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Politik

SPD-Vorsitz

Schulz schlägt Nahles als Nachfolgerin vor, kommissarisch übernimmt Scholz

Stürmische Zeiten in der SPD: Martin Schulz gibt wie erwartet seinen Chefposten ab, als Nachfolgerin hat er Andrea Nahles vorgeschlagen. Kommissarisch übernimmt nach SPIEGEL-Informationen Olaf Scholz die Führung der Partei - bis zum 22. April.

HEINE/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Martin Schulz und Andrea Nahles.

Dienstag, 13.02.2018   18:46 Uhr

Das SPD-Präsidium und der Parteivorstand haben die Bundestags-Fraktionschefin Andrea Nahles einstimmig für den Parteivorsitz nominiert. Die Wahl werde am 22. April auf einem Parteitag in Wiesbaden stattfinden, sagte der scheidende Parteichef Martin Schulz. Nach SPIEGEL-Informationen übernimmt Olaf Scholz in seiner Funktion als dienstältester Stellvertreter bis dahin das Amt kommissarisch.

Mit der Entscheidung, kommissarisch auf Scholz zu setzen, sollen parteiinterne Kritiker besänftigt werden. Neben der SPD in Schleswig-Holstein und Berlin hatte sich auch die Partei in Sachsen-Anhalt gegen die Überlegung ausgesprochen, dass Fraktionschefin Nahles die kommissarische Führung der Bundespartei übernehmen könnte. Die drei Landesverbände forderten, einer der sechs stellvertretenden Parteivorsitzenden solle das Amt vorläufig übernehmen.

Zudem hatte die Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange erklärt, sie wolle gegen Nahles antreten. Dieses Chaos sorgt für katastrophale Umfragewerte. Gegenwärtig würden weniger als 17 Prozent der Partei ihre Stimme geben, wie der SPON-Wahltrend zeigt.

"Ich bin sicher, die Sozialdemokratische Partei Deutschlands wird mit Andrea Nahles an der Spitze zu alter Kraft zurückfinden", sagte Schulz. Er selbst habe den Parteivorsitz "gerne ausgeübt", doch "ich scheide ohne Bitterkeit und ohne Groll aus diesem Amt".

Im Video: Rücktritt von Martin Schulz

Foto: DPA

Mit seinem Verzicht auch auf die Mitgliedschaft in der neuen Bundesregierung wolle er dazu beitragen, die Personaldebatten in der SPD zu beenden und die Aufmerksamkeit der Mitglieder wieder auf den Koalitionsvertrag lenken, der "ein guter Koalitionsvertrag" sei.



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vme/cte/dop

insgesamt 103 Beiträge
womo88 13.02.2018
1. Wer ist Schulz?
Das ist doch der, der von 100 % auf 0 % gefahren ist. Das ist doch der ständig Wortbruch begangen hat. Das ist doch der, der die aktuellen Umfragewerte der SPD von 16,4 % mitzuverantworten hat. Nicht sehr Vertrauen erweckend. Und [...]
Das ist doch der, der von 100 % auf 0 % gefahren ist. Das ist doch der ständig Wortbruch begangen hat. Das ist doch der, der die aktuellen Umfragewerte der SPD von 16,4 % mitzuverantworten hat. Nicht sehr Vertrauen erweckend. Und Frau "Bätschi" mit ihrem Gassenslang "Dann gibt`s auf die FResse" ist auch nicht so meine Wahl. Also, liebe SPD, 16,4 % habt ihr schon; ihr werdet es auch noch unter die AfD schaffen und euch trotzdem Volkspartei nennen. Ab wann ist man Volkspartei?
dirk1962 13.02.2018
2. Das Chaos geht weiter
Wie soll die Basis das nun wieder verstehen? Vermutlich gar nicht, wie so vieles in den letzten Wochen. Ich fürchte, jetzt ist der ganze Vorstand der Partei gescheitert.
Wie soll die Basis das nun wieder verstehen? Vermutlich gar nicht, wie so vieles in den letzten Wochen. Ich fürchte, jetzt ist der ganze Vorstand der Partei gescheitert.
HLoeng 13.02.2018
3. Wanted!
Wo ist Oppermann?
Wo ist Oppermann?
andy_lettau 13.02.2018
4. Puh ...
Auch wenn es bei den angeblich Christlichen auch aus dem Ruder gelaufen ist und Frau dort weiterhin irgendwie vor sich hin heimhorstet, murkst und merkelt: Vielleicht bräuchte die SPD nach dem ganzen Geschulze einen [...]
Auch wenn es bei den angeblich Christlichen auch aus dem Ruder gelaufen ist und Frau dort weiterhin irgendwie vor sich hin heimhorstet, murkst und merkelt: Vielleicht bräuchte die SPD nach dem ganzen Geschulze einen Parteivorsitzenden à la Papst Franziskus, um wieder vorlebende Glaubwürdigkeit zu erlangen. Leider hat die amtierende SPD-Führungsriege aber zu viel Pattex am Popo, um dies einzusehen. Vermutlich wird dort jetzt der vorhandene Restklebstoff an den Inneren Kreis verteilt, um selber pekunär nix auf die Fresse zu bekommen - bevor das Ende nahlet. Als Wählerpack ist man angesichts dieser Umstände einfach nur noch enttäuscht. Und geneigt raus ins Braune zu ziehen und die Alternative für Doofe zu wählen (was aber aus nicht geht, da man nicht in einem Weiland leben möchte, in dem ein Gauleiter faselt). Was bleibt also? Man lutscht an seinen Lindner-Pralinen mit fadem Beigeschmack, nippt lustlos am grünen Tee vom Mann aus dem Wald, wälzt sich nach links und driftet kurzzeitig verträumt in ostalgische Zeiten. Dann entscheidet man sich, die Peanuts zu wählen. Aber Charlie Brown kandidiert leider nicht ...
SammyDJ 13.02.2018
5. Nahles wird der Sargnagel
Ehrlich, die Auf-die-Fresse-Nahles wäre die Krönung der Schulzschen Führungsverirrung. Mit ihr würde die SPD in der absoluten Bedeutungslosigkeit verenden. Sie ist einfach unwählbar. Lasst den Scholz das machen, den mag man [...]
Ehrlich, die Auf-die-Fresse-Nahles wäre die Krönung der Schulzschen Führungsverirrung. Mit ihr würde die SPD in der absoluten Bedeutungslosigkeit verenden. Sie ist einfach unwählbar. Lasst den Scholz das machen, den mag man wenigstens wählen. Die SPD hat zwar auch ein systemisch-inhaltliches Problem, vor allem aber hat sie das Problem kein massenwirksames Personal zu haben, bzw. seit Schröder nicht mehr auszuhalten.

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