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05.05.2012
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Konsequenzen aus "Concordia"-Unglück

Reederei Costa verschärft Sicherheitsregeln

Reederei Costa Crociere: Neues Schiff, neue Regeln
Fotos
TMN

Zentrale Kontrolle über Routen, verbesserte Sicherheitsübungen: Die italienische Reederei Costa Crociere hat neue Regelungen für ihre Kreuzfahrtschiffe eingeführt. Damit will sie Probleme vermeiden, die bei dem "Concordia"-Unglück fatale Folgen hatten.

Rom - Knapp vier Monate nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia" hat die italienische Reederei Costa Crociere ihre Sicherheitsvorschriften verschärft. Demnach sollen die Routen der Schiffe nun in Echtzeit verfolgt werden, um nichtautorisierte Abweichungen schnell feststellen zu können, wie das Unternehmen am Samstag in Rom mitteilte. Außerdem sollen Passagiere vor der Abfahrt über das Verhalten in Notfällen aufgeklärt werden, und die Befugnisse des Kapitäns sollen beschnitten werden.

Die "Costa Concordia" war am 13. Januar auf ein Riff aufgefahren und gekentert, nachdem der Kapitän vom Kurs abgewichen war. Bei dem Unglück vor der toskanischen Insel Giglio kamen 32 Menschen ums Leben.

Zahlreiche Passagiere beklagten, sie hätten keine oder keine ausreichende Sicherheitsunterweisung erhalten, selbst nachdem sie schon mehrere Tage an Bord gewesen waren. Das soll künftig ein neues System verhindern, bei dem genau festgehalten wird, welcher Gast schon instruiert wurde.

Ein weiterer Vorwurf gegen das Krisenmanagement an Bord war, dass der Kapitän die Evakuierung zu spät anordnete - fast eine Stunde, nachdem das Schiff auf Grund gelaufen war. Durch die Schräglage war es da schon teils schwer möglich, Rettungsboote ins Wasser zu lassen. Um so etwas künftig zu verhindern, sollen ab jetzt auch andere Crewmitglieder mehr Befugnisse bei Entscheidungen haben.

Costa gab die verschärften Sicherheitsmaßnahmen am Samstag bei der Präsentation eines neuen Schiffs bekannt: Die 510 Millionen Euro teure "Costa Fascinosa" ist mit einer Kapazität für 3800 Passagiere jetzt das größte unter italienischer Flagge fahrende Kreuzfahrtschiff. Schon im Oktober soll sie allerdings abgelöst werden von einem weiteren Schiff, das für Costa in der italienischen Werft Fincantieri entsteht. Das soll Platz für 4928 Passagiere haben.

FOTOSTRECKE

"Costa Concordia": Kleinstadt auf dem Mittelmeer

sto/dapd

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insgesamt 12 Beiträge
1. .....
jujo 05.05.2012
Da bin ich aber mal gespannt, wie das geht, wenn nicht mehr die Schiffsführung/Kapitän, das Signal zum "abandon ship" gibt sondern irgendein Steward? Ich bin z.Z. auch überfragt ob das mit den internationalen [...]
Zitat von sysopZentrale Kontrolle über Routen, verbesserte Sicherheitsübungen: Die italienische Reederei Costa Crociere hat neue Regelungen für ihre Kreuzfahrtschiffe eingeführt. Damit will sie Probleme vermeiden, die bei dem "Concordia"-Unglück fatale Folgen hatten. Costa Concordia: Reederei verschärft Sicherheitsregeln - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,831536,00.html)
Da bin ich aber mal gespannt, wie das geht, wenn nicht mehr die Schiffsführung/Kapitän, das Signal zum "abandon ship" gibt sondern irgendein Steward? Ich bin z.Z. auch überfragt ob das mit den internationalen Regularien im Einklang ist. (SOLAS- safety of live at sea)
2. Steht ja nicht...
el-gato-lopez 05.05.2012
Es steht ja nichts davon, dass derartige Kommandos plötzlich von Dritten gegeben werden sollen... Wenn man als Reeder aber indirekt versucht die Rollen und Befugnisse der Offiziersgrade auszudehnen, weil man den eigenen [...]
Zitat von jujoDa bin ich aber mal gespannt, wie das geht, wenn nicht mehr die Schiffsführung/Kapitän, das Signal zum "abandon ship" gibt sondern irgendein Steward? Ich bin z.Z. auch überfragt ob das mit den internationalen Regularien im Einklang ist. (SOLAS- safety of live at sea)
Es steht ja nichts davon, dass derartige Kommandos plötzlich von Dritten gegeben werden sollen... Wenn man als Reeder aber indirekt versucht die Rollen und Befugnisse der Offiziersgrade auszudehnen, weil man den eigenen Kapitänen und höheren Offiziersgraden (?) in Krisensituationen nicht trauen kann, ist das nichts anderes als eine Bankrotterklärung. Gutes Personal kostet halt Geld und irgendein Kutterfahrer aus dem Golf von Neapel oder den griechischen Inseln kommt weitaus billiger als Seeleute und Offiziere mit echter Erfahrung und solider Ausbildung, vom Charakter ganz zu schweigen...
3. ....
jujo 05.05.2012
Wenn ein Reeder seinem Kapitän nicht zutraut in all Belangen das Schiff zu führen und ihm die Befehlsgewalt beschneidet, so heisst doch das im Klartext, das er ihm den Job nicht zutraut! Dann musser ihn absetzen! Es ist [...]
Zitat von el-gato-lopezEs steht ja nichts davon, dass derartige Kommandos plötzlich von Dritten gegeben werden sollen... Wenn man als Reeder aber indirekt versucht die Rollen und Befugnisse der Offiziersgrade auszudehnen, weil man den eigenen Kapitänen und höheren Offiziersgraden (?) in Krisensituationen nicht trauen kann, ist das nichts anderes als eine Bankrotterklärung. Gutes Personal kostet halt Geld und irgendein Kutterfahrer aus dem Golf von Neapel oder den griechischen Inseln kommt weitaus billiger als Seeleute und Offiziere mit echter Erfahrung und solider Ausbildung, vom Charakter ganz zu schweigen...
Wenn ein Reeder seinem Kapitän nicht zutraut in all Belangen das Schiff zu führen und ihm die Befehlsgewalt beschneidet, so heisst doch das im Klartext, das er ihm den Job nicht zutraut! Dann musser ihn absetzen! Es ist richtig, gutes qualifiziertes Führungspersonal wächst, auch bei der Seefahrt, nicht auf Bäumen, das muss man ausbilden, das dauert und kostet Geld.
4. Ähnliche Maßnahmen
Dromedar 05.05.2012
Jetzt mal halblang. Ich würde das so verstehen, dass in Zukunft z.B. auch der 1. Offizier oder so, die Evakuierung und das Senden von SOS und ähnliche Sicherheitsmaßnahmen veranlassen kann, auch ohne Zustimmung des Kapitäns. [...]
Zitat von jujoWenn ein Reeder seinem Kapitän nicht zutraut in all Belangen das Schiff zu führen und ihm die Befehlsgewalt beschneidet, so heisst doch das im Klartext, das er ihm den Job nicht zutraut! Dann musser ihn absetzen! Es ist richtig, gutes qualifiziertes Führungspersonal wächst, auch bei der Seefahrt, nicht auf Bäumen, das muss man ausbilden, das dauert und kostet Geld.
Jetzt mal halblang. Ich würde das so verstehen, dass in Zukunft z.B. auch der 1. Offizier oder so, die Evakuierung und das Senden von SOS und ähnliche Sicherheitsmaßnahmen veranlassen kann, auch ohne Zustimmung des Kapitäns. Ähnliche Maßnahmen wurden nach Unfällen sowohl in der Luftfahrtindustrie (früher hatte immer der Pilot das Sagen, heutzutage sind Pilot und Co-Pilot gleichberechtigt), wie auch bei der NASA nach der Challenger-Katastrophe eingeführt (führende Techniker dürfen seither auch gegen den Willen der Top-Chefs den Start abbrechen). In beiden Fällen hat es die Sicherheit deutlich erhöht und hat nichts mit grundsätzlich mangelnden Vertrauen in das Führungspersonal zu tun. Es beugt bloß menschlichen "Ausfällen" in streng hierarchischen Situationen vor. In Zügen darf sogar jeder die Not-Bremse ziehen, ohne das da Anarchie&Chaos herrscht, oder man gar den Triebwagenführen misstraut. Ich halte das (solange es nicht nur leere Worte des Betreibers bleiben) für einen notwendigen und guten Schritt.
5. ... sicher eine gelungene Idee ...
georg_k 05.05.2012
Sicher eine gelungene Idee von Costa Crociere, die Befugnisse des Schiffsführers zu beschneiden. Ich befürchte allerdings, selbst Costa Crociere steht nicht über dem Recht. Nach internationalem Recht (KVR) ist der Schiffsführer [...]
Sicher eine gelungene Idee von Costa Crociere, die Befugnisse des Schiffsführers zu beschneiden. Ich befürchte allerdings, selbst Costa Crociere steht nicht über dem Recht. Nach internationalem Recht (KVR) ist der Schiffsführer allein verantwortlich für die Führung des Schiffes, eventuelle Abbergemaßnahmen usw.. Was soll also "Beschneidung der Befugnisse" heißen? Vielleicht, dass es dem Schiffsführer nicht erlaubt ist, eine Havarie zu verursachen? Das wäre eine innovative Organisation der Prozesse mit, sicher, durchschlagendem Erfolg. Möglicherweise betreibt Costa Crociere mit der Ankündigung auch nur eine Art 'Public Relations'; ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

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