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Reise

Wenn Essen eine Reise wert ist

Mythos Michelin

Im Guide Michelin kann man nachlesen, wo die besten Köche der Welt arbeiten. Kurz vor Erscheinen der neuen Deutschland-Ausgabe erklärt Food-Blogger Julien Walther, was hinter dem Sterne-Hype steckt.

Foto: SPIEGEL ONLINE
Donnerstag, 01.12.2016   12:14 Uhr

Mit Spannung wartet Deutschlands Gastronomieszene auf die neue Ausgabe des Guide Michelin. Die Redaktion des weltberühmten Restaurantführers wird am Abend bekannt geben, welche Köche landesweit die besten Speisen auf den Teller zaubern.

Aber was bedeutet es eigentlich, mit Sternen ausgezeichnet zu sein? Was steckt hinter der legendären Marke? "Ein Stern bedeutet für ein Restaurant nichts anderes, als dass es eine sehr gute Küche serviert", sagt der Gastronomiekritiker Julien Walther, der das deutschsprachige Food-Blog "Trois Etoiles" betreibt, in dem er auf unterhaltsame Weise über die Künste von Küchenchefs auf der ganzen Welt schreibt.

"Oft wird die Bewertung des Guide Michelin missverstanden", sagt Walther. Es herrsche der Irrglaube, dass nur spießige Lokale mit gestärkten weißen Tischdecken mit Sternen bedacht werden können. "Dabei kommt es allein auf die Qualität der Produkte an, auf die Zubereitung der Speisen - und auf eine gewisse Konstanz über Jahre."

Ursprünglich wurde der Guide Michelin als Reiseführer für Autofahrer konzipiert. Der Reifenhersteller Michelin veröffentlichte die erste Ausgabe seiner Sammlung an Hotel- und Restaurantempfehlungen im Jahr 1900. "Die Kunden sollten dazu animiert werden, ihre Reifen zu verschleißen", erklärt Walther. Um es ihnen einfach zu machen, gute Adressen zu finden, versah man die Einträge mit Sternen, die Folgendes bedeuten:

Der Hamburger beschreibt sich selbst als einen "Essverrückten", der seine Reisen oft mit der roten Gastrobibel im Gepäck antritt. "Ich orientiere mich tatsächlich viel an den Tipps der Regionalausgaben", sagt er. "Aber ich gehe nicht in ein Restaurant, weil es Sterne hat, sondern weil ein fähiger Koch dort arbeitet." Für ihn sind die Sterne ein Anhaltspunkt, um in aller Welt den Weg in gute Lokale zu finden.

"Es kommt aber vor, dass die Restauranttester des Michelin die besten Küchen verkennen", sagt Walther. Das ist seiner Meinung nach in Hamburg der Fall, wo "eine der besten Küchen der Stadt seit Jahren nur im Guide Michelin erwähnt wird, aber bisher nie mit einem Stern ausgezeichnet wurde": das Madame X.

Das Lokal - rote Plüschsessel, schummriges Licht - liegt in einem Hinterhof im industriell geprägten Stadtteil Bahrenfeld, an den Wänden hängen zerrissene Poster, ein Schlagzeug steht im Gang. Hierher verläuft man sich nicht. Hierher kommt nur, wer die lokale Gastroszene kennt.

Für Julien Walther serviert der hier arbeitende Thomas Imbusch mit das Beste, was Hamburg kulinarisch zu bieten hat. SPIEGEL ONLINE hat die beiden getroffen - hier ist das Video.

jus

insgesamt 14 Beiträge
calinda.b 01.12.2016
1. Wirklich?
"Aber ich gehe nicht in ein Restaurant, weil es Sterne hat, sondern weil ein fähiger Koch dort arbeitet." Es gibt also auch unfähige Köche die Sterne bekommen?
"Aber ich gehe nicht in ein Restaurant, weil es Sterne hat, sondern weil ein fähiger Koch dort arbeitet." Es gibt also auch unfähige Köche die Sterne bekommen?
ichliebeeuchdochalle 01.12.2016
2.
Und wer sagt, daß Werbung immer teuer sein muß?
Und wer sagt, daß Werbung immer teuer sein muß?
123Valentino 01.12.2016
3. Foodblogger...
schon das Wort verdirbt mir den Appetit. Esse gern gut, und der Michelin,ist auf Reisen mein ständiger Begleiter. Habe das Gefühle, hier wurde das Vorwort des Michelin abgeschrieben, verbunden mit Werbung für ein Restaurant in [...]
schon das Wort verdirbt mir den Appetit. Esse gern gut, und der Michelin,ist auf Reisen mein ständiger Begleiter. Habe das Gefühle, hier wurde das Vorwort des Michelin abgeschrieben, verbunden mit Werbung für ein Restaurant in Hamburg. Normalerweise wird Werbung doch mit dem Wort "Anzeige" kenntlich gemacht.
Thilo_Knows 01.12.2016
4. Qualität UND Quantität
Ich esse gerne und gerne gut. Ich hatte mal das Vergnügen, im Italienurlaub in einem "Michelin"-Restaurant zu speisen. Ja, es war wirklich gut. Aber ich habe auch schon besser gegessen und bin da auch noch satt [...]
Ich esse gerne und gerne gut. Ich hatte mal das Vergnügen, im Italienurlaub in einem "Michelin"-Restaurant zu speisen. Ja, es war wirklich gut. Aber ich habe auch schon besser gegessen und bin da auch noch satt geworden. Warum darf Gourmetessen eigentlich nicht satt machen? Was soll der Unsinn? Diese Kinderportionen, die nach 5 Happen weg sind, machen einfach keinen Spaß. Vor allem, wenn es richtig gut schmeckt. Und danach haut man sich dann ´ne Pizza rein, weil man nicht hungrig ins Bett gehen will. Nee, dann könnt Ihr Euer Gourmetessen behalten.
mam71 01.12.2016
5.
Dann sollten Sie dennoch mal einen Blick in das besagte Blog werfen, denn es ist m.E. durchaus fachkundig und definitiv _keine_ Werbeveranstaltung für irgendwas.
Zitat von 123Valentinoschon das Wort verdirbt mir den Appetit. Esse gern gut, und der Michelin,ist auf Reisen mein ständiger Begleiter. Habe das Gefühle, hier wurde das Vorwort des Michelin abgeschrieben, verbunden mit Werbung für ein Restaurant in Hamburg. Normalerweise wird Werbung doch mit dem Wort "Anzeige" kenntlich gemacht.
Dann sollten Sie dennoch mal einen Blick in das besagte Blog werfen, denn es ist m.E. durchaus fachkundig und definitiv _keine_ Werbeveranstaltung für irgendwas.
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