22.08.2011
Von Tasmanien bis Traunfall
Sehnsuchtsziele der Tauchprofis
Für viele ist Norbert Probst der beste Unterwasserfotograf Deutschlands. Sein bevorzugtes Motiv: Haie. Der beste Ort hierfür: Cocos Island, 500 Kilometer von der Küste Costa Ricas entfernt.
Cocos Island: Ein Bild von einem einzelnen Hammerhai zu schießen, ist hier ein Glücksfall
Einer der Münchner nähert sich ihnen vorsichtig mit der Kamera und fotografiert die stoisch trägen Räuber aus nächster Nähe, ohne dass sie einen Funken an Regung zeigen. Das eigentliche Spektakel von Alcyone findet jedoch an der schroffen Abbruchkante des Unterwasserberges statt. Wie vor einer Bühne nehmen die Taucher ihre Plätze ein, verankern sich, wenn nötig, mit Strömungshaken und genießen das monochrom-blaue 3-D-Kino.
Die Regie geizt nicht mit Darstellern. Zum Greifen nah schweben einzelne Stachelrochen wie fliegende Teppiche aus Tausendundeiner Nacht vorüber. Galapagos-, Weißspitzen- und Seidenhaie mischen sich darunter. Einzelne Hammerhaie lösen sich aus einer dunklen Wolke auseinanderstrebender Stachelmakrelen.
Das Blau des Pazifiks schmückt sich allmählich mit einem bewegten Tapetenmuster, das nun auch den letzten Zuschauer in Verzückung versetzt. Es sind Hammerhaie, sehr viele Hammerhaie. Es müssen wohl einige hundert Tiere sein, die sich mit charakteristischer T-Kopf-Silhouette in endlosen, parallel laufenden Linien durch das Wasser schieben wie futuristische Fahrzeuge auf einer Autobahn.
