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Politik

Fall Nasibullah S.

Zu Unrecht abgeschobener Asylbewerber ist wieder in Deutschland

Er war unrechtmäßig nach Afghanistan abgeschoben worden, nun ist er zurück in Deutschland: Nasibullah S. landete am Sonntagnachmittag am Flughafen Berlin-Tegel.

DPA

Gebäude vom Flughafen Berlin-Tegel

Sonntag, 12.08.2018   17:26 Uhr

Der zu Unrecht aus Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern abgeschobene Asylbewerber Nasibullah S. aus Afghanistan ist zurück in Deutschland. Der 20-Jährige landete am Sonntagnachmittag um 14.16 Uhr an Bord einer Maschine auf dem Flughafen Berlin-Tegel, wie ein Sprecher der Bundespolizei der Nachrichtenagentur dpa sagte.

Eine Mitarbeiterin seiner Anwältin habe ihn in Empfang genommen. Er soll sich nun an diesem Montag bei der Ausländerbehörde in Neubrandenburg melden. Sein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Greifswald wird voraussichtlich im September fortgeführt.

"Ich freue mich, wieder in Deutschland zu sein. Ich hoffe, dass ich hier bleiben darf, und ich danke für die große Unterstützung", sagte Nasibullah S. kurz nach seiner Ankunft in Berlin dem Norddeutschen Rundfunk. Nach Informationen des Senders machte er sich kurz darauf auf den Weg in die Asylbewerberunterkunft in Neubrandenburg, in der er schon vor seiner Abschiebung gelebt hatte.

Verfahren um Asylantrag von 2015 läuft noch

Der Mann, der seit 2015 in der Bundesrepublik lebte, war einer jener 69 Menschen, die Anfang Juli mit einem Charterflug aus München nach Afghanistan abgeschoben worden waren. Wegen eines noch laufenden Verfahrens am Verwaltungsgericht Greifswald hätte der 20-Jährige aber nicht abgeschoben werden dürfen.

Er hatte gegen die Ablehnung seines Asylantrags geklagt und sollte noch vor Gericht angehört werden. Nach Angaben von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) die Identität des Mannes falsch zugeordnet. Dieses muss nun auch die Kosten für die aufwendige Rückführung tragen.

Seehofers Bemerkung sorgte für Kritik

Seehofer hatte die Abschiebung seinerzeit mit den Worten kommentiert: "Ausgerechnet an meinem 69. Geburtstag sind 69 - das war von mir nicht so bestellt - Personen nach Afghanistan zurückgeführt worden. Das liegt weit über dem, was bisher üblich war." Für die flapsige Bemerkung musste der Innenminister viel Kritik einstecken, die er aber als unpassend zurückwies. Später wurde bekannt, dass sich einer der Abgeschobenen in Kabul erhängt hatte.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa sorgte das Auswärtige Amt im Fall Nasibullah S. zunächst dafür, dass der Mann nach seiner Abschiebung nahe Kabul sicher untergebracht wurde. Von dort wurde er am vergangenen Mittwoch in die pakistanische Hauptstadt Islamabad gebracht, wo er von der deutschen Botschaft ein Visum für die Weiterreise erhielt. Von Islamabad flog er nun über Istanbul nach Deutschland.

gru/dpa

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