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Politik

Parteitag in Hamburg

Was Sie über die Wahl zum CDU-Vorsitz wissen müssen

Auf dem Hamburger CDU-Parteitag gibt Angela Merkel den Vorsitz ab. Aber wer folgt ihr nach? Wie läuft die Wahl ab? Und was passiert am Freitag sonst noch? Der Überblick.

FILIP SINGER/EPA-EFE/REX/ SHUTTERSTOCK; DPA

Kandidaten Spahn, Kramp-Karrenbauer, Merz

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Freitag, 07.12.2018   06:05 Uhr

Im Michel, nahe dem Hamburger Hafen, geht es los an diesem Freitagmorgen: Ökumenischer Gottesdienst, damit startet die CDU seit Jahrzehnten in ihre Bundesparteitage. Aber schon in der Hauptkirche Sankt Michaelis, wie das Wahrzeichen der Hansestadt offiziell heißt, wird alles anders sein als sonst: Drei Kandidaten für den Parteivorsitz werden auf den Bänken der Barockkirche sitzen.

Drei prominente Kandidaten, die sich auf dem 31. Bundesparteitag zur Wahl um den Vorsitz stellen, das gab es in der Geschichte der CDU noch nie.

In der Regel verständigte sich die Partei im Vorfeld auf eine Person. Dass 1971 der damalige Unionsfraktionschef im Bundestag, Rainer Barzel, und der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Helmut Kohl gegeneinander antraten, blieb eine historische Ausnahme.

Noch nie war ein CDU-Parteitag deshalb wohl so spannend wie dieser, die Zahl der akkreditierten Journalisten ist ebenso rekordverdächtig wie die der angemeldeten Gäste. 1001 Delegierte entscheiden über die Zukunft der Partei. Der Dreikampf zwischen Annegret Kramp-Karrenbauer, Jens Spahn und Friedrich Merz ist das eine - aber er ist ja überhaupt erst möglich geworden, weil Angela Merkel nach 18 Jahren an der Parteispitze in Hamburg abtritt.

Merkel geht, aber wer wird kommen?

Wofür stehen die drei Kandidaten? Wie wird die Wahl ablaufen? Und was passiert am Freitag noch auf dem Parteitag? Der Überblick:

Nachdem vor einem guten Monat die CDU-Vorsitzende im Präsidium ihrer Partei verkündet hatte, dass sie in Hamburg - anders als erwartet und von ihr bis dahin kommuniziert - nicht erneut kandidieren würde, dauerte es eine halbe Stunde, bis Friedrich Merz seine Bereitschaft zur Kandidatur öffentlich machte. Und schon in der folgenden Sitzung des CDU-Bundesvorstands kündigten auch Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn ihre Bewerbungen für den Parteivorsitz an.

Für die meisten ebenso überraschend wie Merkels Rückzugsankündigung am Tag nach der Hessenwahl kam Merz' Bewerbung. Kramp-Karrenbauer und Spahn dagegen galten schon seit Längerem als mögliche Kandidaten für den Tag X.

Kramp-Karrenbauer, erst seit März CDU-Generalsekretärin, ließ seitdem ihr Parteiamt weitestgehend ruhen, der Terminplan von Bundesgesundheitsminister Spahn wurde mit seiner Kandidatur noch enger, der Politik-Rückkehrer und frühere Unionsfraktionschef Merz konnte sich voll auf seine Kampagne konzentrieren.

Stimmenfang #76 - 13 Jahre Kanzlerin Merkel: Wie hat sich Deutschland seither verändert?

Pressekonferenzen, acht Regionalkonferenzen, Vorstellungsrunden bei den CDU-Vereinigungen und weiteren Gruppierungen, Interviews, Talkshow-Auftritte - die Kandidaten haben sich nicht versteckt in den vergangenen Wochen.

Lesen Sie hier über die Profile der Kandidaten:

Nur eines lässt sich mit großer Wahrscheinlichkeit sagen: Der neue CDU-Chef wird nicht Jens Spahn heißen. (Andernfalls müsste dem Kandidaten schon eine Art Wunder von Hamburg gelingen.) Spahn bemühte sich in den vergangenen Wochen nach Kräften, aber für diejenigen in der CDU, die vor allem das Anti-Merkel-Gefühl antreibt, scheint Merz der geeignetere Kandidat zu sein. Das zeigte sich auf den Regionalkonferenzen, aber auch darin, dass sich selbst Spahns bis dato treueste Fans von der Jungen Union und der Mittelstandsvereinigung MIT für Merz ausgesprochen haben.

Aber dann ist da noch Annegret Kramp-Karrenbauer - zwischen ihr und Merz dürfte sich das Rennen entscheiden. Merz scheint eher das Herz der Basis zu erwärmen. In Umfragen in der Bevölkerung, sowohl bei allen Wählern wie auch CDU-Sympathisanten, liegt Kramp-Karrenbauer deutlich vorn.

Videoanalyse: "Es wird ganz eng"

Foto: SPIEGEL ONLINE/REUTERS

Die spannende Frage lautet: Wovon lassen sich die Delegierten leiten? Immerhin dürfte die Vorsitzendenwahl auch eine Vorentscheidung über die nächste Kanzlerkandidatur bedeuten - also steht die Frage im Raum, mit wem die CDU dann die besten Chancen hätte.

Oder lassen sich die Delegierten am Ende auch davon leiten, wen ihnen beispielsweise die Partei-Eminenz Wolfgang Schäuble empfiehlt (Merz)? Kramp-Karrenbauer hat ebenfalls prominente Unterstützer und zudem beispielsweise die mächtige Frauen-Union hinter sich.

Anders als Schäuble hat die scheidende Vorsitzende ihre Präferenz pro Kramp-Karrenbauer nicht öffentlich gemacht. Am Ende könnte auch die Frage, wer besser mit der als Kanzlerin weiterhin amtierenden Merkel zurechtkommen wird und die Große Koalition stabilisiert, Einfluss auf das Delegiertenvotum haben.

Nach dem Gottesdienst im Michel, der um 8.30 Uhr beginnt, startet der Bundesparteitag um 10.30 Uhr auf dem Hamburger Messegelände. Zunächst wird Merkel ihren sogenannten Bericht als Vorsitzende abgeben - es ist ihre Abschiedsrede. Nach 18 Jahren an der Parteispitze soll sie gebührend verabschiedet werden, heißt es selbst von Merkel-Kritikern. In der anschließenden Aussprache dürfte es sehr wohlwollende Wortmeldungen geben.

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Merkels Rückzug vom CDU-Vorsitz: Ins Gesicht geschrieben

Anschließend wird der Tagesordnungspunkt "Wahl eines Vorsitzenden oder einer Vorsitzenden aufgerufen". Sollten sich innerhalb einer bestimmten Frist noch weitere Kandidaturen ergeben haben, indem sich ein Delegierter selbst oder ein nicht delegiertes CDU-Mitglied vorschlägt (14 weitere Bewerber wurden in der CDU-Zentrale vorstellig, niemand erfüllte bis zum Parteitag allerdings die Nominierungskriterien für eine Kandidatur), dürften auch diese Personen sich auf dem Parteitag vorstellen. Dafür sind eine alphabetische Reihenfolge und eine Redezeit um die 15 Minuten vorgesehen. Anschließend sind Fragen an die Kandidaten möglich, bevor der Wahlgang eröffnet wird. Die Wahl findet geheim statt, auf jedem Delegiertenplatz wird dafür eine sogenannte Tischwahlkabine zum Auseinanderfalten stehen.

Angela Merkel: 18 Jahre an der Spitze der CDU

Angela Merkel: 18 Jahre an der Spitze der CDU
10. April 2000
Angela Merkel wird im April 2000 auf dem Bundesparteitag in Essen mit knapp 96 Prozent der Stimmen zur neuen CDU-Chefin gewählt. Sie ist die erste Frau an der Spitze der Christdemokraten. Merkel war zuvor Generalsekretärin und hatte sich als Aufklärerin in der Spendenaffäre der Union in Stellung gebracht.
1. Februar 2001
Mit Friedrich Merz verbindet Merkel eine lange Rivalität. Als Fraktionschef bringt sich dieser im Februar 2001 für die nächste Kanzlerkandidatur in Stellung. Merkel muss ein Machtwort sprechen: „Ich führe die CDU“, teilt sie damals mit. Nach der Bundestagswahl im darauffolgenden Jahr verdrängt Merkel Merz an der Spitze der Unionsfraktion. Das Verhältnis ist damit endgültig zerrüttet. 2004 tritt Merz von allen Spitzenämtern zurück. Jetzt, 14 Jahre später, will er Merkel als Parteichefin beerben.
11. Januar 2002
Trotz eigener Ambitionen verzichtet Merkel 2002 auf die Kanzlerkandidatur. Stattdessen lässt sie CSU-Chef Edmund Stoiber den Vortritt, der zu dieser Zeit auch in der Schwesterpartei mehr Unterstützer hat. Bei einem gemeinsamen Frühstück mit Stoiber in dessen Haus in Wolfratshausen verständigen sich beide in der bis dahin umstrittenen K-Frage. Damit geht Merkel auch einer Abstimmungsniederlage in den Spitzengremien der CDU aus dem Weg.
22. September 2002
Mit Stoiber als Spitzenkandidat unterliegt die Union bei der Bundestagswahl 2002 hauchdünn. Die rot-grüne Regierung von Kanzler Gerhard Schröder bleibt im Amt. Auch wegen seines entschiedenen Nein zum sich abzeichnenden Irak-Feldzug der Amerikaner konnte Schröder gegen Merkel punkten.
1. Dezember 2003
Heute werfen Kritiker Merkel vor, die CDU in die Profillosigkeit geführt zu haben. Davon kann 2003 noch keine Rede sein. Auf dem Leipziger Parteitag vollzieht die Union eine marktradikale Wende. Im CDU-Programm stehen fortan ein vereinfachtes Steuersystem, Kopfpauschalen statt des bisherigen Prinzips der solidarischen Krankenversicherung oder die Anhebung des Rentenalters auf 67 Jahre.
30. Mai 2005
Nach einer Pleiten-Serie in den Ländern drängt Kanzler Schröder im Jahr 2005 auf vorgezogene Bundestagswahlen. Anders als drei Jahre zuvor ist Merkel nun in der Union unumstritten. Am 30. Mai bestimmen sie die Präsidien von CDU und CSU zur Kanzlerkandidatin.
17. August 2005
Einen Monat vor der Bundestagswahl stellt Merkel ihr Schattenkabinett vor. Mit dabei: der ehemalige Verfassungsrichter Paul Kirchhof. Der parteilose Jurist soll das Gesicht für Merkels geplante Steuerreform sein. Doch im Wahlkampf wird er für die SPD zur willkommenen Zielscheibe. Kanzler Schröder arbeitet sich immer wieder an „diesem Professor aus Heidelberg“ ab - und zeichnet somit das Bild einer kalten und abgehobenen Union.
18. September 2005
Bei der Bundestagswahl landet die Union knapp vor der SPD. Doch weil die Christdemokraten weit unter den Erwartungen bleiben, ist noch am Wahlabend nicht ausgemacht, wie es für Merkel weitergeht. Die kuriosen Attacken von Amtsinhaber Schröder in der sogenannten Elefantenrunde stärken jedoch Merkels Position in den eigenen Reihen. Der Weg zur Kanzlerschaft ist frei.
22. November 2005
Merkel ist am Ziel: Mehr als fünfeinhalb Jahre nach ihrer Machtübernahme in der CDU wählt sie der Bundestag zur Kanzlerin. Erst zum zweiten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik regiert eine Große Koalition das Land. Der Start verläuft holprig: 51 von 448 Abgeordneten des schwarz-roten Bündnisses verweigern Merkel die Zustimmung. Trotzdem ist ihre Wahl ungefährdet. Als erste Frau steht sie an der Spitze der Regierung.
13. Juli 2006
Die Fotos vom Grillabend in Trinwillershagen zählen zu den berühmtesten Bildern von Merkel mit dem früheren US-Präsidenten George W. Bush. Ihr Verhältnis zu dem Republikaner bleibt freundlich, aber distanziert. Doch auf internationaler Bühne verschafft sich die Kanzlerin schnell Respekt und Anerkennung. In den folgenden Jahren ist sie eine der wichtigsten Krisenmanager - infolge der Finanzkrise gilt sie im Ausland aber auch als Gesicht eines deutschen Spardiktats.
27. September 2009
Zu Beginn ihrer Amtszeit schätzen viele Menschen Merkels ruhige und sachliche Art. Doch im Wahlkampf 2009 zeigen sich bereits die ersten Folgen dieses Stils für die politische Kultur. Ein echter Wettstreit findet kaum statt, auch nicht im TV-Duell. Der SPD mit ihrem - ebenfalls eher blassen - Spitzenkandidaten Frank-Walter Steinmeier bietet die Kanzlerin kaum Angriffsfläche. Am Ende stürzen die Sozialdemokraten ab, doch auch die CDU verliert erneut, erhält ihr schlechtestes Ergebnis seit 1949.
24. Oktober 2009
Dank einer deutlich erstarkten FDP reicht es nach der Wahl 2009 für das klassische schwarz-gelbe Bündnis. Der Koalitionsvertrag ist in wenigen Wochen ausgehandelt, bei der Präsentation geben sich auch die Parteichefs von CSU und FDP betont fröhlich. Mit beiden wird Merkel jedoch künftig Ärger haben. In dem Bündnis kracht es gewaltig, Koalitionäre beschimpfen sich als „Wildsau“ oder „Gurkentruppe“.
28. Oktober 2009
Ende Oktober 2009 wird Angela Merkel zum zweiten Mal zur Kanzlerin gewählt. Doch wieder muss die CDU-Chefin einen Rückschlag verkraften: Neun Gegenstimmen erhält sie aus den Fraktionen von Union und FDP, die insgesamt auf 332 Sitze kommen. Und das, obwohl Schwarz-Gelb anders als die GroKo ein Wunschbündnis der Partner war.
15. November 2010
Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ist einer der Stars in Merkels neuem Kabinett. Der CSU-Politiker drängt 2010 auf die Aussetzung der Wehrpflicht, die Kanzlerin willigt ein. Am 15. November stimmt auch der CDU-Parteitag dafür. Eine Entscheidung, die Merkel ihre konservativen Gegner in der Union noch heute vorhalten – ebenso wie den Atomausstieg oder die gleichgeschlechtliche Ehe, für die die CDU-Chefin den Weg freigemacht hat.
22. September 2013
Die Bundestagswahl wird zu Merkels größtem Erfolg: Die Union legt um knapp acht Punkte zu und landet bei 41,5 Prozent. Die SPD hat mit ihrem Kandidaten Peer Steinbrück keine Chance. Allerdings fliegt Merkels bisheriger Koalitionspartner, die FDP, aus dem Parlament. Die Folge: Merkel führt die Union in die nächste Große Koalition.
27. November 2013
„Deutschlands Zukunft gestalten“, lautet der Titel des Koalitionsvertrags von Union und SPD. Die spektakulärsten Punktsiege gelingen den Sozialdemokraten - sie setzen etwa den Mindestlohn durch. Schaden wird das der Kanzlerin nicht. Dank der SPD bleibt sie im Amt - denn die Partei von Sigmar Gabriel hätte auch eine andere Möglichkeit gehabt: Rot-Rot-Grün hat im Parlament eine rechnerische Mehrheit.
20. November 2016
Als Angela Merkel im Spätherbst 2016 ihre erneute Kandidatur bei der Bundestagswahl im darauffolgenden Jahr verkündet, ist sie elf Jahre im Amt. Längst steht die CDU-Chefin heftig unter Druck, ihr Kurs in der Flüchtlingskrise hat einen Teil der Bevölkerung gegen Merkel aufgebracht. Die rechtspopulistische AfD ist erstarkt. Merkel will trotzdem weitermachen. Zunächst scheint es so, als sei das ein Fehler. Die SPD erlebt mit ihrem Spitzenkandidaten Martin Schulz einen ungeahnten Höhenflug. Doch lange hält dieser nicht an.
24. September 2017
Bei der Bundestagswahl muss Merkel eine herbe Niederlage einstecken. Die Union stürzt auf 32,9 Prozent ab - und bleibt trotzdem stärkste Kraft. Im Parlament wird die Lage jetzt schwieriger. Nicht nur die FDP sitzt wieder im Bundestag, sondern fortan auch die AfD. Keiner von Merkels internen Konkurrenten wagt sich in dieser Situation aus der Deckung.
19. November 2017
Weil die SPD eine erneute Große Koalition zunächst ausschließt, steigt Merkel in zähe Jamaika-Gespräche mit Liberalen und Grünen ein. Doch in der Nacht des 19. Novembers lässt FDP-Chef Christian Lindner die Sondierungen platzen. Merkels Verhandlungsgeschick scheint sie diesmal verlassen zu haben. Es folgt eine dramatische Wende der Sozialdemokraten, die sich letztlich doch zu einem Bündnis mit der Union durchringen.
14. März 2018
So knapp war es für Merkel noch nie: Knapp sechs Monate nach der Bundestagswahl wird die CDU-Chefin abermals zur Kanzlerin gewählt. Merkel erhält 364 Stimmen der geschrumpften Großen Koalition. 355 waren für die Mehrheit nötig. Aus dem schwarz-roten Bündnis fehlen diesmal mehr als 30 Stimmen.
29. Oktober 2018
2018 wird wohl das bislang schwerste Jahr für Merkel als Kanzlerin. Der Streit in der Asylpolitik und persönliche Verstimmungen bringen die Koalition an den Rand des Zusammenbruchs. Bei den Landtagswahlen in Bayern und Hessen erleiden die Unionsparteien schwere Verluste. Am 29. Oktober kündigt Merkel an, beim Parteitag Anfang Dezember nicht mehr als CDU-Chefin kandidieren zu wollen. Als Regierungschefin will sie bis zum Ende der Legislatur weitermachen.

Erreicht niemand mehr als die Hälfte der Delegiertenstimmen, kommt es zu einer Stichwahl zwischen den beiden Personen, die im ersten Durchgang die meisten Stimmen erhielten. Falls ein zweiter Wahlgang nötig ist, folgt dieser unmittelbar nach Bekanntgabe des Ergebnisses aus dem ersten, weitere Wortmeldungen sind nicht vorgesehen.

Die 1001 Delegierten setzen sich zusammen aus einem Vertreter des CDU-Auslandsverbands in Brüssel und 1000 Delegierten der Landesverbände, darunter sind 658 Männer und 343 Frauen. Von den Delegierten sitzen 150 im Bundestag, dazu kommen viele weitere Mandatsträger aus den Landtagen und Kommunalparlamenten.

Neben dem Parteivorsitz sollen am Freitag in Hamburg die kompletten Bundesgremien neu gewählt werden, also die fünf stellvertretenden Parteivorsitzenden samt dem Rest des Präsidiums (Bundesschatzmeister und sieben Beisitzer) und der Vorstand (26 zu wählende Mitglieder). Auch der Mitgliederbeauftragte wird gewählt.

Dazu kommt möglicherweise noch die Wahl eines neuen Generalsekretärs oder einer neuen Generalsekretärin. Wer auch immer Merkel an der Parteispitze nachfolgt, darf eine Person für diese Funktion benennen, die dann entweder noch in Hamburg oder auf dem darauffolgenden Parteitag gewählt wird. Noch am Freitagabend soll dann auch über den Uno-Migrationspakt diskutiert werden und über einzelne kleinere Anträge, die weiteren inhaltlichen Debatten sind für Samstag geplant.



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insgesamt 51 Beiträge
tucson58 07.12.2018
1. Was Sie über die Wahl zum CDU-Vorsitz wissen müssen "
Ich und Millionen von Bürgern müssen gar nichts wissen , sondern nur die CDU MItglieder die an dem Parteitag teilnehmen . Die Überschrift ist lächerlich , da es hier nur um einen Parteitag einer Partei geht und nicht um die [...]
Ich und Millionen von Bürgern müssen gar nichts wissen , sondern nur die CDU MItglieder die an dem Parteitag teilnehmen . Die Überschrift ist lächerlich , da es hier nur um einen Parteitag einer Partei geht und nicht um die Bundestagswahl durch den ein neuer Kanzler oder Kanzlerin in das Amt kommt . Was um diesen Parteitag der CDU für ein Aufriss gemacht wird ist langsam nervig . Wieso macht die SPON das nicht bei JEDER Partei ?Oder anders gefragt , wieso berichtet die SPON bei der CDU nicht nur so wie sie es bei anderen Parteien auch macht ?
Phil2302 07.12.2018
2. Spannend
Das ist durchaus spannend, da die Wahl eine große Signalwirkung an viele Menschen hat! Ich denke, dass so wie ich es viele davon abhängig machen, ob sie die CDU wieder wählen können, je nachdem, wer heute gewählt wird. Heute [...]
Das ist durchaus spannend, da die Wahl eine große Signalwirkung an viele Menschen hat! Ich denke, dass so wie ich es viele davon abhängig machen, ob sie die CDU wieder wählen können, je nachdem, wer heute gewählt wird. Heute Abend wissen wir dann mehr, ob es eine Neuausrichtung geben wird, oder ob das Motto heißt: Weiter so wie bisher.
hausfeen 07.12.2018
3. Alles spricht für Merz und die Rückkehr des Bimbes-Flügels ...
... der Union an die innerparteiliche Macht. Hoffentlich straft der Wähler sie dafür ab. Bimbes war Kohls "täglich Brot", was das Wort im Stuttgarter Raum auch heißt- Und er meinte Geld, mit dem man sich die [...]
... der Union an die innerparteiliche Macht. Hoffentlich straft der Wähler sie dafür ab. Bimbes war Kohls "täglich Brot", was das Wort im Stuttgarter Raum auch heißt- Und er meinte Geld, mit dem man sich die Politik gefügig machen konnte und das tat er auch dann fleißig. Zum Bimbes-System gehörten neben Kohl u.a. auch Schäuble, der von ominösen schwarzen Koffern nix gewußt haben wollte und Roland Koch, der illegale Geldspenden an die Union schon mal als testatirische Vermachungen verstorbener jüdischer Bürger ausweisen wollte, was doppelt unverschämt ist. Und ausgerechnet Jung, der unter Koch damals die Schuld auf sich genommen hatte (damit dem nix passiert), der nach Strafe und politscher Pause für seinen Herrendienst mit einem Ministerposten in der BR entschädigt wurde, durfte gestern bei Maybritt den Merz bewerben. Unfassbar. Gut, dass das mein verstorbener Vater nicht mehr erleben muss. Der wusste noch, eas ein Dampfplauderer ist, einer der den ungebremsten Absahnern den Weg bereitet, ohne eigene WIrtschaftsleistung zu erbringen..
garfield53 07.12.2018
4. mmm
Alles nur noch peinlich. Außer den MeinungsBILDnern aus dem Springerbunker und einigen auflagegefährdeten Blätter, welche um jeden Preis Trittbrettfahrer spielen müssen, in dieser Farce zur "Rettung" der Union um [...]
Alles nur noch peinlich. Außer den MeinungsBILDnern aus dem Springerbunker und einigen auflagegefährdeten Blätter, welche um jeden Preis Trittbrettfahrer spielen müssen, in dieser Farce zur "Rettung" der Union um jeden politischen Preis. Die über die Jahre mit hunderten Millionen Spendengeldern, aus der s.g. Wirtschaft, legal oder illegal, auf einer imaginären Größe gehaltenen Union, ist wie wir im "Peter-Prinzip" nachvollziehen können, auf dem Gipfel ihrer Unzulänglichkeit angekommen. Auch weitere "Breitseiten" der befreundeten Medien und weitere Millionen der s.g. "Wirtschaft" zögern das Sterben nur hinaus, verhindern können sie es nicht. Wer kein Programm hat, welches er wirklich umsetzen will, außer populistisches Wahlgetöns, wer für die wirklichen Realitäten für die Breite der Bevölkerung kein Gespür und gar kein Interesse hat, weil er für eine spendenwillige Minderheit seit Jahrzehnten alles macht, also grundsätzlich kein Rückgrat, wo soll das letztendlich hinführen? Wenn die "Geldspender" bemerken, das ihre Interessen totlaufen, weil, das angerichtete Chaos nicht mehr zu verbergen ist, werden sie sich "umorientieren", erste Ansätze sind erkennbar und schon traurige Realität. Wenn das Kapital der Ansicht ist, das ihr Profit in Gefahr ist, wir Deutschen haben da über 80 Jahre Erfahrung. Die s.g. Volkspartei der "Mitte", nur noch eine peinliche Klamauktruppe.
achim21129 07.12.2018
5. Da kann ...
... man nur hoffen, dass sich die Delegierten am Wählerwillen orientieren und nicht den gleichen Fehler wie die SPD machen.
... man nur hoffen, dass sich die Delegierten am Wählerwillen orientieren und nicht den gleichen Fehler wie die SPD machen.

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