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Reise

Streik in Berlin

Fast alle Flüge in Tegel und Schönefeld gestrichen

Fast alle Flüge von und nach Berlin am Montag fallen aus. Grund ist ein weiterer Streik des Bodenpersonals auf den Airports Tegel und Schönefeld.

AFP

Streik-Banner am Flughafen Berlin-Tegel

Montag, 13.03.2017   04:35 Uhr

An den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld hat am Morgen der nächste Streik des Bodenpersonals begonnen. Laut Flughafenbetreiber Berlin Airport werden zwischen vier Uhr am Montag und fünf Uhr am Dienstag 448 Abflüge in Tegel und 194 in Schönefeld gestrichen. Der Streik ist bis Mittwochfrüh angesetzt. Passagiere sollten sich vor Reisebeginn bei ihrer Fluggesellschaft informieren, ob ihr Flug stattfinde. Die Lufthansa teilte mit, dass alle ihre Flüge von Frankfurt und München nach Berlin gestrichen wurden.

Bereits am Freitag hatte das Bodenpersonal an den beiden Airports nach Aufruf der Gewerkschaft Ver.di gestreikt, Hunderte Flüge waren ausgefallen. Hintergrund ist ein Tarifkonflikt um bessere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen für die gut 2000 Beschäftigten der Bodendienste an den beiden Berliner Flughäfen. Ver.di verhandelt derzeit an mehreren deutschen Flughäfen Tarifverträge für Mitarbeiter der Bodendienste. Dabei gab es bereits mehrere Warnstreiks, zahlreiche Flüge fielen aus.

Ver.di fordert in Berlin bei einer Vertragslaufzeit von zwölf Monaten einen Euro mehr pro Stunde für die Mitarbeiter des Bodenpersonals. Die Beschäftigten beim Check-in, beim Be- und Entladen der Flugzeuge und anderen Arbeiten auf dem Vorfeld erhielten derzeit im Durchschnitt etwa elf Euro pro Stunde. In einer Urabstimmung hatten sich 98,6 Prozent der Ver.di-Mitglieder für den Ausstand ausgesprochen.

Die Arbeitgeber boten zuletzt die schrittweise Erhöhung der Löhne in allen Entgeltgruppen an - bei einer Laufzeit von drei Jahren. Insgesamt sollte acht Prozent mehr Geld ausgegeben werden als im Moment, so ein Sprecher des Forums der Bodenverkehrsdienstleister Berlin-Brandenburg. In diesem sind die an den Flughäfen tätigen Unternehmen organisiert. Das Angebot setze bereits sehr hoch oben an, so der Sprecher am Samstag. "Wirtschaftlich ist zurzeit kaum mehr drin."

max/AFP/Reuters/dpa

insgesamt 7 Beiträge
crazy_swayze 13.03.2017
1.
Kein Problem, man kann ja noch im BER landen... oh wait.
Kein Problem, man kann ja noch im BER landen... oh wait.
farm123 13.03.2017
2. Eine Stadt in Geiselhaft
Der BER verbrennt 1.5 Millionen EUR am Tag (!) und man schafft es nicht diesen Lohnkonflikt gütlich beizulegen. Was für ein Trauerspiel - und die Politik duckt sich weg. Ich kenne niemanden in der Stadt der die Lohnforderungen [...]
Der BER verbrennt 1.5 Millionen EUR am Tag (!) und man schafft es nicht diesen Lohnkonflikt gütlich beizulegen. Was für ein Trauerspiel - und die Politik duckt sich weg. Ich kenne niemanden in der Stadt der die Lohnforderungen nicht unterstützt. Statt zu handeln wird Berlin mehr und mehr zur Operetten-Metropole. Was für eine Schande...
iffelsine 13.03.2017
3. Der Streik bedeutet Geiselnahme der Passagiere und ist völlig unverhältnismäßig !
Wir sitzen jetzt fest und kommen nicht zurück nach Berlin. Ich habe KEIN Verständnis für die Streikenden, denn der Schaden, den sie hunderttausenden von Passagieren zufügen, steht in keinem Verhältnis zum geforderten [...]
Wir sitzen jetzt fest und kommen nicht zurück nach Berlin. Ich habe KEIN Verständnis für die Streikenden, denn der Schaden, den sie hunderttausenden von Passagieren zufügen, steht in keinem Verhältnis zum geforderten Lohnzuwachs von 2.000 Leuten. Ein Vollzeitmitarbeiter bekommt bei 11€/Std. immerhin 1.760€ brutto im Monat - also Existenzminimum und Aufstockung sehe ich da nicht. Studium oder Ausbildung ist in den Jobs eher ungewöhnlich. Die Berliner Politiker sollten Globe Ground & Co wieder rauswerfen und etwas so wichtiges wie den Flughafenbetrieb wieder mit eigenen Mitarbeitern sicherstellen. Eine Hauptstadt kann sich nicht auf solche Mitarbeiter wie die jetzt streikenden verlassen. Hier muss Personal her, welches auch zu seiner Verantwortung steht !
g_bec 13.03.2017
4. Falscher Adressat.
Eine Dose Mitleid. Nach Ihrer Einlassung insbesondere zum Stundenlohn der Mitarbeiter allerdings drängt sich mir der Verdacht auf, dass Sie zu Recht festsitzen. Warum streiken die? Weil sie es können!
Zitat von iffelsineWir sitzen jetzt fest und kommen nicht zurück nach Berlin. Ich habe KEIN Verständnis für die Streikenden, denn der Schaden, den sie hunderttausenden von Passagieren zufügen, steht in keinem Verhältnis zum geforderten Lohnzuwachs von 2.000 Leuten. Ein Vollzeitmitarbeiter bekommt bei 11€/Std. immerhin 1.760€ brutto im Monat - also Existenzminimum und Aufstockung sehe ich da nicht. Studium oder Ausbildung ist in den Jobs eher ungewöhnlich. Die Berliner Politiker sollten Globe Ground & Co wieder rauswerfen und etwas so wichtiges wie den Flughafenbetrieb wieder mit eigenen Mitarbeitern sicherstellen. Eine Hauptstadt kann sich nicht auf solche Mitarbeiter wie die jetzt streikenden verlassen. Hier muss Personal her, welches auch zu seiner Verantwortung steht !
Eine Dose Mitleid. Nach Ihrer Einlassung insbesondere zum Stundenlohn der Mitarbeiter allerdings drängt sich mir der Verdacht auf, dass Sie zu Recht festsitzen. Warum streiken die? Weil sie es können!
bittewas 13.03.2017
5. ausbeutung
Von 2000 leuten aufgrund von vielen durch einen streik betroffenen rechtfertigen zu wollen.... no, doesn't work. Sorry. Was spricht den dagegen ihnen mehr zu zahlen, statt die flüge zu streichen? Dann wird fliegen eben 5€ [...]
Von 2000 leuten aufgrund von vielen durch einen streik betroffenen rechtfertigen zu wollen.... no, doesn't work. Sorry. Was spricht den dagegen ihnen mehr zu zahlen, statt die flüge zu streichen? Dann wird fliegen eben 5€ teurer. Ach ne, das würde ja 100.000ende betreffen, die armen. Dann lieber kosten sparen auf schultern des Bodenpersonal und alle streikenden in den Knast! Achso, es exisitiert ein streikrecht? Mist.

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