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Reise

Campingurlaub boomt

Auf die Plätze, fertig, los!

Mit Zelten, Bullis, schicken Wohnmobilen und Caravans erobern die Deutschen die heimischen Campingplätze. Und die haben mittlerweile einiges zu bieten. Die Branche hofft auf ein weiteres Rekordjahr.

DPA
Freitag, 19.05.2017   10:52 Uhr

Beim Camping in der Natur einfach abschalten - noch nie war diese Urlaubsform in Deutschland so gefragt wie heute. Mit den warmen Tagen beginnt auf den rund 3000 Camping-Plätzen hierzulande die Saison. Aber auch von kühlem Regenwetter lassen sich Camper heute längst nicht mehr abschrecken, schließlich besitzen immer mehr ein komfortables Wohnmobil oder residieren im Luxus-Wohnwagen - und sind für alle Wetter gerüstet.

Auch deshalb sei die Branche nach mehreren Rekordjahren in Folge auch für 2017 optimistisch, sagt Gunter Riechey, Präsident des Bundesverbandes der Campingwirtschaft in Deutschland. Zahlungskräftige Kundschaft mit Caravans und Reisemobilen macht mittlerweile rund 80 Prozent der touristischen Gäste aus.

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Wo geht es zum nächsten Platz? Camping boomt

30,4 Millionen Übernachtungen und 9 Millionen Gästeankünfte registrierte der Bundesverband im vergangenen Jahr- je rund vier Prozent mehr als 2015. Beliebtestes Ziel der Camper blieb Bayern mit 5,2 Millionen Übernachtungen auf Campingplätzen, dicht gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern mit knapp fünf Millionen Übernachtungen und Niedersachsen mit 4,4 Millionen Übernachtungen. Getragen wird der Boom vor allem von inländischen Gästen, die im vergangenen Jahr abermals mehr Übernachtungen auf den deutschen Plätzen buchten.

Campingtipps für Familien

Auch Erwin Oberascher, Geschäftsführer des Campingführers camping.info, sieht für die aktuelle Saison einen anhaltenden Aufwärtstrend. Die Zugriffe auf das Internetportal hätten in den ersten vier Monaten im Jahresvergleich um 15 Prozent zugelegt. Immer häufiger komme es vor, dass Campingplätze auch außerhalb der Saison ausgebucht seien. Auch hier dürfte der Boom bei Reisemobilen eine Rolle spielen. "In manchen Regionen gilt Pfingsten bereits als Hauptsaison, davon hätte vor zehn Jahren niemand zu träumen gewagt", sagt Oberascher.

Moderne Sanitätshäuser und WLAN

Aber auch das Zelten erlebt mit dem wachsenden Angebot hochwertiger Ausrüstung eine Renaissance. Gerade für junge Familien sei das eine Möglichkeit, für wenig Geld ins Camping einzusteigen, sagt Riechey. Zumal die deutschen Campingplätze europaweit noch immer zu den günstigsten zählten. Viele Betreiber haben stark in ihre Plätze investiert. WLAN und Lounge-Aufenthaltsbereiche gehören bei vielen ebenso zur Grundausstattung wie moderne Sanitärhäuser.

Nachholbedarf gebe es aber noch bei alternativen Übernachtungsformen wie Mobilheimen oder Blockhütten. Hier hätten Plätze in den Niederlanden und in Südeuropa noch immer die Nase deutlich vorn, sagt Riechey. "Bei uns gibt es dafür baurechtliche Einschränkungen." Der Verband hat deshalb eine eigene Musterverordnung für Camping- und Wochenendplätze erarbeitet und will diese in die politischen Prozesse einbringen.

ele/dpa

insgesamt 2 Beiträge
topas 19.05.2017
1.
Solange man auf den günstigen deutschen Campingplätzen bleibt mag es vielleicht stimmen... Wir hatten im letzten Jahr bei unseren nördlicheren Nachbarn (Dänemark) an der Ostseeküste Urlaub gemacht. Die Ferienhäuser, die alle [...]
Solange man auf den günstigen deutschen Campingplätzen bleibt mag es vielleicht stimmen... Wir hatten im letzten Jahr bei unseren nördlicheren Nachbarn (Dänemark) an der Ostseeküste Urlaub gemacht. Die Ferienhäuser, die alle Annehmlichkeiten des Campingplatzes (Schwimmhalle, kleines Freibad, Spielplatz...) auch nutzen dürften standen zwischen den Dünen und dem Campingplatz, hatten teilweise Seeblick. Eine moderne, geräumige Wohnung für zwei Familien (3 Schlafzimmer plus Alkoven, zwei Bäder, Sauna, Whirlpool...) kostete 1000EUR, also 500EUR pro Familie, ohne Seeblick wären es nur 450EUR pro Familie gewesen. Ein Stellplatz auf dem Campingplatz hätte für diese Woche knapp 350EUR gekostet - also gut 100EUR weniger. Dafür kein Whirlpool, Sauna, bei schlechtem Wetter auf sehr kompaktem Raum gefangen... Und ein Großteil des Ersparten hätten wir für den Mehrverbrauch eines Caravans (im Vergleich zum PKW) ausgegeben - und da ist keine Caravanmiete oder Anschaffung dabei. Und selbst beim Zelten müsste man schon ein paar Urlaube machen um den Preis wieder reinzuholen :)
empresario 10.06.2017
2. Und wächst und wächst...
Gerade lese ich noch mehr erstaunliche Zahlen für 2017. Zuwächse um fast 30 Prozent: https://caravaning-institut.de/caravaning-rekordjagd-geht-weiter-zulassungszahlen-steigen-im-mai-um-fast-30-prozent/
Gerade lese ich noch mehr erstaunliche Zahlen für 2017. Zuwächse um fast 30 Prozent: https://caravaning-institut.de/caravaning-rekordjagd-geht-weiter-zulassungszahlen-steigen-im-mai-um-fast-30-prozent/

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