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Politik

SPON-Wahltrend

Deutsche uneins über Spahn-Nominierung

Ist der konservative Merkel-Kritiker Jens Spahn der Richtige für das Amt des Gesundheitsministers? Der SPON-Wahltrend zeigt: Die Wähler sind sich uneins.

AFP

Jens Spahn

Dienstag, 27.02.2018   16:48 Uhr

Er gilt als Hoffnungsträger oder gar Galionsfigur der Konservativen - und soll bald Teil des Kabinetts einer Großen Koalition sein: Jens Spahn. Kanzlerin Angela Merkel will ihn zum Gesundheitsminister machen, sollte es zu einer Neuauflage der Großen Koalition kommen.

Damit bricht die CDU-Chefin mit ihrem Prinzip, sich im Kabinett nur mit absolut loyalen Parteifreunden zum umgeben. Schließlich profilierte sich Spahn in den vergangenen Monaten als ausdauernder Kritiker der Kanzlerin. Die CDU gehe "geschlossen als Team in die neue GroKo, und wir werden unserer Verantwortung gerecht", sagte der 37-Jährige nun.

Aber was halten die Wähler von der Personalie? Der SPON-Wahltrend zeigt, dass die Spahn-Berufung bei den Bürgern umstritten ist. Rund 39 Prozent der Befragten bewerteten diese als positiv, etwa 40 Prozent als negativ.

Nahezu ein Patt - auf den ersten Blick. Tatsächlich ist die Tendenz etwas weniger positiv. Denn bei der Antwort waren Abstufungen möglich: "Sehr positiv" finden demnach 15 Prozent der Befragten die Personalie Spahn. Das andere Extrem, "sehr negativ", wählten hingegen fast 20 Prozent.

Wenig überraschend kommt Spahn unter den Unionswählern besonders gut an. Von ihnen sind mehr als zwei Drittel (69 Prozent) einem Gesundheitsminister Spahn gegenüber positiv eingestellt, nur 14 Prozent negativ. Unter den AfD-Wählern, von denen Spahn mit seinem konservativen Kurs möglichst viele wieder an die Union binden möchte, ist er dagegen umstritten: Nur 31 Prozent sehen seine Berufung "positiv", 49 Prozent hingegen "negativ".

Die Fehlertoleranz lag bei dieser Umfrage bei 3,4 Prozent. Der Befragungszeitraum lag zwischen dem 26. und 27. Februar 2018. 5053 Menschen stimmten ab.

GroKo-Parteien erholen sich

In der SPONtagsfrage liegt die SPD in dieser Woche bei 18,2 Prozent und legt im Vergleich zur Vorwoche etwas zu (16,5 Prozent), der Zwischenwert liegt allerdings noch im Bereich der Fehlertoleranz von 2,5 Prozent. CDU und CSU kommen gegenwärtig auf 33,8 Prozent und würden damit im Vergleich zur Vorwoche ebenfalls besser abschneiden; da lagen sie noch bei 32,2 Prozent.

Die Grünen liegen in dieser Woche mit 12,6 Prozent auf dem dritten Platz. Dahinter folgt die AfD mit 12,0 Prozent. In der Vorwoche kam die Partei noch auf 14,6. Abgeschlagen liegt inzwischen die FDP auf dem sechsten Platz des Parteien-Rankings: Sie liegt Ende Februar bei noch acht Prozent. Die Linke käme auf 10,4 Prozent.

Auch der Verlauf der Umfragekurve über die vergangenen Wochen zeigt, dass sowohl Union als auch SPD nach einem kurzen Umfragetief wieder etwas zulegen.

Anmerkungen zur Methodik: Die Umfrage wurde in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey vom 20. bis 27. Februar erhoben. Die Stichprobe umfasste bei der SPONtagsfrage mehr als 11.000 Befragte. Der statistische Fehler lag hierbei bei 2,5 Prozent.



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Wie funktioniert die Civey-Methodik?
Das Meinungsforschungsinstitut Civey arbeitet mit einem mehrstufigen vollautomatisierten Verfahren. Alle repräsentativen Echtzeitumfragen werden in einem deutschlandweiten Netzwerk aus mehr als 20.000 Websites ausgespielt ("Riversampling"), es werden also nicht nur Nutzer von SPIEGEL ONLINE befragt. Jeder kann online an den Befragungen teilnehmen und wird mit seinen Antworten im repräsentativen Ergebnis berücksichtigt, sofern er sich registriert hat. Aus diesen Nutzern zieht Civey eine quotierte Stichprobe, die sicherstellt, dass sie beispielsweise in den Merkmalen Alter, Geschlecht und Bevölkerungsdichte der Grundgesamtheit entspricht. In einem dritten Schritt werden die Ergebnisse schließlich nach weiteren soziodemografischen Faktoren und Wertehaltungen der Abstimmenden gewichtet, um Verzerrungen zu korrigieren und Manipulationen zu verhindern. Weitere Informationen hierzu finden Sie auch in den Civey FAQ.
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Bis das Ergebnis einer Umfrage repräsentativ wird, müssen ausreichend viele unterschiedliche Menschen daran teilnehmen. Ob das bereits gelungen ist, macht Civey transparent, indem zu jedem Umfrageergebnis eine statistische Fehlerwahrscheinlichkeit angegeben wird. Auch die Zahl der Teilnehmer und die Befragungszeit werden für jede Umfrage veröffentlicht.
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insgesamt 41 Beiträge
mystyhax 27.02.2018
1. Unionswähler?
Jetzt mal ganz nüchtern und ohne Parteibrille betrachtet. Wie kann ich allen ernstes jemand wie Spahn positiv finden mit dem Hintergrund das er in seiner Position als gesunheitspolitischer Sprecher für die Politik der letzten [...]
Jetzt mal ganz nüchtern und ohne Parteibrille betrachtet. Wie kann ich allen ernstes jemand wie Spahn positiv finden mit dem Hintergrund das er in seiner Position als gesunheitspolitischer Sprecher für die Politik der letzten Jahre im Gesundheitswesen mitverantwortlich war. Ebenso unteranderem treibende Kraft bei der Absetzung von Sawicki der es gewagt hatte die Kosten und Nutzen von Medikamenten in Frage gestellt hat. Die Folgen der Politik von CSU/CDU und FDP (Die haben die Minister gestellt): Einseitige Erhöhung der Beiträge von Arbeitnehmern, die höchsten Medikamentenpreise in Europa, Pflegenotstand usw. Ich frage mich wen die Politik hier schützen will. Den Bürger dem er normalerweise verpflichtet ist offensichtlich nicht. Vielleicht die forschenden Pharmaunternehmen. Ups... die sitzen zum Grossteil im Ausland (Schweiz, USA, Kanada) Eventuell ist es für den ein oder anderen Unionspolitiker ja eher sinnvoll ausländische Firmen zu schützen als die eigene Bevölkerung. Man weiss ja nie
hpkeul 27.02.2018
2. Eine besonders überflüssige Umfrage
Sind die Wähler nicht immer gespalten? und sind 39% für den Minister einer Partei die nur 33% bekommen hat kein guter Wert? Spahn kann es egal sein. Merkel-Kritiker? Wenn das so war, kam diese Kritik in der Bandbreite von [...]
Sind die Wähler nicht immer gespalten? und sind 39% für den Minister einer Partei die nur 33% bekommen hat kein guter Wert? Spahn kann es egal sein. Merkel-Kritiker? Wenn das so war, kam diese Kritik in der Bandbreite von Lautlos bis äusserst gemäßigt in der Öffentlichkeit an. Selbst wenn; bei der SPD gilt Kritik als lobenswerter Demokratiebeweis. Bei der Union ist leichtes loyales Hüsteln ein Aufstand? Wir werden erleben dass der Mann einen guten Job macht. Da kommt es auf Umfragen nach der Wahl wohl kaum an
veron 27.02.2018
3. Seit wann ist der Gesundheitsminister so interressant ?
Ich kann Spahn selber nicht wirklich leiden das tut aber nix zur Sache. Und alle regen sich jetzt schon über Spahn auf? Was sDie meisten kennen doch nicht mal das Gesicht bzw. den Namen von dem letzen Gesundheitsminister, und [...]
Ich kann Spahn selber nicht wirklich leiden das tut aber nix zur Sache. Und alle regen sich jetzt schon über Spahn auf? Was sDie meisten kennen doch nicht mal das Gesicht bzw. den Namen von dem letzen Gesundheitsminister, und vor allem nicht was der so alles gemacht bzw nicht gemacht hat! Herrman Gröhe ( der teuerste und wahrscheinlich unfähigste Gesundheitsminister den die BRD jemals hatte) und keinen Menschen interessiert es! Jetzt wo er quasi weg ist, kommen alle aus Ihren Löchern gegraben und stürzen sich auf den der noch gar nicht mit seiner Arbeit angefangen hat. Was stimmt mit den Menschen nicht? Bitte möge ein schlauer Forist so nett sein und mich mal aufklären woran dieses Verhalten liegt.
japhyryderson 27.02.2018
4. You can´t judge a book by the cover
Wie kann ich im voraus beurteilen, wie sich Herr Spahn in seinem neuen Job macht? Hat er mir etwas gentan? Kann ich nicht behaupten. Ich maße mir nicht an, ihn in irgendeine Beurteilungsschublade zu stecken. Da hörts irgendwo [...]
Wie kann ich im voraus beurteilen, wie sich Herr Spahn in seinem neuen Job macht? Hat er mir etwas gentan? Kann ich nicht behaupten. Ich maße mir nicht an, ihn in irgendeine Beurteilungsschublade zu stecken. Da hörts irgendwo auf. Ich wünsche ihm Glück. Fertig.
CancunMM 27.02.2018
5.
1. Finden Sie Gröhe besser ? Dann warten Sie mal auf das Chaos der Telematik ! 2. Man muss nun wirklich nicht alles gut finden was Herr Sawicki gemacht hat. Er ist u.a. auch dafür verantwortlich, dass man bei Diabetikern [...]
Zitat von mystyhaxJetzt mal ganz nüchtern und ohne Parteibrille betrachtet. Wie kann ich allen ernstes jemand wie Spahn positiv finden mit dem Hintergrund das er in seiner Position als gesunheitspolitischer Sprecher für die Politik der letzten Jahre im Gesundheitswesen mitverantwortlich war. Ebenso unteranderem treibende Kraft bei der Absetzung von Sawicki der es gewagt hatte die Kosten und Nutzen von Medikamenten in Frage gestellt hat. Die Folgen der Politik von CSU/CDU und FDP (Die haben die Minister gestellt): Einseitige Erhöhung der Beiträge von Arbeitnehmern, die höchsten Medikamentenpreise in Europa, Pflegenotstand usw. Ich frage mich wen die Politik hier schützen will. Den Bürger dem er normalerweise verpflichtet ist offensichtlich nicht. Vielleicht die forschenden Pharmaunternehmen. Ups... die sitzen zum Grossteil im Ausland (Schweiz, USA, Kanada) Eventuell ist es für den ein oder anderen Unionspolitiker ja eher sinnvoll ausländische Firmen zu schützen als die eigene Bevölkerung. Man weiss ja nie
1. Finden Sie Gröhe besser ? Dann warten Sie mal auf das Chaos der Telematik ! 2. Man muss nun wirklich nicht alles gut finden was Herr Sawicki gemacht hat. Er ist u.a. auch dafür verantwortlich, dass man bei Diabetikern immer noch Sulfonylharnstoffe aufschreiben soll.

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