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Politik
Donnerstag, 07.12.2017   04:51 Uhr

Die Lage am Donnerstag

Liebe Leserin, lieber Leser,

Parteitage der SPD verlaufen mitunter anders als geplant. 1995 sollte es einen Jubelkongress für Rudolf Scharping geben, doch dann wurde er von Oskar Lafontaine gestürzt. 2015 wollte Sigmar Gabriel gegen Kanzlerin Angela Merkel durchstarten, aber nach einem desaströsen Parteitag musste er ein gutes Jahr später zurücktreten.

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Mehr dazu im SPIEGEL

Heft 49/2017
Verlierer an die Macht!
Die Kleine Koalition - was sie anrichten und bewirken könnte

Heute stellt sich der einstige Hundert-Prozent-Mann Martin Schulz den Delegierten, und wieder prognostizieren die gewöhnlich gut unterrichteten Kreise einen harmonischen Kongress-Verlauf. Kommt es anders, sollten die Genossen den berühmten Satz Franz Münteferings demnächst mit einem kleinen Zusatz versehen: Der SPD-Vorsitz ist das schönste Amt nach dem Papst - es sei denn, es ist Parteitag.

Draghis Bowle

AFP

Heute stellt Mario Draghi neue Regeln für das internationale Bankgeschäft vor, um die Risiken im Finanzsektor zu minimieren. Ein schöner Plan des obersten europäischen Geldpolitikers, nur sind die eigentlichen Gefahrenherde heute mit anderen Schlagworten verbunden: Bitcoin, FinTechs, Immobilienblase. "Du musst die Bowle vom Tisch räumen, bevor die Party richtig losgeht", lautet seit jeher die Losung von Draghi und seinen Kollegen. Das Problem ist nur: Was tut man, wenn die Party inzwischen woanders steigt?

Die Computerauto-Kids

picture alliance / Waymo/dpa

Dass schon bald Roboterautos über Deutschlands Straßen flitzen, gilt vielen Experten als ausgemacht. Mein Kollege Wolfgang Dworschak ist sich da nicht so sicher, wie seine Reportage über einen wissenschaftlichen Großversuch im holländischen Städtchen Delft zeigt, die Sie heute bei SPIEGEL Plus lesen können. Weil die Computer-Mobile viele menschliche Gesten und Signale nicht richtig deuten können, droht der Verkehr zum Erliegen zu kommen, zum Beispiel durch den Schabernack von Kindern. Sie könnten sich einen Spaß daraus machen, schreibt Dworschak, "in den Straßen die autonomen Autos aufzustauen wie Bachläufe".

Verlierer des Tages...

DPA

... ist Heinrich Hiesinger. Der Vorstandschef müht sich seit Jahren, den angeschlagenen Thyssen-Krupp-Konzern zu sanieren; doch nun wächst überall der Widerstand. Auf der heutigen Betriebsversammlung werden die Gewerkschaften gegen die geplante Fusion der Stahlsparte mit der indischen Tata-Gruppe protestieren. Zugleich fordern Großinvestoren, den Konzern komplett zu zerschlagen, um mehr Geld zu verdienen. Merke: Ein Manager sollte sich entweder mit seinen Eigentümern oder mit seinen Arbeitnehmern anlegen - aber nie mit beiden zugleich.

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Ich wünsche Ihnen einen stressfreien Tag,

Ihr Michael Sauga

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Morning Briefings wurde für diesen Donnerstag die Eröffnung der neuen Schnellbahnstecke zwischen Berlin und München angekündigt - der Termin steht erst für Freitag auf dem Programm.

insgesamt 4 Beiträge
Listkaefer 07.12.2017
1. Warum setzt SPON ...
... eigentlich diesen unsäglichen Abgesang auf die SPD immer weiter fort? Ihr Parteitag dient dazu, sich zu ordnen. Und das wird die SPD schaffen, mit Schulz. Warum arbeiten sich Spiegelleute nicht mal an Merkels Führungs- und [...]
... eigentlich diesen unsäglichen Abgesang auf die SPD immer weiter fort? Ihr Parteitag dient dazu, sich zu ordnen. Und das wird die SPD schaffen, mit Schulz. Warum arbeiten sich Spiegelleute nicht mal an Merkels Führungs- und Konzeptionslosigkeit ab, oder an der Zerissenheit der nach rechts driftenden CSU, oder dem erratischen Verhalten des Posterboys Lindner? Aber nein, die SPD ist für immer die Watschenpartei! Einfach nur mies diese Einseitigkeit.
oceang 07.12.2017
2. Auf dem SPD Parteitag wird nicht viel passieren
Die Parteispitze wird weiter auf Verzögerungstaktik setzen und es in die Richtung lenken ,dass es zu der Frage von Verhandlungen über eine Groko eine Mitgliederbefragung geben soll. Weichkochen also. Hat beim letzten Mal ja auch [...]
Die Parteispitze wird weiter auf Verzögerungstaktik setzen und es in die Richtung lenken ,dass es zu der Frage von Verhandlungen über eine Groko eine Mitgliederbefragung geben soll. Weichkochen also. Hat beim letzten Mal ja auch funktioniert. Generell lässt der Regierungsbildungsprozess der letzten Wochen nur den Schluss zu, dass Merkel es wohl geschafft hat das Prinzip des "Aussitzens" als Staatsreason zu etablieren.
i.dietz 07.12.2017
3. Liebe Genossen
"fallt" bitte nicht um - sonst Gute Nacht SPD !
"fallt" bitte nicht um - sonst Gute Nacht SPD !
ollux 07.12.2017
4.
Die SPD unter Schulz ist durch dessen Schuld in einem Dilemma! Geht sie eine große Koalition mit der CDU/CSU ein , wird Merkel die Partei weiter assimilieren, denn thematisch kann sie wie in den letzten vier Jahren nicht punkten. [...]
Die SPD unter Schulz ist durch dessen Schuld in einem Dilemma! Geht sie eine große Koalition mit der CDU/CSU ein , wird Merkel die Partei weiter assimilieren, denn thematisch kann sie wie in den letzten vier Jahren nicht punkten. Es hilft also nur eine Restauration sozialer Kräfte in der Opposition , um dann gegebenfalls mit rot/rot/grün einen gänzlich neuen politischen Ansatz zu wagen. Die Schärfung des Parteiprofils ist natürlich nur ohne Schulz möglich, der vom Wähler nicht als Führungspersönlichkeit wahrgenommen wird.
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