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Reise

Extremsport im Himalaya

Basejumper Rosow stirbt bei Sprung aus 7000 Metern

Er stürzte sich im Wingsuit von Siebentausendern und zählte zu den Wagemutigsten in der Basejumping-Szene. Nun ist der Russe Walerij Rosow an einer Bergflanke verunglückt.

Getty Images

Walerij Rosow am Berg Elbrus 2008

Sonntag, 12.11.2017   14:53 Uhr

Der russische Extremsportler Walerij Rosow ist offenbar im Himalaya-Gebirge gestorben, als er sich im Wingsuit vom Berg Ama Dablam in Nepal hinunterstürzte. Der berühmte Basejumper sei am Samstag beim Sprung aus 6812 Meter Höhe ums Leben gekommen, sagte der Organisator seiner Expedition der Nachrichtenagentur AFP.

"Er prallte gegen die Bergflanke und überlebte nicht", sagte Mingma Gelu Sherpa vom Seven Summits Club dem Bericht zufolge. Seine Leiche sei nach Kathmandu geflogen worden. Wie genau es zu dem Unglück kam, ist noch unklar.

Beim Basejumpen stürzen sich die Springer von Häusern, Brücken oder Klippen zunächst ungeschützt in die Tiefe, bevor sie ihren Spezialfallschirm öffnen. Das Tempo, mit dem sie durch die Luft jagen, ist extrem. Jedes Jahr sterben mehrere Menschen - wegen eigener Fehler oder weil die Ausrüstung versagt.

DENIS KLERO/ DPA

Sprung in Russland 2012

Rosows Spezialität waren Sprünge von Bergen, von denen vorher noch nie jemand den Absprung gewagt hatte. Nach einigen Sekunden freien Gleitens mit dem Wingsuit zog er die Leine, die den Fallschirm auslöst.

Für seine Flüge war Rosow auf viele anspruchsvolle Berge geklettert, zum Beispiel auf den Mont Blanc in Frankreich, den Elbrus im Kaukasus, den Ulvetanna in der Antarktis. oder auf die Petite Aiguille du Dru, eine brüchige Felsnadel in den französischen Alpen.

Rosow hatte 2013 einen Weltrekord gebrochen, als er aus einer Höhe von 7220 Metern sprang. Drei Jahre später knackte er seinen eigenen Rekord mit einem Sprung aus 7700 Meter Höhe. Auf dieser Expedition wollte der 52-jährige Rosow von den höchsten Bergen aller sieben Kontinente springen.

AFP/ AFP PHOTO/REDBULLCONTENTPOOL.COM/ THOMAS SEN

Rosow vor einem Sprung vom Everest 2013

Der freie Fall entspanne ihn, sagte er 2012 der Journalistin und Bergsteigerin Natascha Knecht. In der Luft denke er an zu Hause und an seine Familie. Mit dem Alter sei er weniger risikofreudig geworden und habe mehr trainiert, um seine Sprünge noch sicherer ausführen zu können. "Auch ich kann Fehler machen und dabei zu Tode kommen", sagte er damals. Er dürfe das Glück nicht zu oft herausfordern.

lov/AFP

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