24.08.2011
Sehnsuchtsziele der Tauchprofis
Jäger der kleinen Monster
Lembeh-Straße: Willkommen beim Critter
Wolfgang Pölzer arbeitet als Fotojournalist für das Magazin "tauchen", daneben hat er sieben Tauchreiseführer veröffentlich - und vor der Küste Sulawesis ist der Österreicher zum Jäger der kleinen Monster geworden.
Bobbit-Wurm in der Lembeh-Straße vor Indonesien: Klein, aber skurril
Jeder Federstern, jedes Stück Schwamm, jeder Seeigel wird nach Garnelen, Anglerfischen oder Krabben abgesucht. Das Tauchen hier erinnert mehr an die Spurensuche eines CSI-Teams als an ein Schweben durch die bunte Unterwasserwelt. Und es macht süchtig. Ein Mal nur möchte man ein sensationelles Vieh vor dem Guide entdecken! Nicht nur fürs Foto, sondern fürs Ego.
Wer tagsüber schon mehr als Respekt vor den kleinen Monstern hat, sollte bei Nacht vielleicht besser an Land bleiben. Kreaturen, die ohne Änderung sofort bei einem Horrorfilm mitspielen könnten, kriechen nun aus ihren Schlupflöchern. Eine der seltensten und begehrtesten davon ist der Bobbit-Wurm. Bis zu drei Meter lang, führt der Borstenwurm tief vergraben im Sand ein Leben im Verborgenen.
Im Schutz der Dunkelheit streckt er sein Vorderende gerade mal ein Stückchen aus dem Boden heraus. Und das erinnert verblüffend an eine Mischung aus Fangeisen und dem Maul der Sandwürmer aus dem Science-Fiktion Klassiker "Der Wüstenplanet": Kommt ein Fisch seinen Maulwerkzeugen zu nahe, schnappt der räuberische Wurm blitzartig zu und verschwindet mitsamt der Beute im Sand.