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Politik

166.000 Erstanträge auf Asyl

Obergrenze wird nicht erreicht

Die Bundesregierung rechnet für das laufende Jahr damit, dass die Zahl der Erstanträge auf Asyl die vereinbarte Obergrenze von 220.000 Menschen nicht erreicht.

Sonntag, 16.12.2018   11:38 Uhr

Die Bundesregierung rechnet für das laufende Jahr mit insgesamt 166.000 Erstanträgen auf Asyl. Das bestätigte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Die im Koalitionsvertrag vereinbarte Obergrenze für die Zuwanderung von 180.000 bis 220.000 Menschen pro Jahr, werde demnach nicht erreicht.

Zuvor hatte die "Bild am Sonntag" (BamS) über die Zahlen aus der Zuwanderungsberechnung der Bundesregierung berichtet. Die Zahl der in Deutschland gestellten Erstanträge auf Asyl ist demnach im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent gesunken. 2017 hatte es noch 198.317 Asyl-Erstanträge gegeben.

Rund ein Fünftel der 2018 in Deutschland gestellten Asylanträge (30.000) entfällt laut der Zeitung auf in Deutschland geborene Babys von Flüchtlingen und Migranten, die nicht älter sind als ein Jahr. Sie werden wie ihre Eltern als Erstantragsteller auf Asyl registriert. Aus humanitären Gründen seien laut amtlicher Statistik in diesem Jahr 4600 Flüchtlinge aufgenommen worden.

Das Blatt berichtet weiter, die Zahl der Visa für den Familiennachzug nach Deutschland liege bis Ende des Jahres bei 38.500. 2017 waren fast dreimal so viele Menschen im Rahmen des Familiennachzugs nach Deutschland gekommen (rund 114.000). Der Bundestag hatte zuletzt im Februar 2018 per Gesetz den Familiennachzug zu Flüchtlingen mit eingeschränktem Schutzstatus gestoppt. Erst seit dem 1. August ist der Nachzug wieder möglich. Allerdings nur für maximal 1000 Menschen pro Monat.

Rund 26.500 Flüchtlinge hätten laut BamS Deutschland verlassen müssen, weil sie kein Asyl erhalten oder in einem anderen EU-Land einen Antrag gestellt hätten. Etwa 18.500 seien freiwillig in ihre Heimat zurückgekehrt.

Anmerkung: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, die Zahl der 2018 nach Deutschland eingereisten Asylbewerber bleibe unter der Obergrenze. Richtig hätte es heißen müssen: Die Zahl der 2018 gestellten Erstanträge werde unter der Obergrenze bleiben. Außerdem haben wir präzisiert, dass die im Koalitionsvertrag vereinbarte Obergrenze eine Spanne von 180.000 bis 220.000 Menschen pro Jahr vorsieht.

löw/ Reuters

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