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Politik

Weihnachtsmarkt-Anschlag

Hinterbliebene werfen Maaßen Falschinformation vor

Angehörige der Opfer des Terroranschlags in Berlin kritisieren Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen: Er habe im Zusammenhang mit einem V-Mann im Umfeld des Terroristen Anis Amri die Öffentlichkeit getäuscht.

DPA

Hans-Georg Maaßen

Von
Donnerstag, 13.09.2018   17:31 Uhr

Hinterbliebene der Breitscheidplatz-Opfer werfen dem Präsidenten des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV) vor, in Zusammenhang mit einem V-Mann im Umfeld des Attentäters Anis Amri nicht die Wahrheit gesagt zu haben.

"Es ist offensichtlich, dass frühere Aussagen gegenüber dem Parlament und der Öffentlichkeit revidiert werden müssen", heißt es in einem Schreiben der Angehörigen der deutschen Todesopfer, das dem SPIEGEL vorliegt. "Wir fordern Verfassungsschutzchef Maaßen auf, sich kurzfristig und umfänglich öffentlich dazu zu erklären, in welchem Umfang das Bundesamt für Verfassungsschutz in Zusammenhang mit Anis Amri aktiv gewesen ist."

Nach dem Anschlag im Dezember 2016 in Berlin, bei dem der tunesische Islamist zwölf Menschen ermordete, hatte die Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion geantwortet: "Im Umfeld des Amri wurden keine V-Leute des BfV eingesetzt." Inzwischen ist bekannt geworden, dass der Verfassungsschutz eine Quelle in einer radikalen Berliner Moschee hatte, die Amri regelmäßig besuchte. Wie nahe er dem Terroristen kam, will die Opposition im Untersuchungsausschuss zum Breitscheidplatz-Anschlag aufklären.

DPA

Breitscheidplatz in Berlin

In dem Schreiben der Hinterbliebenen heißt es, es sei "unerträglich, wie sich die Aufklärung um den Terroranschlag hinzieht und sich über Jahre zu einem Drama entwickelt, dessen Ende nicht abzusehen ist". Nach Informationen des SPIEGEL hat die Bundeskanzlerin für Anfang Oktober die Überlebenden des Anschlags und die Hinterbliebenen der Todesopfer zu einem zweiten Treffen eingeladen.

Zum ersten Jahrestag des Anschlags hatte Merkel die Betroffenen erstmals empfangen und versprochen: Die Regierung werde alles "Menschenmögliche tun, nicht nur die Sicherheit zu gewährleisten, sondern den Menschen, deren Leben zerstört oder deren Leben getroffen wurde, auch die Möglichkeit zu geben, möglichst gut wieder in das Leben hineinzukommen".

insgesamt 22 Beiträge
geer-mann 13.09.2018
1. Beschwichtigen und Umdeuten
Das Maaß ist voll. Erst NSU, mit zehntausend Adressen die drei Hauptverschwörer niemals alleine ausspioniert haben können. Da hat man sich dann an Tschäpe gehalten. Der Amri Anschlag wäre ja zu verhindern gewesen, allein [...]
Das Maaß ist voll. Erst NSU, mit zehntausend Adressen die drei Hauptverschwörer niemals alleine ausspioniert haben können. Da hat man sich dann an Tschäpe gehalten. Der Amri Anschlag wäre ja zu verhindern gewesen, allein dass er Drogenhändler war und mehrere bekannte Identitäten sind da schon Haftgründe genug ! Den Hinterbliebenen wurde auch noch fälschlicherweise eine Pathologie Rechnung zugestellt. Bei den NSU Opfern wurde ja auch immer Mafiöse machenschafften unterstellt, ohne dass in alle Richtungen ermittelt wurde ! Mein Beileid den Hinterbliebenen und Freunden !
oldnick13 13.09.2018
2. Na, dann soll die Kanzlerin mal die Wahrheit ...
... über den dilettantischen Inslandsgeheimdienst herausgeben. Und über den Präsidenten des Amtes, der bei der Aufarbeitung dieses Falles anscheinend nicht alles erzählt hat. So wie sich Maaßen bereits vor dem Parlament [...]
... über den dilettantischen Inslandsgeheimdienst herausgeben. Und über den Präsidenten des Amtes, der bei der Aufarbeitung dieses Falles anscheinend nicht alles erzählt hat. So wie sich Maaßen bereits vor dem Parlament gezeigt hat, scheint er ja auf seine parlamentarischen Kontrolleure zu pfeifen. Dieser Mann ist nicht in der Lage, unseren Staat zu schützen. Die Anschläge, die bisher verhindert wurden, gingen zudem nicht auf sein Konto, da es sich hierbei ausschließlich um Hinweise ausländischer Dienste handelte. Auch das ist für Maaßen und sein Bundesamt für Verfassungsschutz ein Armutszeugnis. Man kann nur gespannt sein, was die Kanzlerin den Hinterbliebenen des Anschlages da für Märchen erzählen wird.
Dirko 13.09.2018
3. Untragbar sind Seehofer und Maaßen
Und was macht die Kanzlerin? Nichts und auf die Bayern-Wahl hoffen. Dass sie selbst dadurch immer weiter beschädigt wird, scheint ihr egal zu sein...
Und was macht die Kanzlerin? Nichts und auf die Bayern-Wahl hoffen. Dass sie selbst dadurch immer weiter beschädigt wird, scheint ihr egal zu sein...
Emderfriese 13.09.2018
4. Offensichtlich
"Es ist offensichtlich, dass frühere Aussagen gegenüber dem Parlament und der Öffentlichkeit revidiert werden müssen" … das ist der eigentliche Skandal um Maaßen und den ganzen Verfassungsschutz: die [...]
"Es ist offensichtlich, dass frühere Aussagen gegenüber dem Parlament und der Öffentlichkeit revidiert werden müssen" … das ist der eigentliche Skandal um Maaßen und den ganzen Verfassungsschutz: die Desinformationen, wenn nicht sogar Lügen dieser Organisation mit ihrem Präsidenten an der Spitze in einem Fall des Terrorismus, in den - wie schon beim NSU - Mittäter des VS verwickelt scheinen. Deshalb (!) muss der Mann gehen und gehört der ganze Augiasstall ausgemistet.
geer-mann 13.09.2018
5. Digitale Zukunft der Regierenden
Scheint sich um eine Art Staatsverschwörung zu handeln. Die Lobbykratie wertet alle Erkenntnisse für sich selbst aus, dass Denken des Bürgers wird teilweise betreut von den Herrschenden Abgeordneten und Ministern. Alles bleibt [...]
Scheint sich um eine Art Staatsverschwörung zu handeln. Die Lobbykratie wertet alle Erkenntnisse für sich selbst aus, dass Denken des Bürgers wird teilweise betreut von den Herrschenden Abgeordneten und Ministern. Alles bleibt systemimmanent im Sinne der Konsumgesellschaft. Die Gesetzte werden für und von Grosskonzernen über deren Lobbyistenverbände und deren "Fach-leuten -Juristen" gebeugt muss man schon sagen !

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