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Politik

Seehofer besucht Katastrophengebiet in Berchtesgaden

Einfach zusammenstehen

Die Häuser sind zugeschneit, die Behörden kommen mit der Arbeit kaum noch nach. Bundesinnenminister Horst Seehofer besucht jetzt die Orte, die mit den Schneemassen kämpfen, dankt den Helfern - und bringt neue mit.

DPA
Montag, 14.01.2019   11:54 Uhr

Der Schnee liegt tonnenschwer auf den Dächern im Berchtesgadener Land. Nun stellt die Bundespolizei 230 Einsatzkräfte zur Unterstützung der Helfer in den tief verschneiten Gebieten bereit.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sagte bei einem Besuch in der Region: "Das ist ein Signal, dass man in einer solchen Situation einfach zusammensteht." Seehofer traf sich mit Rettungs- und Hilfskräften vor Ort. Die Menschen leisteten seit Tagen "Übermenschliches", sagte er am Montag bei seinem Besuch.

Bereits tausend Rettungskräfte im Einsatz

Der Landrat des Berchtesgadener Lands habe die Bundespolizei am Samstag um Hilfe gebeten. In der Region gilt seit Tagen der Katastrophenfall. Bereits mehr als tausend Kräfte von Bundeswehr, Feuerwehr, Rotem Kreuz und Technischem Hilfswerk räumen unter anderem Schneemassen von einsturzgefährdeten Dächern.

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Winter: Schneemassen in den Alpen

Seehofer macht sich ein Bild von den seit Tagen andauernden Schneefällen in den bayerischen Alpen. Für die bayerischen Alpen gilt die zweithöchste Lawinenwarnstufe. Die Zufahrt zur Gemeinde Balderschwang ist wegen der Gefahr von Abgängen seit Sonntag gesperrt. Rund 1300 Menschen sitzen in dem Skiort fest. Am Montagmorgen beschädigte eine große Lawine ein Hotel in Balderschwang, dabei wurde niemand verletzt. In den höheren Lagen der Alpen waren außerdem bereits neue extreme Schneefälle vorhergesagt. Dadurch sollte nach Angaben des Wetterdiensts das Schneebruchrisiko weiter stark steigen.

Am späten Sonntagabend hatte eine Lawine Teile der Bundesstraße 305 im Landkreis Berchtesgadener Land verschüttet. Verletzt wurde niemand, der Streckenabschnitt blieb gesperrt. Am Montagmorgen traf eine Lawine ein Hotel im Winterskiort Balderschwang. Auch hier wurde niemand verletzt. Bereits am Donnerstag hatte das Landratsamt den Katastrophenfall ausgerufen.

Die Einsatzkräfte kommen kaum hinterher: Bei den Einsatzleitungen sind mittlerweile Meldungen über knapp 900 Dächer eingegangen, die von erheblicher Schneelast bedeckt sind; bis Samstagabend konnten laut Landratsamt nur gut 300 davon freigeschaufelt werden. Es werde nach Dringlichkeit abgestuft, sagte ein Sprecher des Landratsamts.

Im Video: Bundeswehr hilft beim Winterdienst

Foto: DPA

Auch Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) machte sich bereits ein Bild von der Lage: Sie begleitete Gebirgsjäger bei einem Einsatz im Berchtesgadener Ortsteil Buchenhöhe. Sie lobte die Arbeit der Soldaten und sagte, die Bundeswehr komme, wenn sie gebraucht werde.

Der Deutsche Wetterdienst erwartet bis Dienstagmittag Neuschnee für die bayerischen Alpen. Für andere Teile des Landes droht Schneematsch. Die Last auf Bäumen und Dächern könne damit weiter zunehmen.



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höh/dpa

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