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Politik

SPON-Wahltrend

SPD konstant über 30 Prozent, AfD und Linke im Osten stark

Die politische Stimmung ist im Osten anders als im Westen. Und im SPON-Wahltrend kann sich nur eine Partei verbessern. Hier finden Sie die Ergebnisse der repräsentativen Umfrage von SPIEGEL ONLINE - und können erneut abstimmen.

Von und
Dienstag, 14.03.2017   15:45 Uhr

Die Großen stabilisieren sich, die Kleinen erholen sich nicht vom "Martin-Schulz-Effekt", und leichte Bewegungen gibt es nur bei einer Partei: Das ist das Ergebnis des aktuellen SPON-Wahltrends.

Union und SPD halten sich darin konstant über der 30-Prozent-Marke. Grüne, Linke und FDP verharren bei Werten um die sieben Prozent, die AfD ist erstmals seit Mitte Februar wieder zweistellig. Zwischen Ost und West gibt es zum Teil deutliche Unterschiede in der Parteienpräferenz.

Diese und andere Ergebnisse zeigt die wöchentliche Umfrage von SPIEGEL ONLINE und dem Meinungsforschungsinstitut Civey. Im Superwahljahr 2017 befragen wir Sie regelmäßig zu Ihrer Parteipräferenz - in Echtzeit, für jeden Nutzer zugänglich und mit für ganz Deutschland repräsentativen Ergebnissen.

Jede Woche ordnen wir ein, wer vorne liegt, wer verloren hat, und welche möglichen Gründe es dafür gibt. Am Ende des Artikels können Sie die Sonntagsfrage erneut beantworten.

Vergangene Woche wollten wir wissen: Welche Partei würden Sie wählen?

1. So haben Sie abgestimmt

CDU und CSU bleiben stärkste Kraft. Mit 33,5 Prozent der Stimmen hält die Union einen knappen Vorsprung vor den Sozialdemokraten. Die SPD bestätigt ihren Wert der Vorwoche und kommt nahezu unverändert auf 31,4 Prozent.

Der SPD-Höhenflug unter Kanzlerkandidat Martin Schulz scheint weiterhin auch den kleinen Parteien zu schaden: Die Grünen liegen fast unverändert bei 6,8 Prozent. Die Linke kommt auf 7,1 Prozent, die FDP bei 6,7 Prozent.

Bewegung gibt es am ehesten noch bei den Rechtspopulisten. Die AfD verbessert sich im Vergleich zur Vorwoche um fast einen Punkt auf 10,3 Prozent und festigt ihre Position als drittstärkste Kraft.


Vor allem der Blick auf den Langzeittrend deutet darauf hin, dass sich Grüne oder Linke derzeit nur schwer vom "Schulz-Knick" erholen können - während die AfD offenbar wieder etwas stärker mobilisiert und erstmals seit Mitte Februar ein zweistelliges Ergebnis bekommt. An frühere Werte kommen die Rechtspopulisten aber weiterhin nicht heran.

Die FDP war in der Vorwoche erstmals vor den Grünen platziert, konnte diesen Vorsprung in dieser Woche jedoch nicht halten.


2. Linke und AfD im Osten am stärksten

Im Osten und Westen verteilen sich die Parteipräferenzen unterschiedlich - das war schon bei vergangenen Wahlen so und schlägt sich auch in Umfragen nieder. Aktuell schneidet die SPD im Osten mit 27,3 Prozent schlechter ab als im Westen (32,3), hier bekommt sie fünf Prozentpunkte weniger Zustimmung. Bei der Union sind die Unterschiede kleiner (Ost: 31,8 Prozent, West: 33,9 Prozent).

Die Linke ist mit 12,4 Prozent im Osten doppelt so stark wie im Westen (6 Prozent). Auch die AfD bekommt mit 12,7 Prozent in Ostdeutschland überdurchschnittlich viele Sympathien (Westdeutschland: 9,8 Prozent). Weder im Westen noch im Osten gäbe es eine Mehrheit für eine rot-rot-grüne Koalition oder ein schwarz-gelbes Bündnis.


Der SPON-Wahltrend erklärt regelmäßig verschiedene Aspekte der politischen Zustimmung, etwa die Verteilung nach Altersgruppen und Bevölkerungsdichte. Mehr dazu lesen Sie hier.

Anmerkungen zur Methodik: Der SPON-Wahltrend wurde in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey im Zeitraum vom 8.3. bis 13.3.2017 online erhoben. Die Stichprobe umfasste 5017 Befragte, der statistische Fehler lag beim Gesamtergebnis bei 2,5 Prozent.

Sie wollen selbst die Sonntagsfrage beantworten? Stimmen Sie hier ab:

Hier können Sie mitmachen und sich als Teilnehmer registrieren. Den aktuellen Stand sehen Sie sofort, wenn Sie teilgenommen haben. Mehr zur Methodik, und wie aus den Rohdaten repräsentative Ergebnisse gewonnen werden, erfahren Sie weiter unten in diesem Artikel. SPIEGEL ONLINE wertet die Ergebnisse jede Woche aus und informiert Sie über Entwicklungen und Veränderungen.

Was ist das Besondere an der Civey-Methodik?
Das Meinungsforschungsinstitut Civey arbeitet mit einem mehrstufigen Verfahren. Zuerst werden alle Umfragen in einem Netzwerk aus mehr als 5000 Websites ausgespielt ("Riversampling"). Online kann jeder an den Befragungen teilnehmen und wird mit seinen Antworten im repräsentativen Ergebnis berücksichtigt, sofern er sich registriert hat. Aus diesen Nutzern zieht Civey eine quotierte Stichprobe, unter anderem nach den Merkmalen Alter, Geschlecht und Bevölkerungsdichte. In einem dritten Schritt werden die Ergebnisse nach weiteren Faktoren und Wertehaltungen gewichtet, um Verzerrungen zu korrigieren und Manipulationen zu verhindern.
Warum ist eine Registrierung nötig?
Die Registrierung hilft dabei, die Antworten zu gewichten, und ermöglicht so ein Ergebnis für die Umfragen, das für die Wahlbevölkerung in Deutschland repräsentativ ist. Jeder Teilnehmer wird dabei nach seinem Geschlecht, Geburtsjahr und Wohnort gefragt. Danach kann jeder seine Meinung auch in weiteren Umfragen zu unterschiedlichen Themen abgeben.
Wie werden die Ergebnisse repräsentativ?
Die Antwort jedes Teilnehmers wird so gewichtet, dass das Resultat einer Umfrage für die Grundgesamtheit repräsentativ ist. Bei der Sonntagsfrage umfasst diese Grundgesamtheit die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Die Gewichtung geschieht auf Basis der persönlichen Angaben bei der Registrierung sowie der Historie früherer Antworten eines Nutzers. Weitere Details zur Methodik stehen im Civey-Whitepaper.
Erreicht man online überhaupt genügend Teilnehmer?
Meinungsumfragen werden in der Regel telefonisch oder online durchgeführt. Für die Aussagekraft der Ergebnisse ist entscheidend, wie viele Menschen erreicht werden können und wie viele sich tatsächlich an einer Umfrage beteiligen, wenn sie angesprochen werden. Internetanschlüsse und Festnetzanschlüsse sind in Deutschland derzeit etwa gleich weit verbreitet - bei jeweils rund 90 Prozent der Haushalte, Mobiltelefone bei sogar 95 Prozent. Die Teilnahmebereitschaft liegt bei allen Methoden im einstelligen Prozentbereich, besonders niedrig schätzen Experten sie für Telefonumfragen ein.
Es gibt also bei beiden Methoden eine Gruppe von Personen, die nicht erreicht werden kann, weil sie entweder keinen Anschluss an das jeweilige Netz hat oder sich nicht an der Umfrage beteiligen möchte. Deshalb müssen für ein aussagekräftiges Ergebnis immer sehr viele Menschen angesprochen werden. Civey-Umfragen sind derzeit neben SPIEGEL ONLINE in mehr als 5000 andere Webseiten eingebunden, darunter auch unterschiedliche Medien. So wird gewährleistet, dass viele unterschiedliche Nutzer erreicht werden können.
Woran erkenne ich die Güte eines Ergebnisses?
Bis das Ergebnis einer Umfrage repräsentativ wird, müssen ausreichend viele unterschiedliche Menschen daran teilnehmen. Ob das bereits gelungen ist, macht Civey transparent, indem zu jedem Umfrageergebnis eine statistische Fehlerwahrscheinlichkeit angegeben wird. Auch die Zahl der Teilnehmer und die Befragungszeit werden für jede Umfrage veröffentlicht.
Was passiert mit meinen Daten?
Die persönlichen Daten der Nutzer werden verschlüsselt auf deutschen Servern gespeichert und bleiben geheim. Sie dienen allein dazu, die Antworten zu gewichten und sicherzustellen, dass die Umfragen nicht manipuliert werden. Um dies zu verhindern, nutzt Civey statistische wie auch technische Methoden.
Wer steckt hinter Civey?
Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Das Start-up arbeitet mit unterschiedlichen Partnern zusammen, darunter sind neben SPIEGEL ONLINE auch der "Tagesspiegel", "Cicero", der "Freitag" und Change.org. Civey wird durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.

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