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Politik

Großeinsatz der Polizei

Rechte Kundgebung in Köthen gestartet

Eine Woche nach dem Tod eines 22-Jährigen in Köthen laufen erneut Hunderte rechte Demonstranten durch die Stadt - parallel dazu findet eine Gegendemo statt. Mehr als tausend Polizisten sind vor Ort.

Sonntag, 16.09.2018   19:14 Uhr

Die Kundgebung rechtsgerichteter Gruppierungen in der Kleinstadt Köthen in Sachsen-Anhalt hat begonnen. Hunderte Menschen zog es am Sonntagnachmittag auf den Marktplatz, nach bisherigen Schätzungen waren es zu Beginn etwa 700 mit steigender Tendenz.

Viele Deutschlandfahnen wehten, auf Plakaten standen Aufschriften wie: "Wir sind Chemnitz! Wir wollen keine Messermänner", auf einem Transparent war "Danke Herr Maaßen für die Wahrheit" zu lesen. "Merkel muss weg"-Rufe ertönten.

Unter anderem hatte das fremdenfeindliche Dresdner Pegida-Bündnis und der rechtsgerichtete Verein "Zukunft Heimat" aus Brandenburg zu der Demo aufgerufen, der auch in Cottbus aktiv ist.

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Sachsen-Anhalt: Köthen rüsten sich für Demos

Auch AfD-Vertreter waren in Köthen, darunter Ex-Fraktionschef André Poggenburg. Am Rande sprach er von einer "Gewaltserie", die es in Deutschland gebe, und machte die Politik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) dafür mitverantwortlich.

Etwa zeitgleich setzte sich am Bahnhof in Köthen eine Gegendemo gegen rechte Hetze in Bewegung, zuvor hatte es dort zunächst eine Kundgebung gegeben. Geschätzt waren dort 600 Demonstranten, der Veranstalter sprach von 700 bis 800.

Am Samstag hatten Einwohner der Stadt ein Zeichen gegen rechte Demonstranten gesetzt und die Route der Demo und den Marktplatz großflächig mit Kreide bemalt. Dort soll am Abend die Abschlusskundgebung stattfinden. Fotos zeigen Blumenmotive, Peace-Zeichen und den Schriftzug "Frieden für Köthen" - siehe Fotostrecke oben und Video unten.

Hintergrund der Demos ist der Tod eines 22-Jährigen vor einer Woche. Nach Behördenangaben starb der schwer herzkranke Deutsche an einem Infarkt, nachdem er sich schlichtend in einen Streit zwischen mehreren Afghanen eingeschaltet hatte und ins Gesicht geschlagen wurde. Zwei 18 und 20 Jahre alte Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft. Seit dem Tod des jungen Mannes gab es mehrere Demos in der Stadt.

hda/dpa

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