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01.11.2011
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"Aquadam"-Bauprojekt

Harzer planen erstes Talsperren-Hotel

Hotelprojekt über der Oker: Entspannen auf der Staumauerterrasse
Fotos
DPA/ ART-plan

Entspannen auf der Staumauerterrasse: Im Harz wollen zwei Goslarer Visionäre ein Vier-Sterne-Hotel über der Oker bauen. Sonnen- und Wasserenergie sollen das 15-Millionen-Projekt umweltfreundlich machen - und auch die schnell abbaubare Modulbauweise.

Hamburg - Das Fundament für ein "Aquadam" wäre schon gelegt: die Okertalsperre. Der 260 Meter lange und 75 Meter breite Damm im niedersächsischen Teil des Harzes wurde vor 55 Jahren in Betrieb genommen - jetzt könnte er als Krone ein Vier-Sterne-Hotel aus Stahl und Glas erhalten. Der Goslarer Gastronom Heiko Rataj und der Ingenieur Peter Schilling sitzen seit zwei Jahren an den Plänen: "Der Hotelbau sollte ökologisch vertretbar und atemberaubend sein", sagte Rataj SPIEGEL ONLINE, nach ihren Recherchen würde ein Staumauerhotel weltweit einzigartig sein.

Erste Entwürfe zeigen ein der Krümmung des Damms angepasstes zweistöckiges Bauwerk auf Stelzen; von einer Terrasse hätten die durch Glaswände geschützten Gäste Aussicht auf den Stausee. "Das Hotel soll 80 bis 90 Betten haben und eine Restaurant", sagte der 46-jährige Rataj. Angedacht sei eine Modulbauweise aus vorgefertigten Containern, die innerhalb eines halben Jahres sowohl auf- als auch abgebaut werden könnten. Die Überquerung der Mauer auf der Bundesstraße 498 zwischen Altenau und Schulenberg würde nach wie vor für Auto- und Radfahrer möglich sein.

Der Vorteil eines Staumauerhotels sei laut Rataj, dass "kein Baum und kein Strauch gerodet werden muss". Die Wasserkraft der Talsperre könne genutzt werden, zudem würden Solarzellen und Wärmepumpen für einen nachhaltigen und CO2-neutralen Betrieb sorgen. Für die Schwerlastmauer mit rund 350.000 Tonnen Eigengewicht sei die Belastung durch eine Glas-Stahl-Konstruktion kein Problem, sagt Ingenieur Schilling.

Erste Investoren hätten bereits Interesse für das rund 15 Millionen Euro teure Projekt bekundet, sagte Schilling. Auch die relevanten Behörden und Samtgemeinden hätten nach Aussage der beiden Planer schon Zustimmung signalisiert. Jetzt müsse noch die Hauptuntersuchung der Anlage, die ab 2014 oder 2015 über mehrere Jahre stattfindet, abgewartet werden. Sieben bis neun Jahre würde es daher bis zur Einweihung eines Okertalsperren-Aquadams wohl noch dauern.

Doch zurzeit spielt der privatwirtschaftliche Betreiber der Talsperre, die Harzwasserwerke, nicht mit: "Aus betrieblichen und projektspezifischen Gründen stehen wir dem Projekt ablehnend gegenüber", sagte der Sprecher des Unternehmens, Henry Bodnar. Als Alternative zur Oker-Staumauer könnten sich die beiden Harzer Visionäre aber auch die Innerstentalsperre bei Lautenthal im Oberharz vorstellen. Oder Staumauern in der Schweiz, Frankreich oder Österreich, sponn Schilling seine Idee weiter.

abl

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