Schrift:
Ansicht Home:
Reise

Deutsche Städte

Mehr professionelle Anbieter auf Airbnb

Airbnb wandelt sich: Ursprünglich war das Vermittlungsportal konzipiert für Privatleute, die ihre Wohnungen oder ein Zimmer kurzfristig an Urlauber vermieten wollen. Jetzt wird die Webseite von Firmen überrannt.

DPA
Freitag, 04.08.2017   13:57 Uhr

"Du planst eine Traumreise?", schreibt Airbnb auf seiner Webseite. Und: "Verwende das Extra-Einkommen für alles, was dein Herz begehrt." Dann folgt der Button "Starte als Gastgeber durch". Statt privater Anbieter, die sich den Urlaub ihres Lebens gönnen wollen, bieten auf der Zimmervermittlungsplattform aber immer mehr Firmen ganze Wohnungen und Häuser zur Miete an.

Wie die "Süddeutschen Zeitung" berichtet, gebe es in den zehn größten deutschen Städten rund 1290 Anbieter, die mehr als eine Wohnung vermieten - das macht 18 Prozent aller dort auf Airbnb inserierten Wohnungen aus. Die Zeitung beruft sich auf eine Analyse von Airbnb-Inseraten. Manche Inserenten böten sogar zehn und mehr Immobilien gleichzeitig über Airbnb an.

Geteilte Zimmer, bei denen nur einzelne Schlafplätze vermietet werden, spielen bei Airbnb der Analyse zufolge kaum noch eine Rolle. Sie machten inzwischen weniger als zwei Prozent aller Angebote aus. In 40 Prozent würden eigene Zimmer in einer Wohnung vermietet, zu 58 Prozent ganze Wohnungen oder Häuser.

Airbnb bezeichnet Vermieter von Zimmern, Wohnungen oder Häusern auf seiner Seite nach wie vor als "Gastgeber" und spricht vom "Teilen". Laut Bericht der "Süddeutschen" tarnen professionelle Vermieter ihre Inserate; diese sehen oft aus, als seien sie von Privatmenschen eingestellt, obwohl Unternehmen mit einem Millionenumsatz dahintersteckten.

Die meisten Airbnb-Angebote in Köln, München und Düsseldorf

Ausgewertet wurden der Zeitung zufolge insgesamt mehr als 37.000 Zimmer und Wohnungen in den zehn größten deutschen Städten, die mindestens einmal tatsächlich gebucht wurden. Das entspricht Schlafgelegenheiten für mehr als 100.000 Gäste.

Allein in Berlin sind demnach mehr als 38.500 Betten im Angebot. Die gesamte Tourismusindustrie bietet in Berlin 139.000 Übernachtungsplätze. Die meisten Airbnb-Angebote im Verhältnis zur Einwohnerzahl gibt es demnach in Köln (1154 je 100.000 Einwohner), gefolgt von München (1143) und Düsseldorf (1106).

Airbnb erklärte gegenüber der Zeitung, in Städten liege der Fokus auf "Homesharing", also der temporären Weitervermietung der eigenen Wohnung. "Dadurch wird kein Wohnraum entzogen". Lediglich "in typischen Ferienregionen" arbeite Airbnb auch mit gewerblichen Gastgebern zusammen.

Die Online-Zimmervermittlung ist in vielen Touristenhochburgen unbeliebt - Einwohner und Stadtverwaltungen machen auch Airbnb verantwortlich für steigende Mieten, die sich viele nicht mehr leisten können.

abl/AFP

Verwandte Artikel

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
TOP