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12.04.2012
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Nach "Costa Concordia"-Unglück

Preise für Kreuzfahrten gehen zurück

Gekenterte "Costa Concordia": Schwerer Imageschaden für die Reederei
REUTERS

Gekenterte "Costa Concordia": Schwerer Imageschaden für die Reederei

Die Reederei Carnival rechnet damit, noch mindestens für den Rest des Jahres die Konsequenzen der "Costa Concordia"-Katastrophe zu spüren. Für Passagiere bedeutet das: Kreuzfahrten sind derzeit besonders günstig.

Miami - Die Tragödie auf dem gekenterten Kreuzfahrtschiff "Costa Concordia" belastet bis heute die Reederei Carnival. Zwar kehren die Gäste langsam zurück, doch die Preise sind im Keller. "Die Auswirkungen des Unfalls werden wir noch den Rest des Jahres spüren", erklärte der fürs Tagesgeschäft zuständige Vorstand Howard Frank am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Miami. Dort gedachten die Anteilseigner und das Management mit einem Moment des Schweigens der Opfer der Katastrophe.

Am 13. Januar war die "Costa Concordia" vermutlich wegen eines Fehlers des Kapitäns vor der italienischen Insel Giglio auf einen Felsen gelaufen. An Bord waren mehr als 4200 Passagiere und Besatzungsmitglieder. Es starben 32 Menschen. Das Schiff gehörte der italienischen Reederei Costa Crociere, die wiederum eine Tochter des Weltmarktführers Carnival aus den USA ist.

Bei Costa selbst seien die Buchungen kurz nach dem Unglück um 75 bis 80 Prozent eingebrochen, sagte Frank. Mittlerweile habe sich die Lage gebessert. "Es gibt Licht am Ende des Tunnels für Costa." Kurz nach dem Unglück der "Costa Concordia" war zu allem Überfluss auch noch die "Costa Allegra" nach einem Brand in Not geraten, was den Ruf der Reederei weiter beschädigte. "Wir glauben an die Marke Costa", versicherte Frank.

Weiter Hoffnung auf anhaltenden Boom

Auch alle anderen Tochtergesellschaften von Carnival hätten die Concordia-Katastrophe "deutlich" zu spüren bekommen, sagte Frank. Carnival beherrscht knapp die Hälfte des Weltmarkts. Zu dem Konzern gehört unter anderem die deutsche Reederei Aida. Der große Carnival-Rivale Royal Carribean kämpfte ebenfalls mit ausbleibenden Gästen. Die deutsche Kreuzfahrtbranche indes hatte demonstrativen Optimismus verbreitet.

Bei Carnival sind die Buchungen eigenen Angaben zufolge in den ersten sechs Wochen nach dem Unglück um neun Prozent zurückgegangen (ohne Costa), die Preise fielen um drei Prozent. Seit Anfang März registriert der Konzern zwar wieder ein Buchungsplus von drei Prozent, doch die Preise fielen weiter.

"Wenn die Preise so runtergehen in der Buchungssaison, ist es schwierig, sie wieder anzuheben", sagte Frank. Langfristig rechnet er aber mit einem anhaltenden Boom bei den Kreuzfahrten, vor allem in den Schwellenländern.

sto/dpa

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