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Flensburger Oberbürgermeisterin will gegen Nahles antreten

Aus Flensburg kommt ein neuer Personalvorschlag für den SPD-Bundesvorsitz: Simone Lange will übereinstimmenden Medienberichten zufolge kandidieren und gegen Andrea Nahles antreten.

DPA

Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange (Archivbild)

Dienstag, 13.02.2018   05:32 Uhr

In einem Brief an den Bundesvorstand hat Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange überraschend ihre Kandidatur für den SPD-Bundesvorsitz angekündigt. Die 41-Jährige würde somit gegen die SPD-Fraktionsvorsitzende Andrea Nahles antreten. Der Brief liegt dem Nachrichtenportal shz.de und dem NDR nach eigenen Angaben vor.

Demzufolge wolle Lange, die vier Jahre im Kieler Landtag saß und seit einem Jahr Oberbürgermeisterin in Flensburg ist, den Mitgliedern eine Stimme geben und sie ernsthaft am Entscheidungsprozess beteiligen. "Ich möchte der SPD eine Wahl ermöglichen. Das wäre ein erster Schritt, den Mitgliedern wieder das Gefühl zu geben, dass sie es sind, die die Stimmung und die Richtung der Partei bestimmen." Langes Ziel sei es, durch diesen Schritt die SPD wieder zu einer stolzen Partei der sozialen Gerechtigkeit machen.

In dem Brief heißt weiter: "Eine Einzel-Kandidatur, die ohne große Diskussion durchgewunken wird, kann kein Zeichen für einen Aufschwung oder einen Neuanfang sein." Sie könne die Ohnmacht vieler Mitglieder gegenüber denen, die in Berlin Entscheidungen treffen würden, ohne die Basis einzubeziehen, sehr gut nachvollziehen. Das Amt "darf nicht von einer kleinen Gruppe intern festgelegt werden", so Lange, die eine offene Diskussion darüber fordert, wer die Partei künftig führen soll.

Am Mittwoch hatte der bisherige Vorsitzende Martin Schulz seinen Rückzug angekündigt, er will das Amt nach dem Mitgliederentscheid über den Koalitionsvertrag mit der Union an Nahles abgeben. Nun könnte Nahles den Vorsitz kommissarisch aber schon am Dienstag übernehmen, wenn sich das Parteipräsidium dazu entscheidet. Sie müsste dann binnen drei Monaten von einem Sonderparteitag mit 600 Delegierten gewählt werden.

Zuvor hatte SPD-Vize Ralf Stegner nach dem Aufruhr in verschiedenen SPD-Lagern und dem Rückzug von Schulz ein Ende der Personaldebatte und der "Disziplinlosigkeit" in seiner Partei gefordert. Im ZDF-"Morgenmagazin" sagte er, dass es nicht mehr um Einzelinteressen gehen dürfe, sondern nur darum, in der Partei über Inhalte zu streiten und ob die Mitglieder dem Koalitionsvertrag zustimmten oder nicht.



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cop/max

insgesamt 114 Beiträge
michael.krispin 13.02.2018
1. Ein mutiger aber ehrlicher Schritt. Fresse und Baetschi, no way
Viel Gluek Frau Lange
Viel Gluek Frau Lange
hanfbauer2 13.02.2018
2. gratuliere zu soviel Courage und viel Glück!
Ich kenne Frau Lange nicht, aber allein ihr Bewerbungsschreiben unter http://simone-lange.de/ und der ebendort publizierte Lebenslauf lassen die (leise) Hoffnung aufkommen, dass es mit der SPD nicht zwangsläufig so weiter geht [...]
Ich kenne Frau Lange nicht, aber allein ihr Bewerbungsschreiben unter http://simone-lange.de/ und der ebendort publizierte Lebenslauf lassen die (leise) Hoffnung aufkommen, dass es mit der SPD nicht zwangsläufig so weiter geht wie bisher. Im Gegensatz zu Frau Nahles hat Frau lange auch mal 13 Jahre als Kripo-Beamtin gearbeitet bevor sie SPD-Funktionärin geworden ist. Das ist nicht zwingend eine Garantie für mehr Bürgernähe - aber abgehobener und arroganter als Nahles kann sie ja schwer sein, wenn die Bürger in Flensburg sie zur Oberbürgermeisterin gewählt haben. Nahles kam im übrigen immer nur über einen Listenplatz in den Bundestag und ist der Prototyp der Hinterzimmer- Karrieristin. Schön dass die SPD jetzt eine echte Wahl hat!
uweweber50 13.02.2018
3. Freu
mich. Endlich etwas gegen diese Vorstand-Kungeleien im Hinterzimmer. Nur so geht Verjüngung. Wenn Kühnert auch den Hut in den Ring wirft wär es noch besser. Dann wäre die unbeliebte Nahles weg vom Fenster. Nur mit Schulz hatte [...]
mich. Endlich etwas gegen diese Vorstand-Kungeleien im Hinterzimmer. Nur so geht Verjüngung. Wenn Kühnert auch den Hut in den Ring wirft wär es noch besser. Dann wäre die unbeliebte Nahles weg vom Fenster. Nur mit Schulz hatte sie überhaupt eine Chance. Hoffentlich geht ein Beben durch diese verkrustete SPD.
fb-netzwerk 13.02.2018
4. Gelebte Demokratie
Applaus, Applaus! Das sich jemand traut, den Filz in der Funktionärskaste in Berlin aufzubrechen, finde ich mutig und förderlich für die Demokratie. lch wünsche Frau Lange viel Erfolg. Neue unverbrauchte Menschen können die [...]
Applaus, Applaus! Das sich jemand traut, den Filz in der Funktionärskaste in Berlin aufzubrechen, finde ich mutig und förderlich für die Demokratie. lch wünsche Frau Lange viel Erfolg. Neue unverbrauchte Menschen können die alte Tante modernisieren und zu den Wurzeln führen, nicht diese berliner machtversessene, föllig abgehobene, selbstverliebte, egomanische Berufspolitikerclique. Ps. Eine Frau Nahles braucht dieses Land nun wirklich nicht!
bartnelke 13.02.2018
5.
kämpferisch, Respekt
kämpferisch, Respekt

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