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Politik

SPD-Chef Gabriel

"Wenn schon 20 Prozent, dann stolze 20 Prozent"

Umfragen sehen die SPD im 20-Prozent-Keller. Davon sollte sich die Partei aber nicht entmutigen lassen, sagt Parteichef Sigmar Gabriel und empfiehlt Selbstbewusstsein.

REUTERS

Sigmar Gabriel

Mittwoch, 01.06.2016   14:35 Uhr

Trotz schwacher Umfrageergebnisse sollen die Sozialdemokraten Selbstbewusstsein demonstrieren - dazu hat Parteichef Sigmar Gabriel in einem Interview in der Wochenzeitung "Die Zeit" aufgerufen. "Wenn schon 20 Prozent, dann stolze 20 Prozent", sagte der Bundeswirtschaftsminister. Die SPD habe "beste Chancen", bei der Bundestagswahl 2017 "ein richtig gutes Ergebnis" zu erzielen.

Seine Partei liegt in Umfragen derzeit bei den meisten Instituten bei 21 Prozent. Bei der Bundestagswahl 2013 hatte sie 25,7 Prozent erreicht.

Voraussetzung für eine Trendwende in der Wählergunst sei, dass die Genossen stolz sein sollten auf ihr Regierungshandeln, sagte Gabriel weiter. Die Schwäche der Sozialdemokraten in den Umfragen erklärte er auch damit, dass viele Wähler Reformen wie Mindestlohn und Mietpreisbremse nur als Sozialreparatur sehen würden.

Die SPD müsse Reformen "grundsätzlicher anlegen". Als Beispiel nannte er die Rente. Es reiche nicht mehr, immer wieder an Stellschrauben zu drehen, "um das Rentenniveau irgendwie stabil zu halten". Zu fragen sei, ob man das System nicht stärker so organisieren müsse wie in der Schweiz. Dort werde der Millionär gemäß seiner Finanzkraft belastet, bekomme aber am Ende weniger raus, als er eingezahlt habe.

Die Sozialdemokraten suchten radikalere Antworten, "weil die Verhältnisse sich radikalisieren", sagte Gabriel. Er kritisierte, dass "dem Gemeinwohl jedes Jahr 150 Milliarden Euro durch die Lappen gehen". Die Reichen und Superreichen hätten jede Solidarität mit der Gesellschaft aufgekündigt. Das sei "radikal asozial und ein radikaler Angriff auf die Grundlagen dieser Gesellschaft. Den müssen wir abwehren". Steuerschlupflöcher müssten geschlossen, legale Tricksereien vom Gesetzgeber beendet werden.

Drastische Worte wählte Gabriel bei einem anderen Thema: In Berlin warnte er vor einem Austritt Großbritanniens aus der EU. "Das Gewicht der EU, aber auch das Vertrauen in den Zusammenhalt und die Festigkeit der EU würden dramatisch sinken." Schon die ökonomischen Folgen wären für Großbritannien und auch Europa gravierend. "Dieses Europa würde weniger ernst genommen werden", warnte Gabriel.

vks/Reuters

insgesamt 107 Beiträge
genaumeinding 01.06.2016
1. Lust am Untergang
Wenn schon Untergang, dann aber richtig. Er kann sich die Schuhe mit den 18 % unter der Sohle ausleihen. Das wuerde Selbstironie beweisen.
Wenn schon Untergang, dann aber richtig. Er kann sich die Schuhe mit den 18 % unter der Sohle ausleihen. Das wuerde Selbstironie beweisen.
Robeuten_II 01.06.2016
2. warum hakt eigentlich kein Interviewer bei solchen
Sätzen nach: "Voraussetzung für eine Trendwende in der Wählergunst sei, dass die Genossen stolz sein sollten auf ihr Regierungshandeln, sagte Gabriel weiter." HÄH? Also, man muß nur trotz Totalversagen einfach nur [...]
Sätzen nach: "Voraussetzung für eine Trendwende in der Wählergunst sei, dass die Genossen stolz sein sollten auf ihr Regierungshandeln, sagte Gabriel weiter." HÄH? Also, man muß nur trotz Totalversagen einfach nur daran glauben, wie toll man ist, und dann lieben einen die Wähler? Das ist doch soo einfach, Siggi - warum nur stürzt ihr immer weiter ins Bodenlose?!? Übrigens, früher hat die SPD die Opposition durchaus für Erneuerung genutzt... naja.
troy_mcclure 01.06.2016
3.
... Die SPD habe "beste Chancen", bei der Bundestagswahl 2017 "ein richtig gutes Ergebnis" zu erzielen."..."Voraussetzung für eine Trendwende in der Wählergunst sei, dass die Genossen stolz sein [...]
... Die SPD habe "beste Chancen", bei der Bundestagswahl 2017 "ein richtig gutes Ergebnis" zu erzielen."..."Voraussetzung für eine Trendwende in der Wählergunst sei, dass die Genossen stolz sein sollten auf ihr Regierungshandeln, sagte Gabriel weiter. Die Schwäche der Sozialdemokraten in den Umfragen erklärte er auch damit, dass viele Wähler Reformen wie Mindestlohn und Mietpreisbremse nur als Sozialreparatur sehen würden."... Gebt mir bitte was von dem gleichen Zeug, dass auch Gabriel vor seinen Aussagen genommen hat!
sport1 01.06.2016
4. Ich habe selten...
so herzhaft gelacht. Also sind die Prognosen noch viel schlechter, wenn so ein Artikel geschrieben werden muss. Ich schätze mal, es werden grandiose, stolze, tolle, herrliche 15% :)
so herzhaft gelacht. Also sind die Prognosen noch viel schlechter, wenn so ein Artikel geschrieben werden muss. Ich schätze mal, es werden grandiose, stolze, tolle, herrliche 15% :)
karlbe 01.06.2016
5. Das ist..
doch mal die richtige Einstellung. Ich binmir sicher, wenn Siggi gabriel weiterhin wie bisher alle fünf minuten seine Meinung wechselt, hat er nald das gesamte Wählerspektrum abgedeckt und wird die SPD zu stolzen 15 % führen. [...]
doch mal die richtige Einstellung. Ich binmir sicher, wenn Siggi gabriel weiterhin wie bisher alle fünf minuten seine Meinung wechselt, hat er nald das gesamte Wählerspektrum abgedeckt und wird die SPD zu stolzen 15 % führen. er sollte nur noch etwas deutlicher machen, welche "Steuerschkupflöcher" er denn stopfen will, damit er 150 Milliarden mehr Steuereinnahmen hat und wie die SPD diese Steuereinnahmen ausgeben will. Vielleicht als Prämie für SPD-Wähler? Die würden reich, es gibt ja nicht mehr so viele.
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