seine Mutter Forstarbeiterin. Schon als Schüler trat er der Jugendorganisation der SPD, den Jusos, bei. 1975 wurde er SPD-Mitglied. Sein Interesse für Politik verfolgte er auch an der Universität weiter. Steinmeier studierte ab 1976 Jura in Gießen, später auch Politikwissenschaften.

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Steinmeier arbeitet seit Anfang der neunziger Jahre – nach seiner Promotion – für die Niedersächsische Staatskanzlei. 1993 übernimmt er die Leitung des persönlichen Büros des damaligen Ministerpräsidenten Gerhard Schröder (SPD), den er bei seiner weiteren politischen Karriere eng begleiten soll. 1996 wird er Staatssekretär und Leiter der Staatskanzlei.

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An Schröders Seite bleibt Steinmeier auch nach dem rot-grünen Erfolg bei der Bundestagswahl 1998. Steinmeier wird unter Regierungschef Schröder erst Staatssekretär, später Chef des Bundeskanzleramts. Weggefährten loben seine Effizienz, Diskretion und Verlässlichkeit.

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Als Geheimdienstkoordinator weitet er die Kompetenzen des Bundesnachrichtendienstes deutlich aus. Die Opposition wirft ihm in einem Untersuchungsausschuss später unter anderem vor, auf diesem Posten die Rückkehr des vom US-Geheimdienst CIA verschleppten Deutsch-Türken Murat Kurnaz aus dem Gefangenenlager Guantanamo be- und sogar verhindert zu haben.

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Nach den vorgezogenen Neuwahlen bilden SPD und CDU/CSU im Herbst 2005 eine Große Koalition. Steinmeier, bislang eher stiller Macher im Hintergrund, wird nun einer breiteren Öffentlichkeit bekannt: Er führt das Außenministerium und avanciert zu einem der beliebtesten Politiker Deutschlands.

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Bei der Bundestagswahl 2009 tritt Steinmeier als Kanzlerkandidat der SPD an. Für ihn bedeutet das einen Spagat, denn er muss sich als Herausforderer von Angela Merkel profilieren und zugleich die Errungenschaften der gemeinsamen Regierungszeit loben. Am Wahltag erlebt er eine schwere Niederlage: Die SPD stürzt auf magere 23 Prozent ab, das schlechteste Ergebnis seit 1949.

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Die SPD, nun in der Opposition, stellt sich neu auf. Parteivorsitzender wird Sigmar Gabriel, Steinmeier Fraktionschef im Bundestag. Als Oppositionsführer greift Steinmeier die Politik der schwarz-gelben Regierung scharf an und bescheinigt ihr "Versagen auf der ganzen Linie".

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SPD-Kanzlerkandidat will Steinmeier nicht mehr werden – Peer Steinbrück führt die Partei in den Wahlkampf 2013. Doch der verläuft zeitweise unglücklich - und Gabriel, Steinmeier und Steinbrück blockieren sich zum Teil gegenseitig. Die Versöhnung kam beim Parteitag nach der Wahl. Gabriel dankt zumindest Steinbrück für seinen Einsatz: "Wir sind als Freunde in diesen Wahlkampf gestartet und wir haben ihn als Freunde beendet. Du bist einfach ein feiner Kerl."

Christian Schmidt (CSU)

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Christian Schmidt galt bisher als Mann der zweiten Reihe. Jahrelang war er Staatssekretär, seit knapp 2011 ist er stellvertretender CSU-Vorsitzender. Im Februar 2014 rückt er dann doch noch auf einen Chefposten auf. Schmidt wird Nachfolger von Hans-Peter Friedrich als Bundeslandwirtschaftsminister.

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Christian Schmidt wird am 26. August 1957 im mittelfränkischen Obernzenn geboren. Als Sohn eines Bäckers beschreibt er seinen Politikstil gerne als „handwerklich“. Denn: „Ich weiß, dass man selbst zupacken muss, wenn Arbeit Erfolg haben soll.“

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Nach Wehrdienst und Jurastudium in Erlangen und Lausanne arbeitet Schmidt als Rechtsanwalt, er ist jahrelang als Kirchenvorsteher seiner Gemeinde aktiv. Gleichzeitig engagiert sich Schmidt in der CSU und steigt schnell die innerparteiliche Karriereleiter hoch: Schon 1990, mit nur 33 Jahren, vertritt er seinen Wahlkreis Fürth als CSU-Abgeordneter im Bundestag.

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Schmidts Schwerpunkte im Bundestag sind Außen- und Sicherheitspolitik. Der Christsoziale leitet den deutsch-israelischen Ausschuss und die deutsch-britische Parlamentariergruppe. Hier spricht er auf der Berliner Sicherheitskonferenz 2012.

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2005 rückt Schmidt in die Reihe der Staatssekretäre auf und erlebt den rasanten Postenwechsel im Verteidigungsministerium: Franz Josef Jung, Karl-Theordor zu Guttenberg und Thomas de Maizière – Schmidt kennt sie alle. Nach dem Guttenberg-Skandal ist der Franke sogar als dessen Nachfolger im Gespräch, jedoch: Die Kompetenz dafür wird ihm zugetraut, das Profil aber nicht – er bleibt weiterhin Staatssekretär.

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Seit dem Oktober 2011 ist Schmidt stellvertretender Vorsitzender der CSU. Diesen Parteiposten verdankt der Mittelfranke dem Parteienproporz: Er repräsentiert in der katholisch dominierten engsten CSU-Spitze die Protestanten. In der schwarz-roten Koalition wechselt Schmidt Ende 2013 als Staatssekretär in das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Nach der Edathy-Affäre und dem Rücktritt von Parteifreund Hans-Peter Friedrich ist die große Stunde für ihn gekommen: CSU-Chef Horst Seehofer macht Schmidt im Februar 2014 zum Bundeslandwirtschaftsminister. Er ist wie Friedrich Franke und wird über Parteigrenzen hinweg als politischer Profi geschätzt.

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Über Schmidts Privatleben ist nur wenig bekannt: Seit 25 Jahren ist der Jurist mit seiner Frau Ria verheiratet. Beide leben mit den gemeinsamen Töchtern in Fürth in Mittelfranken.

Thomas Oppermann (SPD)

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Thomas Oppermann ist omnipräsent - egal, ob man die Tagesschau oder eine Talkshow im Fernsehen einschaltet, er ist da. Der Sozialdemokrat ist bekannt für seine präzisen Sätze, gilt als fleißig und loyal - eine Allzweckwaffe der Sozialdemokraten.

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Oppermann stammt aus Nordrhein-Westfalen, er wird am 27. April 1954 in Freckenhorst geboren, sein Vater ist Molkereimeister. Er ist das einzige von vier Kindern, das Abitur macht. Später studiert er Jura, arbeitet als Verwaltungsrichter in Hannover und Braunschweig. 1980 wird Oppermann Mitglied der SPD, zehn Jahre später zieht er erstmals in den niedersächsischen Landtag ein. 1998 beruft Ministerpräsident Gerhard Schröder (SPD) Oppermann als Minister für Wissenschaft und Kultur in sein Kabinett.

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Hoher Besuch in Duderstadt 1998: Oppermann begleitet den Bundespräsidenten Roman Herzog.

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Oppermann sorgt 1999 für Schlagzeilen. Er geht auf Konfrontationskurs zu Parteifreundin Edelgard Bulmahn. Während sich die SPD-Landeschefin und Bundesbildungsministerin für ein bundeseinheitliches Verbot von Studiengebühren im Erststudium starkmacht, fordert er weiter die Gebühren.

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Oppermann und Sigmar Gabriel 1999 vor einer Vorstandssitzung der SPD in Hannover: Damals stecken die niedersächsischen Sozialdemokraten in einer Krise, Ministerpräsident Gerhard Glogowski ist zurückgetreten. Dem SPD-Mann wird vorgeworfen, sich materielle Vorteile im Amt verschafft zu haben, von Lustreisen und Gemauschel ist die Rede. Sein Nachfolger wird Fraktionschef Gabriel, Oppermann bleibt Minister für Kultur und Wissenschaft.

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Im Jahr 2000 empfängt Oppermann den Göttinger Werner Wallert. Der Lehrer war mehr als vier Monate auf der philippinischen Insel Jolo in Geiselhaft.

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Seit 2005 ist Oppermann Mitglied des Bundestags - er zieht stets als direkt gewählter Abgeordneter seines Wahlkreises Göttingen ein. 2007 steigt er zum Ersten Parlamentarischen Geschäftsführer der SPD-Fraktion auf, hier ist er mit Parteifreund Sigmar Gabriel und dem Grünen Jürgen Trittin zu sehen.

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Fraktionssitzung im November 2013: Der SPD-Vorsitzende Gabriel, Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und Oppermann arbeiten eng zusammen. Als Parlamentarischer Geschäftsführer organisiert Oppermann in unzähligen Hintergrundrunden und Sitzungen das machtpolitische Klein-Klein im Bundestag.

Wolfgang Schäuble (CDU)

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Angela Merkel will auf den erfahrensten amtierenden Minister in ihrer dritten Amtszeit nicht verzichten. Wie in der vergangenen Legislatur ist er Bundesfinanzminister - und damit Merkels wichtigster Mann im Kabinett.

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Schäubles politische Laufbahn beginnt 1961 mit dem Eintritt in die Junge Union. Er studiert Rechts- und Wirtschaftswissenschaften in Freiburg und in Hamburg. 1984 wird er von Kanzler Helmut Kohl als Bundesminister für besondere Aufgaben in das Kabinett berufen. In diesem Amt ist er auch mit der Vorbereitung des Besuchs von Erich Honecker 1987 betraut.

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Der vierfache Vater sitzt seit 1990 im Rollstuhl. Ein geistig verwirrter Attentäter hatte mehrmals auf ihn geschossen.

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Fünf Wochen nach dem Attentat 1990 zeigt sich Schäuble im Rollstuhl. Er lässt von Beginn an kaum einen Zweifel daran, dass seine Behinderung ihn nicht von einer politischen Tätigkeit abhalten wird.

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Als die Ära von Helmut Kohl ihrem Ende zugeht, gilt Schäuble zeitweise als sein Kronprinz. Auch als Bundespräsident wird er später gehandelt. Beides bleibt ihm versagt: Teils wird er ausgebootet, teils verhindert die CDU-Spendenaffäre seinen weiteren Aufstieg.

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1999 ist ein Krisenjahr für Wolfgang Schäuble: Es gibt Unstimmigkeiten im Rahmen der CDU-Spendenaffäre. Er tritt ein Jahr später als Partei- und Fraktionschef zurück - und macht so den Weg für Angela Merkel frei. Mit dem Übervater Kohl bricht er.

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Schäuble gilt im persönlichen Umgang als humorvoll, er kann aber auch scharf und verletzend sein, zum Beispiel als er 2010 seinen Sprecher öffentlich bei einer Pressekonferenz zurechtweist.

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In der Zeit als Innenminister der Großen Koalition macht er Schlagzeilen: Kritiker halten ihn für den Wegbereiter des Überwachungsstaats, seine Unterstützer loben ihn als Garant der Sicherheit im Land. Seine Pläne - etwa der Einsatz der Bundeswehr im Inneren oder die Online-Durchsuchung von Computern - werden kontrovers diskutiert. Er hat den Ruf, hart bis kompromisslos zu sein. Allgemeine Anerkennung erhält er für sein Projekt einer Islamkonferenz, in der Experten Fragen der Religion und Integration debattieren.

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Der gebürtige Freiburger, Jahrgang 1942, vertritt seinen Wahlkreis Offenburg seit 1972 im Bundestag - er ist der dienstälteste Parlamentarier im Bundestag und ein Multi-Minister: Von 1989 bis 1991 war er Bundesinnenminister, das Amt hatte er in der Zeit der Großen Koalition von 2005 bis 2009 erneut inne. Von 1984 bis 1989 war er auch Bundesminister für besondere Aufgaben. Hier ist er 2006 bei einem Treffen mit europäischen Polizisten in Berlin zu sehen.

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Mission erfüllt: Schäuble bei der Unterzeichnung des Einigungsvertrags 1990. Als Bundesinnenminister war Schäuble Verhandlungsführer für die Bundesrepublik, für die DDR war das Günther Krause (l.), Parlamentarischer Staatssekretär bei DDR-Regierungschef Lothar de Maizière (M.).

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Abschiedsbeifall für Kohl: 1998 auf dem CDU-Parteitag ist Schäuble der Hoffnungsträger seiner Partei. Er wird neuer CDU-Chef und Nachfolger von Kohl. Es hat lange gedauert, bis sich Schäuble aus dessen Schatten lösen konnte. Über sich selbst hat Schäuble einmal gesagt, es zeichne ihn aus, dass er die Bereitschaft habe, "Führung zu ertragen".

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Als Finanzminister im schwarz-gelben Kabinett steuert Schäuble Deutschland durch die Euro-Krise. Er ist viel auf Reisen: G-20-Treffen in Washington, Euro-Beratungen mit den europäischen Kollegen - hier ein Bild von einem der zahlreichen EU-Gipfel im November 2011 in Brüssel mit dem luxemburgischen Premier Jean-Claude Juncker.

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Deutschland tritt für einen harten Sparkurs der hochverschuldeten Euro-Länder wie Griechenland ein. Ohne Reformen gibt es keine weiteren Milliardenhilfen für die Staaten, so Schäubles Ansage. Viele Griechen empfinden das als Spardiktat. Als er im Juli 2013 nach Athen reist, protestieren Tausende Menschen.

Andrea Nahles (SPD)

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Andrea Nahles hat eine Bilderbuch-Karriere in der SPD hinter sich: Erst Juso-Chefin, dann Sprecherin der Partei-Linken, Mitglied des Parteivorstands, dann Generalsekretärin. Sie gilt als Kämpferin. Jetzt hat sie das erste Mal Regierungsverantwortung übernommen: Sie leitet das Arbeits- und Sozialministerium.

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Nahles jubelt 1996 in Köln, neben ihr sitzt SPD-Chef Oskar Lafontaine. Gerade hat der SPD-Jugendparteitag für eine Arbeitsplatzabgabe für nicht ausbildende Betriebe gestimmt. Nahles ist damals Juso-Vorsitzende, ein Jahr zuvor war sie an die Spitze der Jugendorganisation gewählt worden. Lafontaine bezeichnet Nahles als "Gottesgeschenk" für die Partei. 1997 wird sie Mitglied des SPD-Bundesvorstands.

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Für den SPD-Kanzlerkandidaten Gerhard Schröder, der 1998 CDU-Kanzler Helmut Kohl herausfordert, hat Nahles wenig übrig, sie bezeichnet ihn als "Abrissbirne sozialdemokratischer Programmatik". Hier ist sie mit Franz Müntefering, damals Bundesgeschäftsführer der SPD zu sehen. Zehn Jahre zuvor ist sie in die Partei eingetreten, da ist sie noch Schülerin. Mit Freunden gründet sie einen Ortsverein im rheinland-pfälzischen Weiler, wo sie aufwächst. Geboren ist Nahles am 20. Juni 1970 in Mendig, ihr Vater ist Maurermeister, die Mutter Finanzangestellte. Nahles studiert Germanistik und Politik in Bonn.

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1998 schafft Nahles erstmals den Einzug in den Bundestag über die Landesliste der SPD Rheinland-Pfalz. Dort wird sie in den Ausschuss für Arbeit und Sozialordnung gewählt und profiliert sich öffentlich als Kritikerin von Bundeskanzler Schröder. Im März 1999 tritt SPD-Chef und Finanzminister Lafontaine im Streit mit dem Kanzler überraschend von allen Ämtern zurück. 2002 verpasst Nahles wegen des schlechten Abschneidens der rheinland-pfälzischen SPD den Wiedereinzug in den Bundestag. Sie arbeitet im Hauptstadtbüro der IG Metall, bleibt Sprecherin der Parteilinken. Die 2003 von Schröder initiierte "Agenda 2010" nennt sie "konzeptlos, perspektivlos, instinktlos" und kritisiert die "soziale Unwucht" der Reformen.

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Bei der vorgezogenen Bundestagswahl im September 2005 kehrt Nahles in das Parlament zurück. Sie löst eine heftige Krise in der SPD aus, als sie im Oktober gegen den Willen von Parteichef Müntefering für das Amt der Generalsekretärin kandidiert. Hier links auf dem Bundesparteitag mit Schröder. In einer Kampfabstimmung setzt Nahles sich im Parteivorstand mit 23 zu 14 Stimmen gegen Münteferings Kandidaten Kajo Wasserhövel durch. Der Parteivorsitzende kündigt daraufhin seinen Rückzug an. Binnen weniger Stunden wird Nahles, einst eine Hoffnungsträgerin, zum Sündenbock.

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Sie verzichtet auf das Amt der Generalsekretärin, bleibt aber Mitglied des Bundesvorstands. Hier tritt sie auf dem Oktoberfest 2008 auf.

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Generalsekretärin wird sie dann schließlich im November 2009, nach der von der SPD verlorenen Bundestagswahl. Der neue Parteichef Sigmar Gabriel umarmt Nahles nach der Wahl.

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Ein Jahr später nimmt das SPD-Führungsduo auf einer Anti-Atom-Demonstration in Berlin teil.

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Nahles Ende 2010 schwanger im Willy-Brandt-Haus, wenige Wochen später bringt sie ihre Tochter Ella Maria zur Welt. Nahles, die mit einem Kunsthistoriker verheiratet ist, fängt acht Wochen nach der Geburt wieder an zu arbeiten. "Mein Job ist einer, der Begehrlichkeiten weckt", erklärt sie einem Interview.

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Gesangseinlage im Bundestag Anfang 2013: Nahles trällert im Plenum das Pippi-Langstrumpf-Lied - in der Generaldebatte ist sie eine der letzten Redner, nur noch wenige Abgeordnete sind da, die Regierungsbank mickrig besetzt. Sie will mit der Gesangseinlage gegen die schwarz-gelbe Regierung von Merkel protestieren.

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Als Generalsekretärin organisiert Nahles den Bundestagswahlkampf 2013 - hier präsentiert sie mit Kanzlerkandidat Peer Steinbrück ein Wahlplakat. Zum Schattenkabinett gehört sie aber nicht. Am Ende erreicht die SPD nur 25,7 Prozent.

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Nahles während der Verhandlungen zur Großen Koalition: Sie organisiert den Mitgliederentscheid der Basis. Die rund 470.000 Genossen stimmen über den schwarz-roten Koalitionsvertrag ab - ein Risiko, denn das Bündnis ist nicht gerade beliebt.

Alexander Dobrindt (CSU)

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Alexander Dobrindt ist als Polterer bekannt. Die FDP nannte er im Streit um die Gesundheitspolitik "Gurkentruppe", den Präsidenten der Europäischen Zentralbank einen "Falschmünzer" und den Grünen Daniel Cohn-Bendit einen "widerwärtigen Pädophilen". Jetzt muss er als neuer Minister für Verkehr und Digitale Infrastruktur zeigen, dass er auch höflich und gewandt sein kann.

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Dobrindt bei einem seiner unzähligen Medienauftritte, hier in Berlin bei den Koalitionsverhandlungen. Er stammt aus dem oberbayerischen Peißenberg, wo er am 7. Juni 1970 geboren wurde. Dobrindt studiert Soziologie in München, arbeitet in Peißenberg als Kaufmännischer Leiter und später als Geschäftsführer eines Gerätebauunternehmens.

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1986 tritt er in die Junge Union ein, engagiert sich in der Kommunalpolitik. Vier Jahre später wird er Mitglied der CSU. 2002 zieht er erstmals in den Bundestag ein. Er kümmert sich um die Themen Wirtschaft und Arbeit, später um Bildung und Forschung.

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Karrieresprung 2009: Dobrindt wird CSU-Generalsekretär und damit "der wichtigste Verkäufer" der Partei wie die "FAZ" schreibt. CSU-Chef Horst Seehofer schätzt Dobrindt als loyal, klug in der Analyse und als wenig zimperlich.

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Hoch oben auf dem Berg: Mit der damaligen Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) kraxelt mit Dobrindt auf die Zugspitze. Schavan besucht dort eine Forschungseinrichtung.

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Von einer Tomate getroffen: Dobrindt wird im Juli 2011 von Gegnern der dritten Startbahn am Müncher Flughafen attackiert, die vor der Parteizentrale demonstrieren.

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Dobrindt mit seiner Stellvertreterin Dorothee Bär 2012 bei der Frankenfastnacht - beide präsentieren sich als Piraten.

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Als Generalsekretär erwirbt er sich durch den Landtagswahlkampf 2013, der die CSU zur absoluten Mehrheit zurückführte, hohes Ansehen. Er soll nun nach dem Willen Seehofers die CSU in der Großen Koalition erkennbar machen, hier eine Aufnahme der beiden vom Parteikonvent.

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Bereits in den Sondierungsgesprächen gerät Dobrindt mit SPD-Vizechefin Hannelore Kraft beim Thema Finanzen aneinander. Wenige Tage später zeigen sich die beiden dann plaudernd auf einem Balkon für die Kameras, als wenn nichts gewesen wäre.

Thomas de Maizière (CDU)

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Thomas de Maizière erwarb sich als Kanzleramtsminister während der ersten Großen Koalition als effizienter Organisator Wertschätzung - auch bei den beiden Koalitionspartnern SPD und CSU. Der Innenminister gilt als nüchtern sachlich und seriös.

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De Maizière wird am 21. Januar 1954 in Bonn geboren, sein Vater ist Berufsoffizier, seine Mutter Bildhauerin und Malerin. 1971 tritt er in die CDU ein. Er leistet seinen Wehrdienst in Koblenz ab, wird später zum Oberleutnant der Reserve befördert. Er studiert Rechtswissenschaft in Münster und Freiburg, schreibt seine Doktorarbeit zu informellen Verfahren beim Bundeskartellamt.

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Im sächsischen Landtag 2000 mit Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU): De Maizière ist damals Leiter der Staatskanzlei. Danach wechselt er mehrmals das Ressort: 2001 wird er Finanzminister, 2002 Justizminister und nach der Landtagswahl 2004 Innenminister des Freistaats.

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2005 holt Kanzlerin Merkel ihren Vertrauten nach Berlin und macht ihn zum Kanzleramtsminister, hier ist er im Oktober 2007 mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) beim großkoalitionären Plausch vor einer Kabinettssitzung zu sehen.

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Der Christdemokrat bleibt bis 2009 Chef des Kanzleramts, hier hilft er im Februar 2007 in einer Suppenküche mit. Er ist verheiratet, hat drei Kinder.

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Ab Oktober 2009 verantwortet de Maizière das Ressort Inneres, er übernimmt die Aufgabe von Wolfgang Schäuble (CDU), der nun Finanzminister ist. Hier präsentiert de Maizière 2000 den neuen, kleineren Personalausweis. Er macht sich unter anderem für das Projekt "Bundessuperpolizei" stark, die Zusammenlegung von Bundeskriminalamt (BKA) und Bundespolizei. Doch beim BKA, vielen Innenministern und Polizeigewerkschaften regt sich massiver Widerstand gegen diesen Plan, deshalb wird er später abgesagt.

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De Maizière eilt der Ruf eines auf Ausgleich bedachten Pragmatikers voraus. Um zu demonstrieren, wie die als Nacktscanner geschmähten Körperscanner am Hamburger Flughafen funktionieren, stellt er sich im September 2010 als Erster in ein solches Gerät.

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Als Innenminister ist de Maizière auch für das Thema Sport zuständig, wie er hier beim Kicken in einem südafrikanischen Township unter Beweis stellt.

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Im März 2011 wechselt der Allrounder in das Verteidigungsministerium, nachdem Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) wegen der Plagiatsaffäre um seine Doktorarbeit zurückgetreten ist.

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Zu de Maizières Aufgaben gehört der Umbau der Bundeswehr in eine Freiwilligenarmee, im Januar 2011 sind die letzten Wehrpflichtigen eingezogen worden. Damit verbunden ist auch die Verkleinerung der Truppe von 250.000 auf bis zu 185.000 Angehörige und die weitere Schließung von Bundeswehrstandorten.

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Zudem muss de Maizière den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan organisieren. Im Juni 2013 besucht er die deutschen Truppen in Masar-i-Scharif.

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Anhaltende Regenfälle führen im Juni 2013 in zahlreichen Regionen Bayerns, Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens zu extremen Hochwasserständen. Die Bundeswehr unterstützt die Hilfskräfte vor Ort. Hier besucht de Maizière Truppen an einem aufgeweichten Deich in Lödderitz, Sachsen-Anhalt.

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Zum Ende der schwarz-gelben Legislatur gerät de Maizière unter massiven Druck: Der Verteidigungsminister muss sich im Juli 2013 einem Untersuchungsausschuss des Bundestags stellen und erklären, warum er das Drohnen-Projekt "Euro Hawk" erst im Mai 2013 trotz erheblicher Schwierigkeiten gestoppt hat. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits 668 Millionen Euro in das Projekt geflossen. De Maizières Zustimmungswerte sinken.

Manuela Schwesig (SPD)

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Zweimal war sie schon Mitglied in Schattenkabinetten der SPD: 2009 unter Frank-Walter Steinmeier und 2013 unter Peer Steinbrück. Jetzt hat sie das Familienressort im schwarz-roten Kabinett übernommen. Sie soll für die Sozialdemokraten die Themen Familie und Soziales neu besetzen, nachdem ihre Partei auf diesen Feldern an Kompetenzen eingebüßt hat.

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Schwesig wird am 23. Mai 1974 in Frankfurt/Oder geboren, ihr Vater ist Schlosser, die Mutter Statistikerin. Sie studiert an der Fachhochschule für Finanzen in Königs Wusterhausen, arbeitet als Steuerfahndungsprüferin. 2002 wechselt sie ins Finanzministerium nach Schwerin, wo sie unter anderem für Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

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2003 tritt Schwesig in die SPD ein, sie steigt rasch auf. Zwei Jahre später wird sie Mitglied des Landesvorstands. Einen Namen macht sie sich 2007 als Fraktionsvorsitzende in der Stadtvertretung Schwerin, als sie nach dem Hungertod eines fünfjährigen Mädchens nachdrücklich die Aufklärung der Hintergründe und Versäumnisse der zuständigen Behörden fordert. Ein Jahr später wird sie zur Ministerin für Soziales und Gesundheit ernannt.

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Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) Anfang Oktober mit seinen neuen Ministerinnen Schwesig und Heike Polzin, diese ist für Finanzen zuständig.

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Schwesig im April 2009 zu Besuch in einer Kindertagesstätte in Schwerin: Sie ist mit 34 Jahren Deutschlands jüngste Ministerin. Sie gilt als ehrgeizig. Im Gespräch wirkt sie meist freundlich und verbindlich, kann aber in politischen Auseinandersetzungen auch knallhart sein.

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Schwesig im Wahlkampf 2011 auf einer SPD-Veranstaltung, sie gilt als Hoffnung ihrer Partei und wird Bundesvize.

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Sie tritt als Gegenspielerin zu Sozialministerin Ursula von der Leyen (CDU) auf, als 2011 im Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat um Kompromisse beim neuen Hartz-IV-Gesetz der schwarz-gelben Regierung gerungen wird. Schwesig setzt sich dafür ein, mehr Kindern auf unbürokratischem Weg Leistungen für Bildung und die Teilnahme am gesellschaftlichen und kulturellen Leben zukommen zu lassen.

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Schwesig mit SPD-Chef Sigmar Gabriel, Fraktionschef Steinmeier und Bundesvize Hannelore Kraft auf dem Weg zu den Koalitionsverhandlungen. Schwesig ist für den Bereich Familie Verhandlungsführerin.

Ursula von der Leyen (CDU)

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Ursula von Leyen ist eine der bekanntesten deutschen Politiker, sie gilt als Allzweckwaffe im Kabinett von Kanzlerin Angela Merkel. Sie verantwortet nun ihr drittes Ressort: Sie ist Deutschlands erste Verteidigungsministerin.

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Ursula Gertrud von der Leyen kommt am 8. Oktober 1958 in Brüssel als Tochter einer promovierten Germanistin und des späteren niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht (im Bild) zur Welt. Sie wächst mit fünf Brüdern und einer Schwester auf. Sie studiert Volkswirtschaftslehre, schwenkt dann auf Medizin um und schließt später nach ihrer Promotion ein Studium zum Master of Public Health an.

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Seit 1986 ist Ursula von der Leyen mit dem Mediziner Heiko von der Leyen verheiratet (hier beim Bundespresseball 2011). Das Paar hat sieben Kinder.

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Selten war ein Quereinstieg so erfolgreich: Die Ärztin von der Leyen hat kaum politische Erfahrung, als sie 2005 Bundesfamilienministerin wird. Anfangs wirkt es erfrischend unbekümmert, wie sie mit Langhaarfrisur, Ehemann, Kindern, Ponys und Ziegen im privaten Kreis zu sehen ist. Sie präsentiert auch das moderne CDU-Frauenbild: verheiratet, konservativ, gut ausgebildet, berufstätig. Aber auch sie ist für ihre Kinder einige Zeit zuhause geblieben. Nach Kritik, sie missbrauche ihre Familie für ihre politischen Ziele, gibt es keine Fotos von ihren Kindern mehr.

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Als sie 2005 das Bundesfamilienministerium übernimmt, hat sie einige Jahre Erfahrung in der Kommunalpolitik, zwei Jahre als Ministerin in Niedersachsen (hier im Bild mit dem damaligen CDU-Landeschef und späteren Ministerpräsidenten Christian Wulff im November 2002). Sie verfolgt ein Ziel: Für Frauen, die Karriere machen wollen wie sie, sollen bessere Bedingungen geschaffen werden, Familie und Beruf zu vereinbaren.

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Der schwarz-rote Koalitionsvertrag sieht vor, dass es von 2007 an Elterngeld geben soll. Wesentliche Vorarbeit dafür hat von der Leyens Vorgängerin im Amt, die Sozialdemokratin Renate Schmidt, schon erledigt. Der Entwurf des Gesetzes ist fast unterschriftsreif. Sie fügt noch zwei Monate hinzu: Nun erhält ein Paar das Elterngeld 14 Monate lang, wenn auch der Vater mindestens zwei Monate zu Hause bleibt - wofür sie vor allem von den Konservativen und Liberalen angegriffen wird. Das sei Einmischung des Staates in persönliche Lebensmodelle. Von der Leyen setzt sich für den massiven Ausbau der Krippenplätze ein.

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Gegen Ende der Großen Koalition setzt sich Ursula von der Leyen mit ihren Ideen zu Internetsperren durch. Im Juni 2009 votiert der Bundestag für das umstrittene Gesetz zur Zugangserschwerung zu Kinderpornografie im Internet. Umstritten vor allem deshalb, weil Experten seine Wirksamkeit anzweifeln und zugleich Freiheitsrechte beschnitten sehen. Kritiker verpassen ihr im Rahmen einer Protestaktion im Internet den Namen "Zensursula", den sie so kommentiert: "Den find ich patent. Viel Feind, viel Ehr." Die FDP setzt in den Koalitionsverhandlungen durch, dass das Internetsperrgesetz für ein Jahr ausgesetzt wird. Im Dezember 2011 beschließt der Bundestag, das Gesetz gänzlich aufzuheben.

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Nach der Bundestagswahl 2009 wird Ursula von der Leyen als neue Gesundheitsministerin gehandelt. Sie bleibt aber zunächst an der Spitze des Familienressorts - allerdings nur kurz. Als Franz Josef Jung Ende November 2009 nach Vertuschungsvorwürfen in der Kunduz-Affäre, die noch seine Zeit als Verteidigungsminister betreffen, von seinem neuen Amt als Arbeitsminister zurücktritt, verkündet Angela Merkel noch am selben Tag: Nachfolgerin wird von der Leyen.

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Das Familienministerium übernimmt Kristina Schröder - sie und von der Leyen geraten beim Thema Frauenquote in Unternehmensvorständen und Aufsichtsräten immer wieder aneinander. Von der Leyen plädiert für eine feste gesetzliche Quote von 30 Prozent bis 2018, da die 2001 beschlossene freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen zur Steigerung des Frauenanteils gescheitert sei. Schröder setzt dagegen auf eine sogenannte Flexi-Quote, die den Firmen die Freiheit lässt, selbst eine Quote festzulegen, an der sie dann gemessen werden.

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Obwohl Kanzlerin Merkel von der Leyens Vorschlag eine klare Absage erteilt, setzt sich die Arbeitsministerin weiter öffentlich für eine feste Quote ein. In der Unionsfraktion gibt es deshalb Streit: Bei den einen gilt sie als "egoistische Einzelkämpferin", die anderen bewundern sie als "Mutpolitikerin".

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Als Rot-Grün schließlich im April 2013 einen Antrag für eine gesetzliche Frauenquote in den Bundestag einbringt, verkünden mehrere Abgeordnete der schwarz-gelben Koalition, darunter von der Leyen, dass sie für den Entwurf stimmen werden, sollte sich an der Politik der Bundesregierung nichts ändern. Die CDU-Parteispitze beschließt daraufhin, die Forderung nach einer Frauenquote von 30 Prozent ab 2020 in ihr Wahlprogramm aufzunehmen. Trotz des Streits spricht CDU-Chefin Merkel ihrer Stellvertreterin im Vorstand das Vertrauen aus. Bei der Rentenreform kann von der Leyen allerdings keine wirklichen Erfolge verzeichnen, sie will Frauen und Geringverdiener besser vor Armut und Alter schützen. Das Vorhaben scheitert. Nicht nur die FDP ist dagegen, sondern auch Parteifreunde.

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Wahlabend am 22. September 2013: Von der Leyen in Feierstimmung, sie umarmt Parteichefin Merkel.

Peter Ramsauer (CSU)

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Peter Ramsauer hat ein Gespür für populäre Themen. Sein Lieblingsprojekt als Verkehrsminister: die Reform des Punktesystems für Verkehrssünder in Flensburg. In seinem Wahlkreis Traunstein fährt er mit 62,6 Prozent der Stimmen ein grandioses Wahlergebnis bei der Bundestagswahl 2013 ein. Dem neuen schwarz-roten Kabinett gehört er aber nicht mehr an.

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Ramsauer wird am 10. Februar 1954 in München geboren. Er stammt aus einer alteingesessenen Müllerfamilie. Nach dem frühen Tod seines Vaters muss er schon bald im elterlichen Betrieb Verantwortung übernehmen. Er studiert Betriebswirtschaft in München, legt seine Meisterprüfung im Müllerhandwerk ab. 1985 beendet er seine Doktorarbeit zur Gebietsreform in Bayern in München.

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Mit 15 Jahren gründet er in seiner Schule die Gruppe Schwarzer Peter, eine Keimzelle der Schüler-Union in Bayern. 1973 wird Ramsauer Mitglied der CSU, 1990 zieht er erstmals in den Bundestag ein.

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Ramsauer sagt von sich selbst: „Ich kenne beide Seiten, bin kein linker oder rechter Flügel.“ 1998 übernimmt er das Amt des Parlamentarischen Geschäftsführers der CSU-Landesgruppe. Vorgänger Eduard Oswald wird im Februar zum Bundesbauminister in das Kabinett von Kanzler Kohl berufen (hier ein Bild mit der Christdemokratin Brigitte Baumeister).

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Ende des Kommunikationsproblems: Angela Merkel, Unionsfraktionschefin, gibt Ramsauer 2001 ihre aktuelle Mobilnummer. Er hatte sie zuvor vergeblich versucht zu erreichen.

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Nach Bildung der Großen Koalition 2005 beerbt Ramsauer Michael Glos im Amt des CSU-Landesgruppenchefs – hier bei einem Auftritt zum Amtswechsel. Ramsauer gilt im Bundestag als ambitionierter Zwischenrufer. 1999, noch zu Bonner Zeiten, beschimpft er die Grünen-Abgeordnete Kristin Heyne als „freches Luder“. Ramsauer beherrscht auch die Kunst der politischen Kraftsprüche. Das von seiner Unionskollegin Ursula von der Leyen eingeführte Elterngeld für Väter verspottet er zum Beispiel als "Wickelvolontariat".

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Nach dem Rückzug des CSU-Vorsitzenden Edmund Stoiber und dem Intermezzo mit Erwin Huber und Günther Beckstein an der Spitze der Christsozialen rückt Ramsauer 2008 zum stellvertretenden Parteichef auf. Hier bei einem Treffen mit Stoiber und David Cameron, Parteichef der britischen Konservativen, im Februar 2010 bei der CSU-Klausur in Wildbad Kreuth.

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Immer wieder ist Ramsauer auch für ein Ministeramt im Gespräch, er will aber CSU-Landesgruppenchef bleiben. 2009 nimmt der Christsoziale dann doch am schwarz-gelben Kabinettstisch von Angela Merkel Platz – als Minister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Hier präsentiert er eine Kampagne gegen Geisterfahrer auf Autobahnen 2010.

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Ramsauer mit seiner Frau Susanne auf dem Bundespresseball 2012. Die beiden haben vier Töchter, er ist ein leidenschaftlicher Klavierspieler.

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Ramsauer ist in der CSU nicht sonderlich beliebt, Parteichef Horst Seehofer schätzt seinen Vize nicht übermäßig. Ende 2012 verspottet Seehofer Ramsauer gar als "Zar Peter". Bei der von ihm geforderten Pkw-Maut hat sich Ramsauer nach Meinung Seehofers zu lange zu wenig engagiert.

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Einer der angenehmen Termine: Ramsauer eröffnet im Mai 2013 den sanierten Bahnhof in Münster. Er inszeniert sich gern als Hüter der Verkehrswege, doch Probleme gibt es in seinem Ressort viele, beispielsweise Stuttgart 21, Stellwerk-Chaos bei der Bahn, das deutsche Mautsystem oder den Pannenflughafen BER in der Hauptstadt. Akzente kann der Minister kaum setzen.

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Lächeln für die Kameras – Ramsauer weiß sich zu präsentieren. Mit seiner Neuregelung der Punkte in Flensburg will er das System einfacher und gerechter machen: Statt der Skala von ein bis sieben Punkten gibt es je nach Schwere des Vergehens nur noch ein, zwei oder drei Punkte. Der Führerschein wird künftig schon bei acht statt wie bisher bei 18 Punkten entzogen. Die Reform tritt im Mai 2014 in Kraft.

Peter Altmaier (CDU)

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Peter Altmaier gilt als enger Vertrauter von Kanzlerin Angela Merkel, sie schätzt seine absolute Loyalität. Er leitet das Kanzleramt für sie.

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Altmaier wird 1958 im saarländischen Ensdorf geboren, der Vater ist Bergmann, die Mutter Krankenschwester. Er studiert Jura, 1976 tritt er in die CDU ein. Er arbeitet mehrere Jahre in Brüssel für die Europäische Kommission.

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Seit 1994 sitzt der Christdemokrat im Bundestag. Hier eine Aufnahme von Altmaier aus dem Januar 1999 mit Norbert Röttgen (M.). Die beiden gelten als "Junge Wilde" in der Union.

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Altmaier setzt sich für eine Modernisierung des Staatsbürgerrechts ein, befürwortet eine Öffnung der CDU zu den Grünen. Die Aufnahme zeigt ihn am 6. Januar 1999 mit der damaligen Ausländerbeauftragten der Bundesregierung, Marie-Luise Beck (Grüne).

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Im Fraktionssaal: Altmaier mit Kanzlerin Merkel und Unionsfraktionschef Volker Kauder 2011 im Bundestag. Damals ist er Parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion, zuvor hat er bereits als Justiziar seiner Fraktion und als Parlamentarischer Staatssekretär unter Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble gearbeitet.

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Im Mai 2012 wird Altmaier Umweltminister - und damit Nachfolger von Norbert Röttgen, den Kanzlerin Merkel nach der Wahlpleite bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen rausgeworfen hat.

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Altmaier kümmert sich damit nun um das Mammutprojekt Energiewende, er soll Deutschlands Energieversorgung nach dem Atomausstieg gestalten. Hier besichtigt er einen Windpark in der Nordsee vor Borkum.

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Mehrmals gerät er mit seinem Kabinettskollegen, Wirtschaftsminister Philipp Rösler, aneinander: Sie streiten sich über die Strompreisbremse, mit der die steigenden Energiepreise gestoppt werden sollen. Die beiden sind auch bei der risikoreichen Gasfördermethode Fracking unterschiedlicher Meinung.

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Ein weiteres Konfliktthema sind die Atommülllager. 2012 besucht Altmaier mit SPD-Chef und Amtsvorvorgänger Sigmar Gabriel das Salzbergwerk Asse, in dem maroden Bergwerk lagern 126.000 Fässer mit radioaktivem Abfall. Im Juni beschließt der Bundestag eine neue Atommüll-Endlagersuche - Bund und Länder suchen nun offiziell Alternativen zum Endlager Gorleben.

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Altmaier gilt als Kommunikationstalent, er tingelt für die Union durch zahlreiche Talkshows. Er ist einer der wenigen Minister, die selber twittern.

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Altmaier mit der SPD-Verhandlungsführerin Hannelore Kraft während der Koalitionsgespräche in der Arbeitsgruppe Energie. Der CDU-Politiker gilt als einer, der stets den Konsens sucht, was ihm den Spitznamen "Bundesumarmungsminister" eingebracht hat.

Johanna Wanka (CDU)

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In ihrer ersten Zeit als Bundesbildungsministerin hat sich Johanna Wanka eher zurückhaltend gegeben. Sie wird für ihre Kenntnisse geschätzt, weiß, wovon sie redet, wenn es um Forschung und Bildung geht. Sie verantwortet die Bereiche auch im schwarz-roten Kabinett.

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Geboren wird Wanka am 1. April 1951 im sächsischen Rosenfeld in der ehemaligen DDR. Sie stammt aus einem protestantisch geprägten Elternhaus und wächst auf einem Bauernhof auf. Sie studiert Mathematik in Leipzig, schreibt ihre Doktorarbeit an der Technischen Hochschule Merseburg in Sachsen-Anhalt. Der Titel: Lösungen von Kontakt- und Steuerproblemen mit potentialtheoretischen Mitteln.1994 wird Wanka Rektorin der Hochschule Merseburg, das Bild zeigt sie im März 2000 an ihrem Schreibtisch.

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Damals ist Wanka noch parteilos, sie wird zur brandenburgischen Kultusministerin berufen, bei ihrer Vereidigung sind Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) und der brandenburgische CDU-Chef Jörg Schönbohm (r.) dabei. Im März 2001 tritt Wanka in die CDU ein.

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Wanka als CDU-Spitzenkandidatin 2009 in Brandenburg: Ein Jahr zuvor hat sie den Landesvorsitz von Schönbohm übernommen. Doch die Christdemokraten werden mit 19,7 Prozent nur dritte Kraft hinter der SPD von Matthias Platzeck und den Linken mit Spitzenkandidatin Kerstin Kaiser.

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Blumen von der CDU-Chefin Merkel im Konrad-Adenauer-Haus. Wanka ist wie Merkel mit einem Professor verheiratet. Ihr Mann ist wie sie selbst Mathematiker.

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Wechsel nach Niedersachsen: Wanka verlässt 2010 Brandenburg, um in Niedersachsen Ministerin für Wissenschaft und Kultur in der Regierung von Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) zu werden - sie ist die erste ostdeutsche Politikerin in einem westdeutschen Kabinett.

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Februar 2013: Bundespräsident Joachim Gauck überreicht Wanka die Ernennungskunde als Bundesbildungsministerin, sie folgt auf die zurückgetretene Annette Schavan.

Barbara Hendricks (SPD)

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Barbara Hendricks ist nicht so bekannt wie ihre Kabinettskollegen. Die Sozialdemokratin ist aber politisch erfahren - sie war unter anderem Schatzmeisterin ihrer Partei - und vertritt den mächtigen Landesverband Nordrhein-Westfalen. Jetzt verantwortet sie das Amt für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.

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Hendricks wird am 29. April in Kleve am Niederrhein geboren, hier ist sie mit NRW-Ministerpräsident Hannelore Kraft zu sehen. Mit zwei Schwestern wächst Hendricks in einem kleinbürgerlich geprägten Elternhaus auf. Sie studiert Geschichte und Sozialwissenschaften in Bonn. 1976 legt sie das Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien ab, 1980 promoviert sie zum Dr. phil. und lässt damit erstmals ihre ökonomischen Interessen erkennen. Thema ihrer Arbeit: "Die Entwicklung der Margarineindustrie am unteren Niederrhein."

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1972 tritt Hendricks der SPD bei, von 1978 bis 1981 arbeitet sie als Referentin in der Pressestelle der SPD-Bundestagsfraktion. Anschließend wird sie Sprecherin des NRW-Finanzministers, dort bleibt sie bis 1990. Ein Jahr später wird sie Ministerialrätin und Referatsleiterin für grenzüberschreitende Planungen im NRW-Ministerium für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft. Das Bild zeigt sie 1995.

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1994 kandidiert Hendricks erstmals für den Bundestag und zieht via Landesliste ins Parlament ein. Bereits ein Jahr später wird sie Mitglied im Vorstand der SPD-Bundestagsfraktion. 1998 übernimmt sie unter Kanzler Gerhard Schröder das Amt der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesfinanzministerium.

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Schwerpunkt für Hendricks im neuen Amt ist die Steuerpolitik. Zunächst unter Interimschef Werner Müller, später dann unter Hans Eichel als Finanzminister bleibt sie Parlamentarische Staatssekretärin. Auch nach der erfolgreichen Wiederwahl von Rot-Grün im September 2002 behält Hendricks ihren Posten im Finanzministerium. Nach den vorgezogenen Bundestagswahlen im September 2005 und der Bildung einer Großen Koalition übersteht sie einen weiteren Minister- und Regierungswechsel: Auch der neue Ressortchef Peer Steinbrück vertraut auf ihre Expertise in internationalen Währungs- und Finanzbeziehungen.

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Beim Parteitag im Oktober 2007 spaltet Barbara Hendricks ihre Partei: Franz Müntefering macht sich für die NRW-Frau als Schatzmeisterin der Partei stark, die als Finanzstaatssekretärin seiner Meinung nach alle Qualitäten mitbringt. Kurt Beck dagegen scheitert mit der Gegenkandidatin. Hendricks erhält 87,6 Prozent der Delegiertenstimmen.

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Im Wahlkampf 2009 holt Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier Hendricks in sein Kompetenzteam. Sein 19-köpfiges Schattenkabinett zählt zehn Frauen. Hendricks ist in der Riege Expertin für Verbraucherschutzpolitik.

Ronald Pofalla (CDU)

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Ronald Pofalla ist einer der engsten Vertrauten von Kanzlerin Angela Merkel, war im schwarz-gelben Kabinett Kanzleramtsminister. Doch in Merkels zweiten schwarz-roten Regierung ist er nicht mehr in der ersten Reihe dabei. Er ist einfacher Bundestagsabgeordneter, nach einer Auszeit will er in die Wirtschaft wechseln.

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Tour durch die Heimat: Im August 2006 radelt Pofalla mit NRW-Ministerpräsident und Parteifreund Jürgen Rüttgers durch Kleve. Pofalla stammt vom Niederrhein, er wurde am 15. Mai 1959 in Weeze im Kreis Kleve als Sohn eines Arbeiters und einer Putzfrau geboren. Später studiert er an der Fachhochschule Düsseldorf Sozialpädagogik, anschließend Jura in Köln.

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Ronald Pofalla stellt im November 2006 ein Wahlplakat vor, das ihn als jungen Mann zeigt. Er ist seit 1975 Mitglied der CDU, 1990 wird der Jurist erstmals in den Bundestag gewählt.

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Pofalla unterhält sich im Bundestag mit Helmut Kohl, das Bild stammt aus dem Jahr 2000. Pofalla arbeitete für eine Rechtsanwaltskanzlei, die Kohl vor dem Untersuchungsausschuss zum CDU-Spendenskandal vertrat.

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Am 27. November 2006 wird Pofalla auf dem CDU-Parteitag mit knapp 82 Prozent der Stimmen in seinem Amt als Generalsekretär bestätigt. Hier besichtigt er mit Parteichefin Merkel die Halle für die Versammlung in Dresden.

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Wahlkampfabschluss 2009 in Berlin: Pofalla tritt an der Seite von Kanzlerin Merkel auf. Dem Christdemokraten werden Eigenschaften wie Loyalität und Durchsetzungskraft zugeschrieben.

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Im schwarz-gelben Kabinett von Merkel wird er Kanzleramtsminister. Pofallas Aufgabe ist es, die Interessen der Regierungschefin in der Bundestagsfraktion, gegenüber den Länderchefs der Union, den Koalitionspartnern CSU und FDP und auf europäischer Ebene zu vertreten.

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Nicht immer macht Pofalla während seiner Amtszeit eine gute Figur. Im Laufe der Debatte um die Ausweitung des Euro-Rettungsschirms im Oktober 2011 wird bekannt, dass er gegenüber dem Euro-Rebellen und Parteifreund Wolfgang Bosbach ausfallend geworden ist. Pofalla entschuldigt sich später für sein Verhalten.

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In der NSA-Affäre steht Pofalla wochenlang unter Druck: Er ist als Chef des Kanzleramts für den Bundesnachrichtendienst und für die Geheimdienstkoordination zuständig. Er erklärt nach ersten Berichten über die massive Überwachung der US-Geheimdienste auch in Deutschland die Affäre im August 2013 für beendet. Die beteiligten Geheimdienste hätten ihm schriftlich zugesichert, sich an deutsches Recht zu halten. Wenige Wochen später berichtet der SPIEGEL, dass das Handy von Merkel abgehört wird.

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Pofalla während der Koalitionsgespräche mit CSU und SPD: Er sitzt neben Merkel am Verhandlungstisch. Pofalla hat den Fahrplan und die Besetzung der Arbeitsgruppen in Absprache mit SPD-Chef Sigmar Gabriel ausgearbeitet. Er war wieder Kanzleramtsminister oder gar als Innenminister gehandelt worden - doch dann kam die überraschende Nachricht, dass er sich aus privaten Gründen aus der ersten Reihe der Politik zurückzieht. Pofalla bleibt einfacher Abgeordneter.

Heiko Maas (SPD)

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Heiko Maas ist die Überraschung in dem schwarz-roten Kabinett: Seine Berufung zum Bundesjustizminister hatten viele nicht erwartet. Erfahrungen in einer Großen Koalition hat er bereits gesammelt. Bisher hat er zusammen mit CDU-Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer das Saarland regiert, nachdem er mehrere Versuche unternommen hatte, selbst Regierungschef zu werden. Früher zählte Maas eher zu den Linken in seiner Partei, heute wird er den Pragmatikern zugerechnet.

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Heiko Maas wird am 19. September 1966 in Saarlouis im Saarland geboren. Sein Vater ist Berufssoldat, später arbeitet er als Kraftfahrzeugmeister. Seine Mutter ist Schneiderin. Nach dem Wehrdienst arbeitet Maas am Fließband der Ford-Werke im Saarland. Ab 1989 studiert er Jura in Saarbrücken und tritt im selben Jahr in die SPD ein. Im November 1998 wird er Deutschlands jüngster Minister - er übernimmt das Umweltressort unter Ministerpräsident Oskar Lafontaine (SPD).

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2000 beerbt Maas den SPD-Landeschef Reinhard Klimmt, nachdem er bereits den Fraktionsvorsitz übernommen hatte. Klimmt verzichtet auf den Parteichef-Posten, nachdem gegen ihn ein Strafbefehl erlassen wird, der sich auf seine frühere Funktion als Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender des 1. FC Saarbrücken bezieht.

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Glückwünsche von Lafontaine: 2004 wird Maas Spitzenkandidat seiner Partei für den bevorstehenden Landtagswahlkampf. Doch die SPD muss schwere Verluste hinnehmen, sie sackt auf 30,8 Prozent ab.

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Geschafft: Maas reckt nach einem Fünf-Kilometer-Lauf im August 2008 die Arme hoch. Er ist aktiver Triathlet, nimmt häufiger an Wettkämpfen teil. Maas ist verheiratet und hat zwei Kinder.

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Versuch Nummer zwei: Bei der Landtagswahl 2009 tritt Maas wieder als Spitzenkandidat an. Es ist eine erneute Niederlage. Die SPD kommt gerade noch auf 24,5 Prozent, Gewinner sind Lafontaine und seine Linken. Maas führt mit Linken und Grünen Sondierungsgespräche mit dem Ziel der Bildung einer rot-rot-grünen Regierung unter seiner Führung - erfolglos. Die Grünen geben einer Jamaika-Koalition mit CDU und FDP den Vorzug.

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Maas versucht trotzdem noch einmal, die saarländische Regierung anzuführen. Er kandidiert 2011 nach dem Rücktritt von CDU-Ministerpräsident Peter Müller (l.) gegen dessen Parteifreundin Annegret Kramp-Karrenbauer als Ministerpräsident. Mit diesem Vorhaben scheitert Maas im zweiten Wahlgang.

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Landtag 2011: Maas bei einer Rede, in der er Kramp-Karrenbauer attackiert. Die beendet nach Querelen im Dezember 2012 ihr Bündnis mit FDP und Grünen. Bei den vorgezogenen Landtagswahlen 2012 fordert Maas sie erneut heraus, verfehlt aber das Wahlziel, stärkste Kraft im Land zu werden.

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Der saarländische SPD-Chef Maas und CDU-Landeschefin Kramp-Karrenbauer bilden wenig später ein gemeinsames Bündnis. Im Mai 2012 präsentieren sie den Koalitionsvertrag. Kramp-Karrenbauer wird erneut Ministerpräsidentin, Maas ihr Stellvertreter. Er übernimmt die Ressorts Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Energie.

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Maas wirbt nach der Bundestagswahl für eine Große Koalition auch auf Bundesebene. Dafür wird er auf dem SPD-Bundesparteitag im November 2013 abgestraft: Bei der Wiederwahl für eines der 26 Beisitzer-Ämter im Vorstand scheitert er im ersten Wahlgang. Er kann sich erst im zweiten Durchgang durchsetzen.

Hermann Gröhe (CDU)

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Hermann Gröhes Aufstieg ist keine große Überraschung: Er galt als Setzkandidat für Merkels neues Kabinett, in den Verhandlungen ging es nur noch darum, welches Ressort „Merkels General“ leiten würde. Er kümmert sich nun um Gesundheit. Während der schwarz-gelben Koalition hielt Gröhe Merkel den Rücken frei und organisierte ihre Mehrheiten.

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Gröhe ist ein Kind Nordrhein-Westfalens. Er wird am 25. Februar 1961 in Uedem im Kreis Kleve geboren. Seine Eltern sind Ende der fünfziger Jahre aus Sachsen an den Niederrhein gezogen. Nach dem Abitur in Neuss studierte er Jura an der Universität Köln. Mit 14 tritt Gröhe in die Junge Union (JU) ein, mit 16 wird er CDU-Mitglied.

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Im November 1989 wird Gröhe zum JU-Bundesvorsitzenden gewählt. Kein Jahr später findet in Leipzig der Deutschlandtag unter dem Motto „Einheit konkret“ statt. Der Niederrheiner Gröhe gewinnt die Wahlen zum ersten gesamtdeutschen Vorsitzenden der Jungen Union. Er bleibt bis 1994 an der Spitze der JU.

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Noch unter Bundeskanzler Helmut Kohl gehört Gröhe zu den Gründern der „Pizza-Connection“. Eine Runde aus jungen CDU- und Grünen-Politikern trifft sich beim Bonner Italiener Sassella. Mit am Tisch bei den informellen schwarz-grünen Gesprächsrunden sind unter anderem die CDU-Mitglieder Ronald Pofalla, Norbert Röttgen, Eckart von Klaeden und Peter Altmaier. Für die Grünen kommen Cem Özdemir, Volker Beck, Margareta Wolf und Katrin Göring-Eckardt.

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Seit 1994 ist Gröhe Mitglied des Bundestags. Er wird Unionssprecher für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe. 2003 lehnt Gröhe gegen die Parteilinie eine deutsche Beteiligung am Irak-Krieg ab.

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Unter Angela Merkel rückt er in den engeren Führungskreis der Unionsfraktion auf. Ab 2008 ist er im Kanzleramt als Staatsminister für die Bund-Länder-Koordination, den Bürokratieabbau sowie den Kontakt zwischen Regierung und den Fraktionen zuständig. 2009 steigt Gröhe zum CDU-Generalsekretär auf.

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Bei der Bundestagswahl 2013 gewinnt Hermann Gröhe sein Direktmandat in Neuss mit über 50 Prozent der Wählerstimmen. In den Koalitionsverhandlungen mit der SPD ist er einer der Verhandlungsführer.

Gerd Müller (CSU)

Gerd Müller

Seit 2005 ist Gerd Müller Parlamentarischer Staatssekretär im Landwirtschafts- und Verbraucherschutzministerium - er gehörte damit bereits den ersten beiden Regierungen von Kanzlerin Angela Merkel an. Jetzt übernimmt er selbst Ministerverantwortung: Der CSU-Politiker leitet das Ressort Entwicklung.

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Gerd Müller 2007 beim Besuch einer Kita in Augsburg. Der CSU-Politiker stammt aus Unterbleichen, wo er auf dem elterlichen Bauernhof aufgewachsen ist. Geboren ist er am 25. August 1955. Nach dem Abitur und Wehrdienst studiert er Pädagogik, Politik- und Wirtschaftswissenschaften. Er beendet sein Studium als Diplom-Wirtschaftspädagoge, schreibt anschließend seine Doktorarbeit. Bereits als Student tritt er in die Junge Union (JU) Bayerns ein, vier Jahre später wird er auch Mitglied der CSU. Von 1987 bis 1991 ist er Vorsitzender der JU.

DPA/ obs/ CMA

Müller auf der Grünen Woche in Berlin 2008: Lebensmittel probieren gehört zu seinem Job als Agrarstaatssekretär - hier nimmt er einen Schluck Milch. Er ist auch mit entwicklungspolitischen Fragen befasst - etwa in der ressortübergreifenden Zusammenarbeit beim Thema Welternährung.

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Wenige Wochen später mit Gérard Depardieu in Nürnberg: Müller schneidet mit dem französischen Schauspieler auf einer Messe einen Käse an.

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Müller mit Ministerin und Parteifreundin Ilse Aigner. Sie übernimmt das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz von CSU-Chef Horst Seehofer 2008, nachdem dieser zurück nach Bayern gegangen ist. Auch Müller war zuvor als möglicher Seehofer-Nachfolger gehandelt worden.

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Im Bundestag 2012: Müller ist seit 1994 Mitglied des Parlaments. Er gewann seinen Wahlkreis Oberallgäu stets direkt - zuletzt 2013 mit 60,7 Prozent der Erststimmen.

Weitere Informationen über alle Kabinette von Kanzlerin Angela Merkel finden Sie in unserer Grafik unter www.spiegel.de/bundesregierung.

Quellen: Bundestag, Internetauftritte der Politiker, Munzinger

Mitarbeit: Claudia Thaler, Vera Kaemper, Katharina Peters, Andreas Spinrath

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insgesamt 22 Beiträge
1. CSU abgewatscht
apokalypse61 15.12.2013
Im Verhätnis zum Stimmenanteil bei der Bundestagswahl ist die Verteilung der Minister für die CSU ein Debakel! Ein zu Null Sieg von SPD und CDU gegen Seehofer, dessen Löwengebrüll eine Maus geboren hat !
Im Verhätnis zum Stimmenanteil bei der Bundestagswahl ist die Verteilung der Minister für die CSU ein Debakel! Ein zu Null Sieg von SPD und CDU gegen Seehofer, dessen Löwengebrüll eine Maus geboren hat !
2. Dr. Gerd Müller
chris1265 15.12.2013
... da krieg ich Schleimbeutelentzündung. Ein fraktioneller Jasager hat sich nach oben gesch... . Ich darf das sagen, er ist "mein" Abgeordneter, obwohl er nie eine Stimme von mir bekommen hat oder auch bekommen wird. [...]
... da krieg ich Schleimbeutelentzündung. Ein fraktioneller Jasager hat sich nach oben gesch... . Ich darf das sagen, er ist "mein" Abgeordneter, obwohl er nie eine Stimme von mir bekommen hat oder auch bekommen wird. Gut, dass er als Entwicklungsminister nichts anstellen kann. chris
3. Geballte Inkompetenz
nightwarrior 15.12.2013
Die gballet Inkompetenz der küftigen regierung übertrifft die schlimmsten Befürchtungen. Gabriel, bereits bei der letzen GroKo als Umweltminister ein Totalversager. De Maiziere, als Verteidigungsminister ein Totalversager und [...]
Die gballet Inkompetenz der küftigen regierung übertrifft die schlimmsten Befürchtungen. Gabriel, bereits bei der letzen GroKo als Umweltminister ein Totalversager. De Maiziere, als Verteidigungsminister ein Totalversager und Skandalminister. UvdL in allen Ministerämtern völlig versagt, soll jetzt das Verteidigungsministerium führen. Die taugt doch allenfalls für eine Fastnachtsgarde. Friedrich hätte sich besser vom Ackergemacht, statt Argraminister zuwerden. Fazit alte und neu Nieten an allen wichtigen Stellen. Armes Deutschland!
4. Ähm
LorenzSTR 15.12.2013
Wie ist es eigentlich möglich, dass nun, wie so oft in Wirtschaft und Verwaltung, die hohe und höchste Personalebene aus Personen besteht, die in einem "normalen" Bewerbungsverfahren wegen fehlender Berufserfahrung, [...]
Wie ist es eigentlich möglich, dass nun, wie so oft in Wirtschaft und Verwaltung, die hohe und höchste Personalebene aus Personen besteht, die in einem "normalen" Bewerbungsverfahren wegen fehlender Berufserfahrung, fehlenden Fachkompetenzen, fehlender Ausbildung etc. pp. wahrscheinlich nicht einmal einen Posten im einfachen Dienst ergattern könnten?
5. Sieht doch gut aus!
benefranz 15.12.2013
Das neue Kabinett. Abgesehen von Friedrich, UvdL, Dobrindt, Nahles, Gabriel, Steinmeier, Grohe, Schäuble und vor allem abgesehen von Merkel und den neuen Kanzleramtshiwi.
Das neue Kabinett. Abgesehen von Friedrich, UvdL, Dobrindt, Nahles, Gabriel, Steinmeier, Grohe, Schäuble und vor allem abgesehen von Merkel und den neuen Kanzleramtshiwi.

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