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Politik

Erstes Halbjahr 2018

Zahl der Asylanträge sinkt um mehr als 16 Prozent

Im ersten Halbjahr haben deutlich weniger Menschen einen Asylantrag in Deutschland gestellt als im Vorjahreszeitraum. Innenminister Seehofer sieht trotzdem seinen Zuwanderungskorridor gefährdet.

DPA

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg

Dienstag, 10.07.2018   10:55 Uhr

Kurz vor der Präsentation des "Masterplans" zur Migrationspolitik hat das Bundesinnenministerium neue Zahlen zu Asylanträgen in Deutschland veröffentlicht. Demnach wurden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 16,4 Prozent weniger Anträge gestellt als im Vorjahreszeitraum, das entspricht 18.300 Fällen.

Insgesamt seien von Januar bis Juni 93.316 Asylanträge gestellt worden, davon 81.765 Erstanträge. Im Juni sei die Zahl der Anträge jedoch um 6,1 Prozent im Vergleich zum Mai gestiegen. Die Zahlen sind nicht gleichbedeutend mit der Summe der Flüchtlinge, die im ersten Halbjahr 2018 nach Deutschland kamen.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) erklärte, damit werde es "zunehmend wahrscheinlich", dass der im Koalitionsvertrag vereinbarte Korridor für 180.000 bis 220.000 Personen jährlich "erreicht wird oder sogar überschritten werden könnte". Eine gleichlautende Prognose hatte Seehofer bereits im Juni abgegeben, als die rückläufigen Zahlen bis Mai schon bekannt waren.

Das Hauptherkunftsland blieb Syrien mit 22.520 Antragsstellern im ersten Halbjahr. Es folgten Irak, Afghanistan und Nigeria. Unter den zehn häufigsten Herkunftsstaaten gab es aus drei Staaten im ersten Halbjahr einen Anstieg: Aus Nigeria, der Türkei und Georgien kamen mehr Antragssteller. Aus den übrigen Ländern verringerte sich die Zahl der Anträge. Noch nicht entschieden waren Ende Juni 52.514 Anträge.

mes/dpa

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