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Politik

Merz über Kramp-Karrenbauer

"Ich freue mich über ihre Positionen"

Die Rivalen üben den Schulterschluss: Friedrich Merz lobt demonstrativ Annegret Kramp-Karrenbauer. Die CDU-Chefin wiederum preist das Engagement ihres Widersachers.

DPA

Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz

Montag, 14.01.2019   11:28 Uhr

Nur knapp hatte Friedrich Merz im Dezember die Wahl um den CDU-Parteivorsitz verloren, neue Chefin wurde Annegret Kramp-Karrenbauer. Seitdem wird über die nächste Kanzlerkandidatur in der Union spekuliert. Kritiker von Kramp-Karrenbauer stellten deren vorrangiges Zugriffsrecht auf die Kandidatur infrage. Doch diese betonte bei der Klausur des CDU-Vorstands in Potsdam nun erneut: "Personalfragen stellen sich nicht."

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) werde in Umfragen sehr hoch geschätzt, die CDU wolle zudem, dass die Regierung erfolgreich arbeite, sagte Kramp-Karrenbauer. "Alles andere sind Spekulationen. Und die soll führen, wer will, aber nicht wir."

Schon vor der Klausur hatte die CDU-Vorsitzende in der "Welt am Sonntag" auf ihr Vorschlagsrecht bei der Frage des Spitzenkandidaten für die nächste Kanzlerkandidatur gepocht. "Das galt für alle Vorsitzenden der CDU, und das wird auch für mich gelten", sagte sie.

Merz betont Sympathie für Kramp-Karrenbauer

Friedrich Merz galt vor der Vorsitzendenwahl als Hoffnungsträger jener in der Union, die sich wieder einen wirtschaftsliberalen und konservativeren Kurs der CDU wünschen. Kramp-Karrenbauer wiederum ist eine enge Vertraute von Kanzlerin Merkel - ein harter Bruch mit deren umstrittener Politik ist von ihr eher nicht zu erwarten.

Merz betonte nun allerdings den Schulterschluss mit seiner Rivalin Kramp-Karrenbauer. Er begleite mit "großer Sympathie das, was sie tut, insbesondere in der Wirtschafts- und Finanzpolitik", sagte er im SWR. In den wesentlichen Fragen sei er mit ihr einig. Das betreffe neben der Wirtschafts- und Finanzpolitik auch das Wahlziel, die CDU wieder an 40 Prozent heranzuführen. "Ich freue mich über ihre Positionen."

Stimmenfang #80: Superwahljahr 2019: Das wird wichtig

Kramp-Karrenbauer wiederum betonte im ZDF-"Morgenmagazin", sie freue sich, dass Merz ihr und der Partei mit Rat und Tat zur Seite stehen wolle. Das sei ein gutes Signal.

Kramp-Karrenbauer und Merz hatten sich vergangene Woche verständigt, dass der Ex-Unionsfraktionschef unter anderem Mitglied in einem Expertenkreis zur sozialen Marktwirtschaft sein soll. Merz betonte, es sei absehbar, dass 2019 ein Jahr der konjunkturellen Abschwächung werde. Die Politik in Deutschland und Europa müsse da gegensteuern.



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höh/dpa

insgesamt 25 Beiträge
claus7447 14.01.2019
1. Es ist doch schön,
Wenn die Protagonisten miteinander sprechen. Nur die 40%, da muss viel geraucht werden um das zu sehen.
Wenn die Protagonisten miteinander sprechen. Nur die 40%, da muss viel geraucht werden um das zu sehen.
wi_hartmann@t-online.de 14.01.2019
2. Pure Angst
Frau Kramp-Karrenhauer und Herr Merz demonstrieren aus derNot heraus Einigkeit. Der personelle Notstand in der CDU wird durch miese Umfragewerte bestätigt.
Frau Kramp-Karrenhauer und Herr Merz demonstrieren aus derNot heraus Einigkeit. Der personelle Notstand in der CDU wird durch miese Umfragewerte bestätigt.
pejoachim 14.01.2019
3. Demokratie lebt von Kompromissen
... und sie lebt davon, dass Menschen, die nicht unbedingt einer Meinung sind, miteinander reden und sich nicht mit Hass oder Intrigen bekämpfen. Deshalb: Weiter so Frau AKK!
... und sie lebt davon, dass Menschen, die nicht unbedingt einer Meinung sind, miteinander reden und sich nicht mit Hass oder Intrigen bekämpfen. Deshalb: Weiter so Frau AKK!
gunpot 14.01.2019
4. Nur so kommt die Union wieder
zum Erfolg. Durch Einigkeit. Hoffentlich macht Stinkstiefel Seehofer nicht wieder einen Strich durch die Rechnung.
zum Erfolg. Durch Einigkeit. Hoffentlich macht Stinkstiefel Seehofer nicht wieder einen Strich durch die Rechnung.
Patrik74 14.01.2019
5. Nachtigall, ick hör dir trapsen!
---Zitat--- Merz betonte, es sei absehbar, dass 2019 ein Jahr der konjunkturellen Abschwächung werde. Die Politik in Deutschland und Europa müsse da gegensteuern. ---Zitatende--- Damit kann wohl nur gemeint sein, dass im [...]
---Zitat--- Merz betonte, es sei absehbar, dass 2019 ein Jahr der konjunkturellen Abschwächung werde. Die Politik in Deutschland und Europa müsse da gegensteuern. ---Zitatende--- Damit kann wohl nur gemeint sein, dass im Falle eines Abschwungs keinesfalls die systemrelevanten Einbußen hinnehmen werden, sondern eine "Agenda 2030" ausgerufen werden soll, damit wir endlich wieder "Wettbewerbsfähig" werden. Altmeier will ja schon im vorauseilendem Gehorsam den Unternehmen 20 Mrd. im Jahr erlassen und die muss man natürlich irgendwo reinholen - und über den Mindestlohn muss man dann natürlich auch noch einmal reden; dass jemand von seiner Arbeit leben können muss, kann je nicht ernsthaft das maßgebliche Kriterium sein... Die Rechtfertigung der (hohen) Kapitaleinkommen ist ja, dass die Investoren ja auch das Risiko tragen; man fragt sich nur: Welches eigentlich?

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