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Politik

#unteilbar

Großdemo für eine offene Gesellschaft

Mehr als 150.000 Menschen haben sich der Demonstration "Unteilbar" in Berlin angeschlossen. Gemeinsam demonstrieren sie gegen Hass und Rassismus.

Foto: REUTERS
Samstag, 13.10.2018   16:22 Uhr

Mit etwa 40.000 Teilnehmern haben die Veranstalter der Großkundgebung "Unteilbar" im Vorfeld gerechnet. Diese Zahl wurde jedoch deutlich übertroffen. Am späten Nachmittag sprachen die Veranstalter von mehr als 240.000 Teilnehmern. Nach einer erste Schätzung war gegen 14.30 zunächst die Rede von mehr als 150.000 Teilnehmern gewesen.

"Kein Finale, sondern ein Aufbruch in eine solidarische Gesellschaft", hieß es in dem Post. Zur Auftaktkundgebung hatten Teilnehmer Sätze wie "Sagt es laut, sagt es klar, wir sind alle unteilbar" vor der Bühne auf dem Alexanderplatz skandiert. Zu sehen waren etliche Transparente, auf denen für eine offene Gesellschaft geworben wurde. Die Polizei wollte zu den Teilnehmerzahlen keine Auskunft geben. Sie würden dies generell nicht tun, sagte ein Sprecher. Die Zahl 240.000 könne er nicht bestätigen, doch Teilnehmer im unteren sechsstelligen Bereich halte man durchaus für realistisch, sagt der Sprecher.

Bei "Unteilbar" handelt es sich um ein breites Bündnis aus Tausenden Vereinen, Verbänden und Organisationen. Dem Bündnis schlossen sich etliche kirchliche Organisationen, Wohlfahrtsverbände, Gewerkschaften und Parteien an. Unter anderem die SPD und Pro Asyl hatten zur Teilnahme an der Veranstaltung aufgerufen. Sie demonstrieren gegen die drohende Abschottung Europas, für die Integration von Flüchtlingen, für Bürgerrechte.

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#unteilbar: Protest gegen Rassismus und Ausgrenzung

Auch Politiker und Prominente gehören zu den Unterstützern der Demonstration. Zuletzt hatte sich Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) zu der Veranstaltung geäußert. "Es ist ein großartiges Signal, dass so viele auf die Straße gehen und klare Haltung zeigen: Wir sind unteilbar", sagte Maas den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Deutschland lasse sich nicht spalten, "von rechten Populisten schon gar nicht".

Diskussionen im Vorfeld

Das Bündnis steht allerdings auch in der Kritik. So hatte Sahra Wagenknecht, Chefin der Links-Fraktion im Bundestag, öffentlich angekündigt, sie und ihre Sammlungsbewegung Aufstehen würden sich an den Protesten nicht beteiligen, obwohl die Linkspartei auf der Demonstration mit einem eigenen Block vertreten sein wird. Die Forderung "offene Grenzen für alle" würde Menschen ausschließen, die gegen offene Grenzen aber auch gegen Rassismus seien.

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#Unteilbar: "Das ist nicht die Welt, in der wir unsere Kinder aufwachsen lassen möchten"

Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner und andere rügten Wagenknecht wegen ihrer Kritik. "Sahra Wagenknechts 'Aufstehen' hat sich in meinen Augen blamiert und diskreditiert", sagte Kellner dem Redaktions-Netzwerk Deutschland. Dass sich vor allem die AfD über Wagenknechts Kritik an der Demonstration freue, sage doch schon alles.

Die Berliner CDU unterstützt die Großdemonstration ausdrücklich nicht. Anmelder sei ein Anwalt der "Roten Hilfe", also einer Organisation, die "linksextremistische Verbrecher" unterstütze, sagte Generalsekretär Stefan Evers zum Auftakt eines CDU-Landesparteitags. "Wenn heute demokratische Politiker oder gar Minister Seite an Seite mit linksextremistischen Organisationen durch die Stadt ziehen, dann ist das entweder naiv oder politisch unverantwortlich."

asc/AFP/dpa

insgesamt 94 Beiträge
wrkffm 13.10.2018
1. Schön wär´s auch,
wenn solche Massen auf für mehr soziale Gerechtigkeit und auch für andere aktuellen Themen auf die Straße gingen ; am besten jeden Samstag in allen Großstädten.
wenn solche Massen auf für mehr soziale Gerechtigkeit und auch für andere aktuellen Themen auf die Straße gingen ; am besten jeden Samstag in allen Großstädten.
KingTut 13.10.2018
2. Zu wenig Informationen
Was heißt hier "offene Gesellschaft"? Sind wir das nicht schon längst, in Anbetracht der vielen Menschen (tatsächlich Verfolgte und Wirtschaftsflüchtlinge), die wir bereits aufgenommen haben? Insofern erschließt [...]
Was heißt hier "offene Gesellschaft"? Sind wir das nicht schon längst, in Anbetracht der vielen Menschen (tatsächlich Verfolgte und Wirtschaftsflüchtlinge), die wir bereits aufgenommen haben? Insofern erschließt sich mir der Zweck dieser Demos nicht ganz. Es sei denn, es geht darum, mal wieder gegen den freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat zu demonstrieren, von dem man so großen Nutzen zieht.
hardeenetwork 13.10.2018
3. So geht Deutschland
Es ist gut Flagge zu zeigen. Die Rechtspopulisten sind klar in der Minderheit und die Stimme des Volkes wird immer lauter. Für Demokratie, Europa, Menschenrechte und den Schutz unseres Planeten Erde.
Es ist gut Flagge zu zeigen. Die Rechtspopulisten sind klar in der Minderheit und die Stimme des Volkes wird immer lauter. Für Demokratie, Europa, Menschenrechte und den Schutz unseres Planeten Erde.
m.breitkopf 13.10.2018
4. Keine Versöhnung
Die Veranstaltung grenzt doch schon in ihren Ansätzen aus. Gegen die Anderen, gegen die Rechten, die nur hassen und hetzen. Als wäre das kein Hass und keine Hetze. Sie wirbt auch nicht für ihr Anliegen, sie schreibt vor. Eine [...]
Die Veranstaltung grenzt doch schon in ihren Ansätzen aus. Gegen die Anderen, gegen die Rechten, die nur hassen und hetzen. Als wäre das kein Hass und keine Hetze. Sie wirbt auch nicht für ihr Anliegen, sie schreibt vor. Eine Veranstaltung für Grüne und Teile der SPD und Linken. Mehr nicht. Schade.
Wolfno 13.10.2018
5. Weniger Toleranz und Offenheit in der Zukunft
Der stümperhafte Umgang unsere Politiker mit illegale Migranten, eine Wegschau und Laisser-faire Mentalität bei der Integration und eine große Anzahl Menschen die unsere Offenheit nicht teilen, wird für mehr Intoleranz und [...]
Der stümperhafte Umgang unsere Politiker mit illegale Migranten, eine Wegschau und Laisser-faire Mentalität bei der Integration und eine große Anzahl Menschen die unsere Offenheit nicht teilen, wird für mehr Intoleranz und weniger Offenheit sorgen. Es ist egal wie viele sich aufraffen und auf der Straße gehen, wenn nicht mal die einfachsten und fundamentale Probleme adressiert werden. Unsere Politiker sollte lieber ihren Job machen statt sich weiter in der wohlfühl Blase ihren Tag zu verbringen. Wer nicht frühzeitig die Kontrolle erlangt wird in der Zukunft noch härter dran müssen wenn man überhaupt die Kontrolle wieder erlangen kann. Ich glaube das wir alle uns ganz schön ärgern werden wenn es weiter hin ein „weiter so“ gibt.
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