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27.03.2012
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Öffentlicher Dienst

Warnstreiks beeinträchtigen Flugverkehr erheblich

Stornierungen und Verspätungen: Ver.di-Warnstreiks behindern Flugreisende
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DPA

Hunderte Flüge fallen aus, Zehntausende Reisende sind betroffen: Die Warnstreiks der Gewerkschaft Ver.di sorgen an allen wichtigen deutschen Flughäfen für Stornierungen und Verspätungen. Erst am frühen Nachmittag will das Bodenpersonal seine Arbeit wieder aufnehmen.

Frankfurt - Die Warnstreiks im Tarifkonflikt des Öffentlichen Dienstes wirken sich am Dienstag erheblich auf den deutschen Flugverkehr aus. Der Ausstand an allen wichtigen deutschen Flughäfen soll bis zum frühen Nachmittag anhalten und dürfte Zehntausende Passagiere treffen, die sich auch noch danach auf Ausfälle und Verspätungen einstellen müssen. Neben Frankfurt werden auch noch viele andere Flughäfen wie München, Düsseldorf oder Köln/Bonn bestreikt.

Wegen der Arbeitsniederlegungen wurden in Frankfurt am Main nach Angaben des Flughafenbetreibers Fraport 443 Flüge annulliert. Das sei etwa ein Drittel der täglichen Starts und Landungen, sagte eine Sprecherin. Die Mitarbeiter der Bodenverkehrsdienste hätten mit Beginn der Frühschicht gegen 4.30 Uhr ihre Arbeit niedergelegt, sagte Ver.di-Sprecher Christian Rothländer.

Die Gewerkschaft will, dass bis etwa 14.30 Uhr am größten deutschen Drehkreuz möglichst kein Flugzeug mehr abheben kann. Damit soll einen Tag vor der dritten Verhandlungsrunde der Druck auf die Arbeitgeber nochmals erhöht werden. "Anfliegende Maschinen können natürlich landen und die Passagiere die Flugzeuge verlassen. Das Gepäck wird aber zunächst nicht entladen", erklärte Rothländer.

Trotz der Flugausfälle herrscht auf dem Flughafen eine unaufgeregte und fast alltägliche Atmosphäre. An den Infoständen haben sich zwar bereits am frühen Morgen kleinere Schlangen gebildet. Und auch am Vormittag gab es immer wieder kleinere Menschen-Trauben um die zusätzlichen Service-Mitarbeiter, die vor den Check-in-Schaltern warteten. Von Chaos aber keine Spur.

Rund 450 Stornierungen bei der Lufthansa

In München fielen nach Angaben des Flughafenbetreibers 85 Flüge aus. In Düsseldorf gab es 25 Annullierungen, am Flughafen Köln/Bonn wurden neun Flüge gestrichen. Zudem kam es zum Teil zu Verspätungen. In Stuttgart, wo die Gewerkschaft komba zum Streik aufgerufen hatte, fielen bis zum Nachmittag zehn Inlandsflüge aus. Auch an den Flughäfen Bremen und Hannover wurde die Arbeit niedergelegt.

In Berlin folgte nach Angaben von Ver.di-Streikleiter Jens Gröger sowohl am Flughafen Tegel als auch am Flughafen Schönefeld das Bodenpersonal dem Streikaufruf zu großen Teilen. An den Berliner Flughäfen wurde die Arbeit wegen eines anderen Tarifkonflikts niedergelegt. Dort rief Ver.di die Beschäftigten der Firma GlobeGround zu einem Warnstreik auf, um in den laufenden Tarifverhandlungen mit den Flughafenbetreibern den Druck zu erhöhen.

Am stärksten betroffen ist die Lufthansa. Deutschlands größte Fluggesellschaft hatte am frühen Dienstagmorgen im Internet bereits 450 gestrichene In- und Auslandsflüge veröffentlicht. Weitere Ausfälle seien nicht ausgeschlossen, hieß es. Schwerer als ursprünglich erwartet, traf der Streik Air Berlin. Bei der Fluglinie dürften 23 statt der ursprünglich geplanten acht Verbindungen ausfallen, sagte eine Sprecherin.

"Ein weiteres Mal wird damit ein Konflikt auf dem Rücken des Unternehmens und seiner Passagiere ausgetragen", kritisierte die Lufthansa. Kunden der Airline könnten ihre Flüge kostenfrei umbuchen oder stornieren, außerdem stünden für Inlandsflüge erneut die Fernzüge der Deutschen Bahn als Alternative bereit, sagte der Sprecher. "Diese Zusammenarbeit ist wichtig und entlastet uns enorm." Viele Passagiere hätten bereits die Möglichkeit genutzt, ihr Ticket kostenlos umzubuchen.

Für Mittwoch rechnet die Lufthansa wieder mit relativ normalen Flugplänen. "Der Streik wird sich natürlich noch ein wenig auswirken, aber insgesamt dürfte es wieder ein vergleichsweise normaler Tag werden", sagte ein Sprecher des Unternehmens am Dienstag.

Fluglotsen-Gewerkschaft muss nicht für Streikfolgen zahlen

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) kritisierte die Ausweitung der Streiks auf Flughäfen als "unangemessene Reaktion". "Da wir ein substantielles Angebot gemacht haben, ist es ungerechtfertigt, die Bevölkerung jetzt mit diesen Streiks zu malträtieren", sagte Friedrich der "Rheinischen Post" aus Düsseldorf.

Am Mittwoch und Donnerstag steht die dritte und entscheidende Verhandlungsrunde für den Öffentlichen Dienst an. Ver.di fordert 6,5 Prozent mehr Gehalt. Zur Stärkung der unteren Einkommen soll die Steigerung mindestens 200 Euro betragen. In der Tarifauseinandersetzung für die rund zwei Millionen Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes bei Bund und Kommunen hatte Ver.di das Arbeitgeberangebot von 3,3 Prozent abgelehnt.

Die deutschen Flughäfen sind zu großen Teilen im Besitz der öffentlichen Hand. Am Frankfurter Flughafen ist es bereits der zweite Streik in diesem Jahr. In einem anderen Tarifkonflikt hatten die Vorfeld-Beschäftigten im Februar mit Unterbrechungen zwei Wochen lang mehrmals die Arbeit niedergelegt.

Am Dienstag fiel auch das Urteil des Arbeitsgerichts Frankfurt zum Lotsenstreik am Stuttgarter Flughafen im April 2009: Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) hafte nicht für Folgen des Streiks, lautete das Urteil. Damit wies das Gericht die Klagen von vier Fluggesellschaften ab, die zusammen rund 32.500 Euro Schadensersatz wegen ausgefallener Flüge verlangt hatten.

abl/Reuters/dpa-AFX

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insgesamt 26 Beiträge
1. Geiselnahme
wolle0601 27.03.2012
Ich hätte als normaler Arbeitnehmer auch gerne die Möglichkeit, meinen Arbeitgeber in dieser Form und unter Mißbrauch einer Monopolstellung zu erpressen. Als Kunde kann ich Firmen die Quittung für Preiserhöhungen durch [...]
Zitat von sysopHunderte Flüge fallen aus, Zehntausende Reisende sind betroffen: Die Warnstreiks der Gewerkschaft Ver.di sorgen an allen wichtigen deutschen Flughäfen für Stornierungen und Verspätungen. Erst am frühen Nachmittag will das Bodenpersonal seine Arbeit wieder aufnehmen. Öffentlicher Dienst: Warnstreiks beeinträchtigen Flugverkehr erheblich - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Reise (http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,823977,00.html)
Ich hätte als normaler Arbeitnehmer auch gerne die Möglichkeit, meinen Arbeitgeber in dieser Form und unter Mißbrauch einer Monopolstellung zu erpressen. Als Kunde kann ich Firmen die Quittung für Preiserhöhungen durch weniger-kaufen geben (bzw muß es sogar, wenn ich nicht auch mein Gehalt erhöhen kann). Als Steuerzahler und letztendlicher Geldgeber des öffentlichen Dienstes fordere ich, daß die Lohnsumme konstant bleibt und alle Zusatzausgaben durch entsprechende Stellenkürzungen mit höherer Belastung der verbliebenen Arbeitnehmer kompensiert werden - wie in der wirklichen Welt auch.
2. Und mal wieder muss nicht der Arbeitgeber...
schlachtross 27.03.2012
am meisten leiden, sondern (hauptsächlich) Lufthansa, die selber weder die Fluglotsen anstellt, noch die Gepäckabfertigung. Und die jeweiligen Arbeitgeber können sich schlanke Beine machen, haben sie durch den Streik doch [...]
Zitat von sysopHunderte Flüge fallen aus, Zehntausende Reisende sind betroffen: Die Warnstreiks der Gewerkschaft Ver.di sorgen an allen wichtigen deutschen Flughäfen für Stornierungen und Verspätungen. Erst am frühen Nachmittag will das Bodenpersonal seine Arbeit wieder aufnehmen. Öffentlicher Dienst: Warnstreiks beeinträchtigen Flugverkehr erheblich - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Reise (http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,823977,00.html)
am meisten leiden, sondern (hauptsächlich) Lufthansa, die selber weder die Fluglotsen anstellt, noch die Gepäckabfertigung. Und die jeweiligen Arbeitgeber können sich schlanke Beine machen, haben sie durch den Streik doch wesentlich weniger Kosten. Ach ja, was ich vergaß zu sagen: Die Lufthansa mit ihrem Kostensparprogramm zwiebelt ohnehin schon in Mrd-Höhe ihre Mitarbeiter - jetzt wird sich der Betrag um die dauernden Fremdstreikkosten erhöhen. Danke GdF und Verdi, ihr seid echt das Letzte!
3. x
ralf_gabriel 27.03.2012
Welche wirkliche Welt? Die in der die Automobilbeschäftigten gerade Bonuszahlungen bekommen haben und in der Deutschland angeblich glänzend da steht? Wenn ja, warum sollte dann der ÖD davon abgenabelt werden? Weil die Steuern [...]
Zitat von wolle0601Ich hätte als normaler Arbeitnehmer auch gerne die Möglichkeit, meinen Arbeitgeber in dieser Form und unter Mißbrauch einer Monopolstellung zu erpressen. Als Kunde kann ich Firmen die Quittung für Preiserhöhungen durch weniger-kaufen geben (bzw muß es sogar, wenn ich nicht auch mein Gehalt erhöhen kann). Als Steuerzahler und letztendlicher Geldgeber des öffentlichen Dienstes fordere ich, daß die Lohnsumme konstant bleibt und alle Zusatzausgaben durch entsprechende Stellenkürzungen mit höherer Belastung der verbliebenen Arbeitnehmer kompensiert werden - wie in der wirklichen Welt auch.
Welche wirkliche Welt? Die in der die Automobilbeschäftigten gerade Bonuszahlungen bekommen haben und in der Deutschland angeblich glänzend da steht? Wenn ja, warum sollte dann der ÖD davon abgenabelt werden? Weil die Steuern bei vielen Bestverdienern und Transaktionskünstlern zu niedrig sind oder der Staat das Geld zur Rettung von Banken und anderen Zockern verballern muß? Echt? Warum? Nö, ich verstehe die Leute. Mir passt es auch nicht, daß sie nun gerade jetzt streiken, aber so ist die "wirkliche Welt" nun mal.
4. Die meisten
linksdummer 27.03.2012
gewerkschaftlich Organisierten bes. aber die Gewerkschaftsboss haben sichere Arbeitspätze. Da lässt sich komfortabel streiken. Ich wünsche mir, dass der gesamte Flugverkehr und die kommunalen Verbände so richtig [...]
Zitat von sysopHunderte Flüge fallen aus, Zehntausende Reisende sind betroffen: Die Warnstreiks der Gewerkschaft Ver.di sorgen an allen wichtigen deutschen Flughäfen für Stornierungen und Verspätungen. Erst am frühen Nachmittag will das Bodenpersonal seine Arbeit wieder aufnehmen. Öffentlicher Dienst: Warnstreiks beeinträchtigen Flugverkehr erheblich - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Reise (http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,823977,00.html)
gewerkschaftlich Organisierten bes. aber die Gewerkschaftsboss haben sichere Arbeitspätze. Da lässt sich komfortabel streiken. Ich wünsche mir, dass der gesamte Flugverkehr und die kommunalen Verbände so richtig zusammenkrachen,damit mal von denen,die jetzt so "das Maul aufreißen",einige auf der Straße stehen. Ich kann auch das Gejaule über die ledigen Müttern nicht mehr hören. Von drei Männern fünf Kinder haben und dann etwas von alleinerziehend vorjammern und die Gesellschaft auffordern, den Unterhalt für den gesamten "genetischen Schrott" zu übernehmen. Sollen sie doch streiken und den Ast absägen,auf dem sie hocken...Alle außer den Gewerkschaftern,die die Leute auf die Straße hetzen,fallen hart!
5. Was hindert Sie daran
celsius234 27.03.2012
am nächsten Streik ihres Tarifpartners teilzunehmen. Nur jammern bringt nichts. Ihre Chefs sind, wie die jährlichen Statistiken zeigen, sich nicht zu fein, pro jahr mehr als 6.5% einzustreichen. Reißen Sie ihren Arsch hoch [...]
Zitat von wolle0601Ich hätte als normaler Arbeitnehmer auch gerne die Möglichkeit, meinen Arbeitgeber in dieser Form und unter Mißbrauch einer Monopolstellung zu erpressen. Als Kunde kann ich Firmen die Quittung für Preiserhöhungen durch weniger-kaufen geben (bzw muß es sogar, wenn ich nicht auch mein Gehalt erhöhen kann). Als Steuerzahler und letztendlicher Geldgeber des öffentlichen Dienstes fordere ich, daß die Lohnsumme konstant bleibt und alle Zusatzausgaben durch entsprechende Stellenkürzungen mit höherer Belastung der verbliebenen Arbeitnehmer kompensiert werden - wie in der wirklichen Welt auch.
am nächsten Streik ihres Tarifpartners teilzunehmen. Nur jammern bringt nichts. Ihre Chefs sind, wie die jährlichen Statistiken zeigen, sich nicht zu fein, pro jahr mehr als 6.5% einzustreichen. Reißen Sie ihren Arsch hoch und fordern auch mal was. Sie können natürlich auch gern weiter neidgelbe Texte schreiben, wie hier.

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