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Thüringen

Rechtsrock-Konzert nach Ausschreitungen beendet

Besucher eines Rechtsrock-Konzerts in Apolda haben Polizisten mit Steinen und Flaschen beworfen. Vier Beamte wurden verletzt. Das Konzert wurde daraufhin aufgelöst.

DPA

Polizeieinsatz bei Rechtsrock-Konzert

Samstag, 06.10.2018   21:20 Uhr

Bei einem Rechtsrockkonzert im thüringischen Apolda ist es am Samstagabend zu Ausschreitungen gekommen. Die Veranstaltung wurde daraufhin nach kurzer Zeit aufgelöst, wie die Polizei auf Twitter mitteilte.

Nach Polizeiangaben warfen Rechte Steine und Flaschen auf Beamte. Vier Polizisten wurden demnach leicht verletzt. Das Konzert wurde gegen 20 Uhr beendet. Als Grund nannte ein Sprecher einen drohenden unfriedlichen Verlauf der Veranstaltung. Die Polizei war mit einem Großaufgebot auf dem Marktplatz im Einsatz.

An dem Konzert nahmen nach vorläufigen Angaben der Polizei etwa 700 Rechte teil. An der Gegenveranstaltung eines Bürgerbündnisses beteiligten sich demnach ebenfalls rund 700 Menschen. Das Rechtsrock-Konzert war am Freitag von Magdala, einer Kleinstadt nahe Weimar und Jena, nach Apolda verlegt worden.

Noch während der Ankunft der rechten Teilnehmer am Veranstaltungsort sei es zu der Gewalt gegen Polizisten gekommen, sagte eine Polizeisprecherin. Ein Demonstrant, der versuchte, ohne Polizeikontrolle durch die Absperrung zu gelangen, wurde von Beamten mit dem Einsatz von Pfefferspray daran gehindert. Auf Twitter hieß es, ein Versammlungsteilnehmer sei leicht verletzt worden und klage über Augenreizungen und Atemnot.

Am Freitagabend hatten auf dem Marktplatz in Apolda nach Polizeiangaben etwa 750 Menschen an einem Rechtsrock-Konzert teilgenommen. Dabei wurden unter anderem sechs Anzeigen wegen des Verwendens von verfassungswidriger Organisationen sowie drei Anzeigen wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsrecht aufgenommen. Gegen das Konzert hatten etwa hundert Menschen protestiert.

Die Polizei kontrollierte die Personalien von 109 Konzertbesuchern und zehn Demonstranten. Unterstützt wurde die Polizei Thüringen von Beamten der Bundespolizei sowie von Polizisten aus drei anderen Bundesländern.

Eigentlich hatte das Konzert im 15 Kilometer entfernten Magdala stattfinden sollen. Das Amtsgericht Weimar hatte dem Veranstalter aber am Freitag kurz vor dem Beginn die Nutzung von Zufahrtswegen zum Konzertgelände untersagt. Daneben Magdala auch Apolda als Konzertort angemeldet worden war, konnten die Veranstalter kurzfristig umziehen.

Ein kurzfristig angemeldetes Rechtsrock-Konzert im thüringischenKirchheim bei Arnstadt wurde am Samstag wenige Stunden vor Beginn verboten. Die Veranstalter wollten von Apolda nach Kirchheim umziehen. Thüringen gilt als bundesweite Hochburg von Neonazi-Konzerten.

lie/dpa

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