Schrift:
Ansicht Home:
Reise

"Sicherheit und Sauberkeit"

Bangkok will Streetfood-Stände verbieten

Bangkok will aufräumen. Bis Ende des Jahres sollen alle Straßenküchen verschwinden - als Erstes in der berühmten Backpacker-Straße Khao San.

AFP
Dienstag, 18.04.2017   12:35 Uhr

In vielen Städten der Welt erfahren Straßenküchen immer mehr Wertschätzung. In Singapur erhielten zwei sogenannte Hawker im vergangenen Jahr sogar jeweils einen Michelin-Stern. In Thailands Hauptstadt allerdings werden die Streetfood-Stände von den Straßen verbannt.

Schon vor zwei Jahren kündigte die Stadtverwaltung an, alle mobilen und häufig illegalen Verkaufsstände in Bangkoks Zentrum zu verbieten - darunter auch die Anbieter von Nudelsuppen, Mangosalat oder Pad Thai. Nun setzten die Behörden eine Deadline: Bis zum Jahresende sollen alle Straßenküchen verschwunden sein.

"Wir wollen die Bürgersteige den Fußgängern zurückgeben", sagte der Chefberater des Gouverneurs, Wanlop Suwandee, der Zeitung "The Nation": "Jeder Straßenverkäufer muss weg." In den 50 Stadtbezirken sollten künftig Sicherheit und Sauberkeit oberste Priorität haben. "Wir haben den Straßenhändlern bereits auf den Märkten Platz geschaffen, damit sie ihre Speisen und andere Waren legal verkaufen können."

Fotostrecke

Bangkok: Doch kein Ende des Streetfood-Booms

Als eine der ersten Straßen, in der es keine offenen Küchen mehr geben soll, nannte der Beamte die Khao San Road, ein beliebtes Ziel von Rucksacktouristen aus aller Welt. Auch in Bangkoks Chinatown sollen Straßenküchen bald der Vergangenheit angehören. Bisher seien die Straßen des zentrale Einkaufs- und Vergnügungsviertels Siam von der Polizei geräumt worden.

Die offenen Küchen, in denen von früh morgens bis spät in die Nacht gekocht, gegart und gegrillt wird, prägen das Straßenbild der 8,5-Millionen-Einwohner-Stadt seit Jahrzehnten. Der Fernsehsender CNN hatte Bangkok erst kürzlich wieder zur Stadt mit der weltweiten besten Straßenküche gekürt.

Bisher waren die Aktionen der Stadtverwaltung nicht von Erfolg gekrönt. "Streetfood ist zu beliebt bei den Einheimischen, " sagt die Bloggerin Chawadee Nualkhair laut "The Guardian". Natürlich würde ein Verbot Bangkok für Touristen weniger attraktiv machen. Vor allem aber "nimmt es den arbeitenden Thais die Möglichkeit, günstig zu essen, und vielen die Arbeit. Wo sollen Ladenverkäufer, Bauarbeiter Taxifahrer nun essen?"

abl/dpa

insgesamt 31 Beiträge
David M 18.04.2017
1. Hoffentlich ein Aprilscherz
Schwer vorstellbar, daß bangkok ohne Street food funktioniert. In der Mittagspause essen alle direkt vor dem Büro an den Ständen, und tausende wenn nicht hunderttausende verdienen mit diesen Ständen den Lebensunterhalt für [...]
Schwer vorstellbar, daß bangkok ohne Street food funktioniert. In der Mittagspause essen alle direkt vor dem Büro an den Ständen, und tausende wenn nicht hunderttausende verdienen mit diesen Ständen den Lebensunterhalt für ihre ganze Familie. Meist gibt es auch gar keine Alternativen in der Nähe außer ein paar Restaurants die sich eine Büroangestellte gar nicht leisten kann, zudem täglich. Es wird fast alles frisch gekocht während man davor steht und so ist es auch extrem selten daß jemand davon krank wird, ganz im Gegensatz zu anderen Ländern. Wenn es wirklich soweit kommt wäre es ein herber Verlust, vor allem für Einheimische.
Benjowi 18.04.2017
2.
Wie verrückt ist sowas-diese Essenstände machen einen guten Teil des Flairs Bangkoks aus. Wenn die Behörden dort so weitermachen ist das alles demnächst so steril wie beliebige Betonburgen auf der Welt!
Wie verrückt ist sowas-diese Essenstände machen einen guten Teil des Flairs Bangkoks aus. Wenn die Behörden dort so weitermachen ist das alles demnächst so steril wie beliebige Betonburgen auf der Welt!
mcpoel 18.04.2017
3. Fast wie in Deutschland
Statt einfach Lebensmittelhygiene einzufordern & zu kontrollieren (falls das wirklich ein Problem ist) wird es schlichtweg verboten. Sonst könnte ja jeder kommen, die Bedingungen erfüllen und einen Stand aufmachen. Was, wenn [...]
Statt einfach Lebensmittelhygiene einzufordern & zu kontrollieren (falls das wirklich ein Problem ist) wird es schlichtweg verboten. Sonst könnte ja jeder kommen, die Bedingungen erfüllen und einen Stand aufmachen. Was, wenn das jeder machen würde? Und wo kämen wir denn da hin...? Fragen über Fragen, die man sich vielleicht aus Deutschland importiert hat.
kraftmeier2000 18.04.2017
4. Das beste
Essen der Welt soll also von den Straßen verbannt werden, wenn das man kein Fehler ist, zuallererst ist es ein Vorgehen gegen das eigene Volk, und ich als Tourist würde es in dieser Stadt dann auch etwas mehr als vermissen. Als [...]
Essen der Welt soll also von den Straßen verbannt werden, wenn das man kein Fehler ist, zuallererst ist es ein Vorgehen gegen das eigene Volk, und ich als Tourist würde es in dieser Stadt dann auch etwas mehr als vermissen. Als wenn die Welt nicht schon "steril" genug ist, will man auch hier das was Bangkok auch ausmacht verschwinden lassen. Ich hoffe das es am Ende doch nicht geschieht.
Rina Maria 18.04.2017
5. Liebe Leser...
nach 35 Jahren in Süd Ost Asien, kann ich nur eindringlich davon abraten dort zu essen. Das hat nichts mit Flair zu tun sondern mit ihrer Gesundheit. Die Locals mögen resistent sein, aber einem Urlauber (2 Wochen pauschal für [...]
nach 35 Jahren in Süd Ost Asien, kann ich nur eindringlich davon abraten dort zu essen. Das hat nichts mit Flair zu tun sondern mit ihrer Gesundheit. Die Locals mögen resistent sein, aber einem Urlauber (2 Wochen pauschal für 800 Euro) muss man davon abraten.
Newsletter
Die schönsten Reiseziele: Nah und Fern

Verwandte Artikel

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
TOP