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Politik
Freitag, 10.08.2018   18:04 Uhr

Betrifft

Tourismus, #MeToo, Aldi

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Titelbild

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Heft 33/2018
Das verlorene Paradies
Wie der Reisende zerstört, was er liebt

Hans Magnus Enzensberger ist ein kluger Mann. In seiner "Theorie des Tourismus" schrieb er 1958: "Die Tugend, die man beschwören will, wird vernichtet, indem man sie in Anspruch nimmt." 60 Jahre später zeigt sich, wie recht er damals gehabt hat, denn die Reisebranche ist dabei, an ihrem Erfolg zu kollabieren. An den Flughäfen im Land herrscht Chaos, die Urlaubsorte sind überfüllt und überfordert.

Nezik (M.), Touristen am Goldstrand, Bulgarien

In der Titelgeschichte beschreibt ein SPIEGEL-Team, wie die Globalisierung und die Digitalisierung den Tourismusboom befeuern. Die Journalisten recherchierten in der Provence, in Zell am See, Porto, Rom und Amsterdam. Ann-Kathrin Nezik besuchte den Goldstrand in Bulgarien, der für deutsche Partytouristen zum neuen Dorado werden soll, mit Schaumdisco und dem halben Liter Bier für umgerechnet zwei Euro. Es gibt Reiseziele, wo die Einheimischen die Gäste allerdings nicht mehr als Segen betrachten, sondern als Fluch, der die eigene kulturelle Identität gefährdet: Auf Mallorca haben Aktivisten nervige Touristen mit Pferdemist beworfen.


Vergangene Woche traf Philipp Oehmke im New Yorker Büro des SPIEGEL den Anwalt und Journalisten Ronan Farrow, der mit seinen Enthüllungen über die Missbrauchs- und Vergewaltigungsvorwürfe gegen Harvey Weinstein maßgeblich zum Sturz des Filmproduzenten beigetragen hat. Seine Artikel lösten die #MeToo-Bewegung mit aus. Ronan Farrow ist der Sohn Mia Farrows und Woody Allens, und er ist überzeugt, dass dieser seine Adoptivschwester missbraucht hat. Er habe hart mit sich gerungen wegen der Anschuldigungen gegen seinen Vater, sagt er im Gespräch, es sei "das Letzte, was ich glauben wollte".

Glenn Oakley / DER SPIEGEL

Hutt, Fowler in Idaho

Ein Star aus Hollywood, der im Zuge der Weinstein-Affäre seine Karriere und Ehre verloren hat, ist Oscarpreisträger Kevin Spacey. Dessen Werdegang verfolgt Felix Hutt seit "Die üblichen Verdächtigen" 1995 ins Kino kam, einer seiner Lieblingsfilme. Nachdem mehrere Männer Spacey im Herbst sexuelle Belästigung vorgeworfen hatten, tauchte der Schauspieler ab. Spacey gilt als Persona non grata, obwohl es in seinem Fall bisher weder eine Anklage gibt noch eine Anhörung. Hutt ging auf Spurensuche: Er traf ein potenzielles Opfer, sprach in Los Angeles mit Ermittlern und in Idaho mit Spaceys Bruder Randy Fowler. "Die beiden haben keinen Kontakt mehr", sagt Hutt,

"aber was Fowler über ihre Kindheit erzählt, hilft, Spacey zu verstehen."


Gnirke

Für seinen rüden Umgang mit den eigenen Mitarbeitern ist der Essener Discounter Aldi Nord bekannt. Was Kristina Gnirke in Gesprächen mit Beschäftigten und ehemaligen Führungskräften erfuhr, überraschte sie dennoch. Derzeit versucht der Konzern, neue Betriebsvereinbarungen und Arbeitsverträge bei seinen fast 36.000 Mitarbeitern durchzusetzen - nach Ansicht kritischer Mitarbeiter und Betriebsräte zu deutlich schlechteren Konditionen. Sie fühlen sich von Konzernmanagern schikaniert und unter Druck gesetzt, weil sie an ihren alten Verträgen festhalten wollen. Zu Unrecht, findet Aldi. "Der Disput ist gravierend", sagt Gnirke.

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